Der WSV überzeugte beim Pokalerfolg gegen Oberhausen mit Moral und Geschlossenheit.

Der WSV überzeugte beim Pokalerfolg gegen Oberhausen mit Moral und Geschlossenheit.
Torwart Sebastian Wickl und Emre Bayrak, der sein erstes Pflichtspiel für den WSV über die volle Distanz bestritt, in Siegerpose.

Torwart Sebastian Wickl und Emre Bayrak, der sein erstes Pflichtspiel für den WSV über die volle Distanz bestritt, in Siegerpose.

Otto Krschak

Torwart Sebastian Wickl und Emre Bayrak, der sein erstes Pflichtspiel für den WSV über die volle Distanz bestritt, in Siegerpose.

Wuppertal. Sie waren gerannt, hatten um jeden Ball gekämpft und im Elfmeterschießen die Nerven bewahrt. Angesichts der zuletzt anstrengenden englischen Wochen war die Energieleistung der WSV-Spieler beim Pokalerfolg über Oberhausen am Mittwochabend nicht hoch genug einzuschätzen. Anschließend gab es drei Tage frei, denn in der Liga muss der WSV am Wochenende nicht aktiv sein: Das Spiel gegen Kalkum- Wittlaer wurde auf Donnerstag, 12. Mai, verlegt. So dauert es neun Tage bis zur nächsten Partie, die am 29. April als Freitagabend-Flutlichtspiel gegen Bocholt wieder im Stadion am Zoo stattfindet.

„Toll, dass die Jungs jetzt durchschnaufen können, das haben sie sich verdient“, sagte Torwart Sebastian Wickl, der zu den besonderen Helden des Abends gehörte. Nicht nur, dass er den entscheidenden Elfmeter gehalten hatte. Hätte er nicht beim Stand von 0:1 zweimal glänzend gegen die frei auf ihn zustürmenden Patrick Bauder und Arnold Budimbu pariert, hätte der WSV Verlängerung und Elfmeterschießen erst gar nicht erreicht. Umgekehrt gab jede Parade dem Publikum und den Mitspielern mehr Schub.

„Natürlich denkt man im Vorfeld über so ein Spiel nach, so etwa habe ich mir das ausgemalt“, strahlte der im Winter ausgerechnet aus Oberhausen, gekommene Torwart, der in Wuppertal seitdem Top-Leistungen zeigt. Dass er die meisten Oberhausener Spieler gut kannte, war sicher kein Nachteil. „Ich wusste, dass Christoph Caspari keiner ist, der den Ball noch ’rumzieht“, sagte Wickl zum gehaltenen Elfmeter, bei dem er sich für die richtige Ecke entschieden hatte. Caspari hatte auch im vergangenen Jahr im Pokal-Endspiel gegen Rot-Weiss Essen den entscheidenden Elfmeter beim 5:6 verschossen.

Nicht nur deshalb musste sich RWO-Trainer Andreas Zimmermann nachher kritische Fragen anhören, sondern auch, weil er nach 1:0-Führung nach und nach alle Stürmer herausgenommen hatte. „Wir hatten ja trotzdem die Chancen, die müssen wir machen“, lautet seine Antwort. Dass der WSV bei Standards gefährlich sei, habe man auch gewusst, meinte er zum Last-Minute- Ausgleichstor per Kopf nach Freistoßhereingabe. Ercan Aydogmus, der am schnellsten jubelte, wurde zwar als Torschütze genannt, doch es war ein Eigentor durch Benjamin Weigelt, nachdem erst Danijel Gataric der Ball über den Scheitel gerutscht war.

Dass Gataric nach zweimonatiger Verletzungspause gleich über 120 Minuten gehen konnte, trug zum Erfolg ebenso bei wie Emre Bayrak, der im gegen RWO geänderten System rechts in der Dreier-Abwehrkette spielte. Bei seinem ersten Pflichtspiel über volle Distanz machte der Winterneuzugang seine Sache sehr gut. Tim Manstein, der seinen Wechsel nach Ratingen nach der Saison bestätigte, war dagegen überraschend gar nicht im Kader gewesen.

Ein dickes Kompliment für die gesamte Mannschaft gab es nachher auch vom verletzten Kapitän Gaetano Manno, der nach seinem Wadenbeinbruch am Mittwoch erstmals wieder ohne Spezialschuh im Stadion war: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, man hat keinen Klassenunterschied gesehen.“

Nun will Manno alles versuchen, um bis zum Finale am 28. Mai vielleicht doch noch fit zu werden. „Ich habe ein neues Ziel.“ Für die Mannschaft nannte Wickl ein anderes Ziel: „Ein bisschen feiern, durchatmen und dann wieder auf die Meisterschaft konzentrieren.“ Da sei noch Arbeit zu tun, um die Meisterschaft schnellstmöglich klarzumachen.

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