Die Firma Erfurt wirbt mit der Nationalelf – und jetzt auch wieder mit dem Wuppertaler SV.

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Mit Bandenwerbung bei Spielen der Nationalmannschaft hat Erfurt seinen Bekanntheitsgrad steigern können. Spieler wie Thomas Hitzelsperger bleiben für den WSV aber auch mit dem neuen Sponsor außer Reichweite.

Mit Bandenwerbung bei Spielen der Nationalmannschaft hat Erfurt seinen Bekanntheitsgrad steigern können. Spieler wie Thomas Hitzelsperger bleiben für den WSV aber auch mit dem neuen Sponsor außer Reichweite.

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Mit Bandenwerbung bei Spielen der Nationalmannschaft hat Erfurt seinen Bekanntheitsgrad steigern können. Spieler wie Thomas Hitzelsperger bleiben für den WSV aber auch mit dem neuen Sponsor außer Reichweite.

Wuppertal. Heino von Dreele hatte am Donnerstag großen Spaß beim Lesen seiner E-mails. Der Marketingleiter der Firma Erfurt & Sohn KG freute sich über „40 bis 50 Nachrichten“ von WSV-Fans, die sich beim Wuppertaler Hersteller der bundesweit bekannten Raufasertapeten bedankten. Grund ist der Wiedereinstieg des Familienunternehmens (in der siebten Generation) als Sponsor beim Fußball-Regionalligisten. „Wir waren in der Vergangenheit schon dabei, haben aber im vergangenen Jahr bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Lage nichts beim WSV gemacht. Da lag das Engagement quasi auf Eis“, sagt von Dreele. Nun lebt es neu auf, erneut in Form von Bandenwerbung und gleich für eineinhalb Jahre, also über die laufende Saison hinaus.

Stillschweigen über die Höhe der finanziellen Zuwendung

Bundesweit hat Erfurt laut von Dreele durch die Bandenwerbung der vergangenen über zehn Jahre bei Fußball-Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft seinen Bekanntheitsgrad via TV erheblich steigern können. Das Sponsoring beim WSV hänge dagegen mit sehr viel Lokalkolorit und der Verbundenheit zum Standort Wuppertal zusammen.

Über die Höhe der finanziellen Zuwendungen bewahren beide Seiten Stillschweigen. Klar ist aber, dass Erfurt dem WSV nicht vorschreibt, wie und wofür er die Mittel verwendet. Die ersten Gespräche zwischen dem Unternehmen und dem WSV begannen im Frühwinter. „Der entscheidende Schubs kam dann mit Sicherheit vom Wirtschaftsrat des WSV“, sagt von Dreele.

Er schließt nicht aus, dass bei entsprechenden sportlichen Erfolgen des WSV das Unternehmen „noch eine Schippe draufpacken kann“, sprich bei einem Aufstieg in die 3. Liga. Dann wären neue Voraussetzungen für ein umfangreicheres Engagement geschaffen. Allerdings geht die Verbundenheit zum WSV nicht so weit, dass das Stadion am Zoo zukünftig „Erfurt-Arena“ heißen könnte. „Das passt nicht wirklich zur Familie, wir bleiben bergisch-dezent im Hintergrund“, sagt von Dreele, der die Zukunft des Traditionsvereins optimistisch einschätzt: „Wir hoffen, für andere Firmen ein Signal zu setzen und glauben an den WSV.“

„Wirtschaftsrat hat wirklich alle Steine umgedreht“

„Es werden weitere Ankündigungen kommen“, sagt Arnd Krüger , der sich als Mitglied des WSV-Wirtschaftsrates optimistisch gibt, in naher Zukunft weitere Sponsoren begrüßen zu dürfen. „Der Wirtschaftsrat hat in den vergangenen Monaten aber auch wirklich alle Steine umgedreht“, sagt Krüger, der die Signalwirkung des Engagements der Firma Erfurt hoch einschätzt. „Das ist schließlich ein Partner, der sich ansonsten nur überregional engagiert.“

Die nächste Sitzung des Wirtschafts- und Verwaltungsrats steht am 13. Januar an. Dann sollen weitere Ergebnisse der Sponsoren- suche und Personalfragen intern erörtert werden.

Mit dem Unternehmen „Hallo Pizza“ (Inhaber Mirko und Jirka Lindner) gab der WSV gestern einen weiteren neuen Sponsor bekannt.

Die Übungseinheiten der Mannschaft bestehen laut Manager Markus Bayertz derzeit aus einem Mix aus Laufen, Kraft und Kicken in der Halle (Adlerbrücke und Hako).

Die Testspielgegner stehen noch nicht fest. Loser Kontakt besteht zum Nord-Regionalligisten Havelse. Urlauber Benedikt Schröder nimmt der WSV nicht mit in die Türkei.

Wie auch Arnd Krüger hat Thomas Lenz die Fernsehübertragungen von den Spielen der deutschen Nationalelf zuweilen mit Bauchschmerzen verfolgt. „Immer wenn die Bandenwerbung von Erfurt zu sehen war, habe ich natürlich darüber gegrübelt, warum es ein solches Engagement von Erfurt nicht auch beim Wuppertaler SV gibt. Ich finde die Entwicklung super, denn das ist endlich ein deutliches Signal aus der Wuppertaler Wirtschaft“, sagt Thomas Lenz, der ebenfalls dem WSV-Wirtschaftsrat angehört.

Nach seiner Ansicht gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Ankündigung von Friedhelm Runge, zum Ende der laufenden Saison als WSV-Präsident zurückzutreten, und der Ankündigung der Firma Erfurt zu diesem Zeitpunkt. „So etwas wird in der Öffentlichkeit diskutiert, ist aber intern kein Thema. Es hat schon im vergangenen Jahr aus der Wuppertaler Wirtschaft Signale gegeben, sich beim WSV zu engagieren, aber das wurde zum Teil durch die Wirtschaftskrise verzögert“, sagt Thomas Lenz.

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