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Die WSV-Profis rüsten sich für das anstehende Spezialtraining.

Die WSV-Profis rüsten sich für das anstehende Spezialtraining.

Thorsten Hesse

Die WSV-Profis rüsten sich für das anstehende Spezialtraining.

Belek. Mit einem Technik- und Torschusstraining begann der Samstag für die Spieler des Wuppertaler SV relativ locker. Für diese Einheit hätte der WSV sogar Eintritt verlangen können, denn schließlich wurde Fußballartistik geboten. Nicht unbedingt von allen aktiven Kickern des WSV, aber ganz sicher von Co-Trainer Thomas Stickroth, der eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass der Ball noch immer sein Freund ist. So machte "Stickes" im Kreis der Spieler die Übungen perfekt vor, erklärte sie gleichzeitig und kontrollierte dabei auch noch die Ausführung der Aufgaben. Ob mit dem Kopf, Fuß oder Knie - den Ball gehorchte Stickroth aufs Wort.

"Dem Ball muss schwindelig werden und nicht euch", lautete ein Kommentar des perfekten Vorturners. Die Ansage kam etwas zu spät für Nermin Celikovic, der kurz zuvor nach einer Kreislaufschwäche zu Boden gegangen war. Doch nach einer Schrecksekunde gab es Entwarnung, und Celikovic, der übrigens als Techniker nicht mit dem Ball auf Kriegsfuß steht, konnte die Übungsstunde ganz normal beenden.

Im zweiten Teil der Morgentrainings standen dann Flanken, Ballannahme und Torschuss auf dem Programm von Trainer Uwe Fuchs. Obwohl allein die beiden Torhüter Christian Maly und Sascha Samulewicz einem Treffer entgegenstanden, zappelte der Ball nur selten im Netz. "Da hat man gesehen, warum wir in der Liga so wenige Tore machen", frotzelte WSV-Präsident Friedhelm Runge.

Vielleicht waren die vielen Fahrkarten beim morgendlichen Scheibenschießen aber nur ein großangelegtes Täuschungsmanöver. Schließlich trainierte zwei Plätze weiter zur gleichen Zeit die Ligakonkurrenten vom SV Sandhausen, die durchaus interessierte Zaungäste waren. Möglicherweise will der WSV den künftigen Gegner nur in Sicherheit wiegen.

Eine kleine Gruppe von WSV-Sponsoren hatte den Morgen zu einem Abstecher auf die Trainingsanlage von Fenerbahce Istanbul genutzt. Türöffner für die Wuppertaler auf der für Normalsterbliche zurzeit unerreichbare Hotelanlage war Ayhan Tumani, der frühere WSV-Trainer. Tumani ist als Co-Trainer und Dolmetscher von Fenerbahces Cheftrainer Christian Daum eine wichtige Figur im Trainerstab von Fenerbahce, einem der drei großen Istanbuler Kultvereine. Wenn Fenerbahce, Besiktas oder Galatasaray irgendwo in der Türkei auftauchen, dann herrscht der Ausnahmezustand. So wird auch jedes Training des Daum-Clubs von unzähligen Kameras und Journalisten gierig aufgesogen. Wie beschaulich geht es dagegen zurzeit beim WSV zu, wo die Spieler in aller Ruhe arbeiten können und nicht jeder Fehlschuss live im Fernsehen übertragen wird.

Dass sich die Sponsoren gleich einen Stürmer von Fenerbahce einpacken ließen und mit zum WSV brachten, entpuppte sich als vorgezogener Aprilscherz. Kein Aprilscherz ist leider weiterhin das Wetter an der türkischen Riviera. Am Nachmittag standen die Rasenplätze schon wieder unter Wasser und so musste die dritte Trainingseinheit in dieser Woche gestrichen werden. Auch bei Fenerbahce hatte man mit anderen Bedingungen vor Ort gerechnet. In Istanbul verfügt der Club über ein hochmodernes Trainingszentrum. Und in der Hauptstadt soll das Wetter sogar besser sein. Vielleicht quartiert sich der WSV im nächsten Winter einmal bei Ayhan Tumani und seinem Chef Christoph Daum ein.

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