Gegen die Ostdeutschen muss vor allem das Mittelfeld mehr Engagement zeigen.

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Gegen Aue ist die Leidenschaft und Kampfstärke von Michael Stuckmann gefragt.

Gegen Aue ist die Leidenschaft und Kampfstärke von Michael Stuckmann gefragt.

Andreas Nickl

Gegen Aue ist die Leidenschaft und Kampfstärke von Michael Stuckmann gefragt.

Wuppertal. Mit einigen Bauchschmerzen dürften die Spieler des Wuppertaler SV gestern Abend die Ergebnisse der restlichen Spiele des 36.Spieltags erwartet haben. Es kam besser als befürchtet. Nach dem 0:1 von Jena in Düsseldorf und dem 1:3 von Burghausen beim FC Bayern München II bleiben dem WSV weiter vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

So bietet sich dem WSV am kommenden Samstag (Anstoß 13.30 Uhr) im Stadion am Zoo am vorletzten Spieltag gegen Erzgebirge Aue die Chance, einer wenig berauschenden Saison ein halbwegs versöhnliches Ende zu bereiten. Doch dieser letzte Schritt zum Klassenerhalt wird nur möglich sein, wenn die Mannschaft die Lehren aus der Niederlage in Regensburg zieht und die Spieler einsehen, dass sie in dieser Form weder spielerisch noch kämpferisch den Ansprüchen der 3. Liga genügen.

Vor allem im Mittelfeld darf es in diesem Stil nicht weitergehen. Sven Lintjens war in Regensburg der einzige Mittelfeldakteur, der wenigstens Anstalten machte, das Spiel in den Griff zu bekommen. Leblos wirkte dagegen die Vorstellung von Tim Jerat und Steve Müller. Einen Tick lebendiger agierte Victor Hugo Lorenzón, der sich dafür aber einige haarsträubende Fehler und Ballverluste leistete.

Dabei ist die Erkenntnis nicht neu, dass beim WSV der Wurm im Mittelfeld steckt. Schon in Burghausen, beim FC Bayern II oder im Pokalspiel in Essen leistete sich der WSV ein lethargisches Fehlpassfestival in der trügerischen Sicherheit, das Spiel unter Kontrolle zu haben. Gerät die Mannschaft aber erst einmal in Rückstand, fehlen die spielerischen und zuweilen auch kämpferischen Mittel, um die Partie noch zu drehen. Bei der Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison wird der WSV nach Spielertypen Ausschau halten müssen, die in solchen Situationen ihre Mitspieler mitreißen können - entweder mit Leidenschaft auf dem Platz oder mit spielerischer Klasse.

Am Samstag gegen Aue wird Michael Lejan nach seiner Gelbsperre auf seine Stammposition als linker Verteidiger in der Viererkette zurückkehren. Marco Neppe wird vermutlich wieder auf die rechte Seite wechseln oder als belebendes Element im Mittelfeld auftauchen. Nicht zur Verfügung stehen Tobias Willers (Diagnose Mittelfußbruch hat sich bestätigt, die Saison ist für ihn beendet) und wohl auch Jan Hammes (Wadenprobleme). Fraglich ist der Einsatz von Victor-Hugo Lorenzón (Knieprobleme) und Michael Stuckmann (bekam in Regensburg einen Schlag in den Rücken). Möglich, dass am Samstag Nils Fischer trotz eines Zehenbruchs aufläuft.

Markus Bayertz, sportlicher Leiter beim WSV, appelliert an die Wuppertaler, am Samstag ins Stadion zu kommen. "Jetzt müssen wir zusammenstehen, schließlich geht es im Endspiel gegen Aue darum, den Profifußball in Wuppertal zu erhalten."

Nach dem letzten Heimspiel der Saison gegen Erzgebirge Aue findet am Samstag ab 18.30 Uhr bei Hako Sport der offizielle Saisonausklang mit Spielern und Offiziellen statt. Ab 21 Uhr beginnt bei Hako Sport die Party "Stayin’ alive".

Dass WSV-Trainer Uwe Fuchs die Mannschaft kurz vor Saisonende noch einmal völlig umkrempelt, ist nicht zu erwarten. Nach dem 0:2 in Regensburg gab sich der WSV-Coach nicht der Versuchung hin, verbal auf einzelne Spieler einzuprügeln. Am Samstag braucht er schließlich noch einmal alle Mann, um den Karren endlich über die Ziellinie zu ziehen.

Das Spiel in Regensburg hat Fuchs ohnehin nur darin bestätigt: Von selbst geht beim WSV in dieser Saison gar nichts. Alles muss hart erkämpft und erarbeitet werden.

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