Der WSV muss nach der Saison 2010/11 ohne seinen Präsidenten, Hauptsponsor und Mäzen auskommen.

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Friedhelm Runge will modernen Strukturen nicht im Weg stehen.

Friedhelm Runge will modernen Strukturen nicht im Weg stehen.

Den Weg in die Fankurve scheute Friedhelm Runge nicht. Jetzt macht er den Weg frei für einen schwierigen Neustart des WSV.

Friedhelm Runge will modernen Strukturen nicht im Weg stehen.

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Friedhelm Runge will modernen Strukturen nicht im Weg stehen.

Wuppertal. Dass Spielerverträge zum Saisonende auslaufen und nicht verlängert werden, gehört zum Alltag in einem professionell geführten Fußballclub. Der Wuppertaler SV muss sich zum Ende der Saison 2010/11 auf eine weit dramatischere Veränderung einstellen: Friedhelm Runge (72), seit 1991 an der Spitze des Wuppertaler Traditionsvereins, wird zum Saisonende am 30. Juni seine Präsidentschaft niederlegen.

Ende der Ära Runge scheint tatsächlich gekommen

Im Gegensatz zu früheren Jahren, als der Unternehmer nach gleichlautenden Ankündigungen zurückruderte und einen neuen sportlichen Anlauf unternahm, scheint das Ende der Ära Runge beim WSV nun endgültig gekommen. Nach dem Absturz in die viertklassige Regionalliga sieht der Sponsor und Mäzen des Vereins keine Chance mehr, den WSV - so wie er zurzeit mit den Strukturen eines traditionellen Sportvereins aufgestellt ist - zurück auf die große Fußballbühne zu führen.

Neue Vereinsstrukturen sollen das Mäzenatentum ersetzen

Die vom Deutschen Fußball-Bund beschlossene Regionalligareform hatte Runge heftig kritisiert, weil sie die wirtschaftlichen Probleme der Viertligisten verschärfe und allein den Interessen der Bundesligaclubs und deren Nachwuchsmannschaften diene.

Runge will den Weg frei machen, um neue Vereinsstrukturen zu schaffen. Die erste Etappe auf dem Weg dorthin, kündigten am Dienstag Achim Weber (Geschäftsführer), Markus Bayertz (Manager) und Helmut Lepiorz (Kaufmännischer Leiter) mit der Einberufung einer Mitgliederversammlung an, die "Anfang 2011 bis Frühjahr 2011" stattfinden soll. Auf der Tagesordnung werden dann sowohl satzungstechnische als auch personelle Änderungen stehen. Änderungen der Satzung könnten zum Beispiel die Gründung einer Spielbetriebs GmbH mit einem erforderlichen Startkapital von einer Million Euro einleiten.

Mit dem neu gegründeten Wirtschaftsrat sei bereits ein wichtiger Stein ins Rollen gebracht worden. Einen Etat von 2,6 Millionen Euro hatte der WSV für die laufende Saison angepeilt, die sportlichen Erfolge blieben aber bisher aus. Bleibt der Verein Regionalligist, dann muss für die Spielzeit 2011/12 in dieser Größenordnung kalkuliert werden, soll der Aufstieg ein realistisches Ziel sein.

Friedhelm Runge hat für den Neustart seine Unterstützung zugesagt, aber er wird nicht mehr - wie in vielen Jahren zuvor - die finanziellen Löcher im Etat mit Millionenbeträgen stopfen.

Die WSV-Erklärung im Wortlaut finden Sie hier.

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