Ex-WSV-Manager und -Torhüter Thomas Richter über Robert Enke, Kickers Emden und seine berufliche Zukunft.

Thomas Richter nutzt die vereinslose Zeit, um sich weiterzubilden. Der Ex-WSV-Manager sieht sich weiter eher hinter dem Schreibtisch als auf dem Trainingsplatz.
Thomas Richter nutzt die vereinslose Zeit, um sich weiterzubilden. Der Ex-WSV-Manager sieht sich weiter eher hinter dem Schreibtisch als auf dem Trainingsplatz.

Thomas Richter nutzt die vereinslose Zeit, um sich weiterzubilden. Der Ex-WSV-Manager sieht sich weiter eher hinter dem Schreibtisch als auf dem Trainingsplatz.

Andreas Fischer

Thomas Richter nutzt die vereinslose Zeit, um sich weiterzubilden. Der Ex-WSV-Manager sieht sich weiter eher hinter dem Schreibtisch als auf dem Trainingsplatz.

Herr Richter, Sie waren in Ihrer aktiven Spielerkarriere selber Torwart. Wurden Sie auch von Versagensängsten geplagt?

Thomas Richter (47): Natürlich gibt es immer mal Phasen, in denen es mal nicht so gut läuft und man sich Gedanken macht. Von Depressionen oder ähnlichem kann aber bei mir keine Rede sein. Aber ich stand ja auch nicht so im Fokus wie ein Erstligaspieler, der von allen Seiten nach einem Fehler beleuchtet wird. Die Jungs, die lange in der ersten Liga spielen, müssen schon mit dem Druck umgehen können und ein dickes Fell haben. Robert Enke ist aber ein sehr spezieller Fall, bei ihm hat sich ja nicht erst im Alter von 32 gezeigt, dass er Probleme hat. Hinzu kamen die privaten Dinge.

Kannten Sie Robert Enke?

Richter: Nicht direkt. Es ist ein bisschen kurios. Wir haben uns bei der Sportlerehrung vom Magazin 11Freunde und VDV im September in Köln getroffen. Er wurde dort ja als bester Bundesliga-Torwart geehrt und hat eine Rede gehalten. Von Depressionen war da nichts erkennbar. Sein Tod hat mich sehr erschüttert.

Zu Ihrer Person: Nachdem sich Kickers Emden vor dieser Saison aus der 3. Liga zurückzog, sind Sie ohne Job und wohnen wieder ganz in Wuppertal. Gibt es ein neues Angebot?

Richter: Nichts konkretes, nur lose Kontakte. Ich nutze die Zeit sinnvoll, um mich weiterzubilden. Ich mache ein Fernstudium zum Diplom-Sportfachwirt, habe die Trainer-B-Lizenz gemacht und mich für A-Lizenz angemeldet.

Wo sehen Sie sich zukünftig? Hinter dem Schreibtisch oder auf dem Trainingsplatz?

Richter: Ich sehe mich weiterhin mehr im Managementbereich, bin dort vielseitig einsetzbar. Ambitionen auf einen Trainerjob habe ich nicht.

VfB Lübeck, WSV (1992 bis 1994), Viktoria Aschaffenburg, SSV Ulm 1846, Holstein Kiel (108 Zweitligaspiele)

WSV (2003 bis 2007) und Kickers Emden (2007 bis 2009)

Kickers Emden droht selbst als Fünftligist die Insolvenz. Geht Ihnen das noch nahe?

Richter: Ich verfolge die Entwicklung, bin aber nicht mehr so nahe dran. Noch im Juni habe ich voll in den Planungen für die neue Saison gesteckt. Die wirtschaftlichen Probleme waren ja nicht neu, der Etat bescheiden. Es hieß immer: ’Wir kriegen das hin’. Letztlich ist der Verein daran gescheitert, das er den Eigenanteil von 1,5 Millionen Euro für den Stadionneubau nicht aufbringen konnte.

Schauen Sie sich am Samstag das Heimspiel des WSV gegen Unterhaching an?

Richter: Ja, das habe ich vor. Ich habe schon einige Heimspiele gesehen, die streckenweise richtig gut waren. Ich denke, dass der WSV nicht absteigt. Die letzten Ergebnisse waren ja ganz gut. Uwe Fuchs und Thomas Stickroth kriegen das hin. Das Potenzial ist da. Jetzt geht es darum, weiter konzentriert zu arbeiten und konstant zu punkten.

Gibt es die Möglichkeit zur Rückkehr zum WSV?

Richter: Eine Rückkehr ist kein Thema. Zumal ja auch alle Stellen besetzt sind. 

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