WuppertalerSV Runge schließt Rückgabe der Lizenz aus und schwört die Fans auf harte Zeiten in der nächsten Saison ein.

wza_1500x1069_502152.jpeg
Björn Weikl und Sven Lintjens trafen für den WSV in Erfurt. Fotos (2): Eibner Pressefoto

Björn Weikl und Sven Lintjens trafen für den WSV in Erfurt. Fotos (2): Eibner Pressefoto

Björn Weikl und Sven Lintjens trafen für den WSV in Erfurt. Fotos (2): Eibner Pressefoto

Jubel in Wolfsburg, Jubel in Mainz, Jubel in Düsseldorf, Jubel in Mönchengladbach. Und seit gestern Nachmittag darf mit einer Woche Verzögerung endlich auch in Wuppertal ohne Nebengeräusche über den Klassenerhalt in der 3. Liga gejubelt werden. Der WSV will in der kommenden Saison mit einem Mini-Etat in der 3. Liga antreten. "Was dies für die sportliche Zielsetzung heißt, muss jedem klar sein. An dieser Situation kann sich nur etwas ändern, wenn sich Faktoren wie Marketingeinnahmen, Zuschauerzahl und Mitgliederzahl positiv ändern", sagt WSV-Präsident Friedhelm Runge.

Eine Woche lang hielt die Zitterpartie um den WSV nach der sportlichen Rettung an, weil Runge einen freiwilligen Abstieg aus wirtschaftlichen Gründen nicht ausgeschlossen hatte. Im Verein ging die Arbeit erst einmal ganz normal weiter. So auch am Samstag auf dem grünen Rasen, wo der WSV mit einer ordentlichen Leistung beim 2:2 (2:2) in Erfurt eine turbulente Saison zu einem versöhnlichen Ende brachte.

Der Auftritt in Thüringen mit einer Rumpftruppe war nicht ganz zufällig ein Fingerzeig darauf, wie sich der WSV auch in Zukunft mit einem kleinen, schlagkräftigen Kader im Profifußball behaupten könnte. Trainer Uwe Fuchs hatte nur 14einsatzbereite Spieler mit nach Thüringen genommen und auf andere Akteure wie Tim Erfen oder Salih Altin bewusst verzichtet. Mit ihnen - und einigen anderen Langzeitverletzten - plant Fuchs nicht mehr für die kommende Saison.

Auf dem Rasenteppich im Steigerwaldstadion bot der WSV trotz der Personalsorgen vor allem vor der Pause flotten Kombinationsfußball. "Leider haben wir in der Abwehr ein paar Böcke geschossen und aus unseren klaren Chancen zu wenig Kapital geschlagen", sagt Fuchs, der seine Spieler noch einmal für die Aufholjagd in der Rückrunde lobte. "Man darf nicht vergessen, wie es noch im Winter ausgesehen hat, als sich die Mannschaft schon fast aufgegeben hatte", sagte Fuchs voller Stolz auf sein Team. Die Frage, wie es für ihn persönlich weitergeht, beantwortet Fuchs gestern so: "Ich komme gerade von einer weiteren Spielbeobachtung für den WSV. Thomas Stickroth und ich werden auch in den kommenden Tagen noch eine Reihe von interessanten Spielern sichten."

In Erfurt belohnte sich der WSV durch die Treffer von Sven Lintjens und Björn Weikl, beide Aktivposten im Mittelfeld des WSV, noch einmal selbst für den Kraftakt der vergangenen Monate. Zweimal waren die Erfurter nach Kunstschüssen von Hauswald und Pagenburg in Führung gegangen. Dass nach dem Seitenwechsel die Luft raus war, verziehen die 3806Zuschauer den Akteuren. Für Erfurt steht morgen das Pokalderby gegen Jena auf dem Plan. Und die WSV-Spieler sehnen sich nach dem Erholungsurlaub. Sie sind am Ende eines langen Weges angekommen, der im Januar mit drei Trainingseinheiten pro Tag und einigen knüppelharten Übungsstunden bei Dauerfrost auf dem Freudenberg begann. "Alle Spieler, die wir halten wollen, wissen Bescheid", sagt Uwe Fuchs, der zuversichtlich ist, dass auch Marco Neppe und Michael Lejan ihren Vertrag verlängern werden. "Ich habe inzwischen ja auch mein Herz an den WSV verloren", sagt Fuchs, der in Bielefeld wohnt. Dort ist seit Samstag eine Trainerposition neu zu besetzen, in der ebenfalls viel Herzblut gefragt ist.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer