Nach einer schwachen Leistung unterlag der WSV am Mittwochabend bei Rot-Weiss Essen mit 1:2 – aus der Traum vom großen Pokal-Geschäft.

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Trotz Kopfverbands köpft Steve Müller aufs Essener Tor. Aus dieser Szene resultierte der 1:1-Ausgleich für den WSV. Doch Müllers großer Einsatz nutzte nichts. Der WSV erlitt am Ende einen „Totalschaden“.

Trotz Kopfverbands köpft Steve Müller aufs Essener Tor. Aus dieser Szene resultierte der 1:1-Ausgleich für den WSV. Doch Müllers großer Einsatz nutzte nichts. Der WSV erlitt am Ende einen „Totalschaden“.

Andreas Fischer

Trotz Kopfverbands köpft Steve Müller aufs Essener Tor. Aus dieser Szene resultierte der 1:1-Ausgleich für den WSV. Doch Müllers großer Einsatz nutzte nichts. Der WSV erlitt am Ende einen „Totalschaden“.

Wuppertal/Essen. Böser Dämpfer für den WSV: Nach einer enttäuschenden Leistung und einer 1:2-Niederlage beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen verpasst der WSV die Chance auf die lukrative erste DFB-Pokalhauptrunde. Neben dem finanziellen Verlust, der im sechsstelligen Bereich anzusiedeln ist, bedeutet die Pokalschlappe auch einen herben sportlichen Rückschlag im Hinblick auf den Abstiegskampf inder 3. Liga.

Pech zudem, dass Innenverteidiger Nils Fischer mit Innenbanddehnung ausgewechselt werden musste. Das sieht für einen Einsatz am Sonntag in Unterhaching nicht gut aus.

Ein Klassenunterschied war nie zu erkennen

Die erste Halbzeit verschlief der WSV komplett, von einem Klassenunterschied konnte gegen den Regionalligisten in keiner Phase der Partie die Rede sein. Im Gegenteil, Essen war schon bald die aktivere Mannschaft und schaltete bei Kontern blitzschnell um.

Dabei kamen die Gastgeber vor 6448 Zuschauern vor allem über die rechte Seite zu Chancen. Vergab Markus Kurth noch eine gute Kopfballmöglichkeit (16.), machte es RWE-Torjäger Sascha Mölders vier Minuten später besser. Nach einem Freistoß von Mike Wunderlich ging der Ball an den langen Pfosten, und Mölders staubte aus fünf Metern zur verdienten Essener Führung ab.

Der WSV spielte zu umständlich, zu langsam, zu fehlerhaft und kam gegen die geschickt verteidigenden Essener in der ersten Halbzeit zu keiner echten Torchance. Wie schon im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf setzte das Mittelfeld kaum Akzente, und den Pässen in die Spitze fehlte die Präzision.

"RWE hat verdient gewonnen, weil wir leidenschaftslos gespielt haben."

Nils Fischer, WSV-Innenverteidiger

Viel zu umständlich schaltete der WSV bei Ballbesitz um, vertändelte die Bälle durch technische Unzulänglichkeiten. Umso überraschender der glückliche Ausgleich für den WSV ausgerechnet durch den zu Beginn sehr pomadig spielenden Victor Hugo Lorenzón fast mit dem Pausenpfiff.

Nach einem Lattenkopfball von Steve Müller war der Argentinier zur Stelle und staubte ab. Essen protestierte zwar, aber der Ball war klar über der Torlinie. Optimale Ausbeute beim WSV: Eine Torchance reichte zum Ausgleich.

Himmelmann, Kotula, Czyszczon, Bührer, Lorenz, Karadag (60. Neumayr), Zinke, Wunderlich, Mainka, Kurth, Mölders

Maly - Lejan, Schäfer, Fischer (68. Rietpietsch), Neppe - Lorenzón, Hammes, Müller, Lintjens (84. Mahrt) - Damm, Reichwein (62. Heinzmann)

1:0 Mölders (22.), 1:1 Lorenzón (45.), 2:1 Mainka (61.)

Lorenz, Kurth, Wunderlich, Bührer / Reichwein, Lintjens, Lorenzón

überragend: -
gut: Fischer, Schäfer
zufriedenstellend: Maly, Neppe, Lejan, Müller
enttäuschend: Lorenzón, Hammes, Lintjens, Damm, Reichwein, Heinzmann, Rietpietsch, Mahrt

Nach dem Wechsel kam der WSV mit einer deutlich besseren Einstellung aus der Kabine und bot endlich einen Kampf auf Augenhöhe. Wie eine kalte Dusche wirkte da die erneute Essener Führung durch Robert Mainka, der Christian Maly mit einem Kopfball aus kurzer Distanz keine Abwehrchance (61.) ließ.

Der WSV kam durch Jan Hammes nur noch zu einer guten Chance, ehe Wunderlich für Essen den Sack hätte zumachen können. Doch Mainka, Mölders und er brachten den Ball nicht über die Linie. Auf eine solche Chance warteten die WSV-Fans vergebens. Der WSV brachte kein Powerplay zustande und schied sang- und klanglos aus.

Nils Fischer war enttäuscht. "Eine DFB-Pokalteilnahme wäre eine Riesensache für den Verein. Doch RWE hat verdient gewonnen, weil wir leidenschaftslos gespielt haben." Sven Lintjens war sauer. "Es dürfte uns keine Schwierigkeiten machen, das Spiel gegen einen Viertligisten zu machen. Das nervt mich gewaltig. Ich wollte unbedingt ins Finale."

Der eingewechselte Mike Rietpietsch beschrieb die Situation vor dem Spiel. "Der Trainer hat die Mannschaft gewarnt, er hatte wohl schon so ein Gefühl. Doch wir haben offensichtlich nicht gut genug zugehört. Bei unseren Fans haben wir viele Pluspunkte liegengelassen."

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