In Bitburg erleidet der Mittelfeldspieler einen Kreuzbandriss und fällt mindestens ein halbes Jahr aus.

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Ohne Sven Lintjens (re.) wird der WSV die Vorrunde der kommenden Saison bestreiten müssen.

Ohne Sven Lintjens (re.) wird der WSV die Vorrunde der kommenden Saison bestreiten müssen.

Kurt Keil

Ohne Sven Lintjens (re.) wird der WSV die Vorrunde der kommenden Saison bestreiten müssen.

Wuppertal. Bis Donnerstag Morgen war die Zuversicht im Kader des Wuppertaler SV ungetrübt. Doch dann passierte ein Trainingsunfall, der gravierende Folgen hat. Sven Lintjens wurde bei einem Zweikampf im Trainingslager in der Sportschule Bitburg an der Außenlinie am Knie getroffen und blieb verletzt liegen. Bei einer Untersuchung in Wuppertal wurden ein Kreuzbandriss und eine Innenbandverletzung festgestellt. "In der vergangenen Saison bin ich ja auch erst im Januar zum WSV gekommen, dann steige ich jetzt wieder erst im Januar in die Saison ein", sagt Lintjens, der die schwere Verletzung äußerlich gefasst hinnahm.

Doch für ihn und den WSV ist es ein ganz, ganz empfindlicher Rückschlag. Der Mittelfeldakteur ist wegen seiner exzellenten Ballbehandlung, seiner Spielübersicht und seiner guten Schusstechnik durch keinen Spieler aus dem aktuellen Kader gleichwertig zu ersetzen. Ob sich der WSV nun noch einmal gezielt auf dem Transfermarkt nach einem weiteren Kreativspieler umsehen wird, bleibt abzuwarten, denn die finanziellen Mittel sind begrenzt.

"Im Vergleich zu meinem Amtsantritt im Winter befinden sich die Spieler in einem deutlich besseren körperlichen Zustand. So konnten wir hier im Trainingslager auf einem ganz anderen Niveau einsteigen", hatte Uwe Fuchs noch Mitte der Woche den Leistungsstand im Team sehr positiv beschrieben. Dass in der Eifel in den vergangenen Tagen heftige Platzregen niedergingen, beunruhigte den WSV-Trainer nicht.

Schließlich sind die sieben Rasenplätze auf dem weitläufigen Gelände der Sportschule Bitburg in einem hervorragenden Zustand, wovon sich zuvor schon die Nationalspielerinnen des DFB und die Stars des 1. FC Köln überzeugen konnten. Glanz und Glamour wie bei der Stippvisite von Lukas Podolski und Co. strahlt die Sportschule normalerweise nicht aus. Dort gibt es nichts, was einen Fußballer von seinem Job ablenken könnte. Und das, obwohl die Sportschule vor den Toren einer Stadt liegt, der eine große Biermarke den Stempel aufgedrückt hat.

Nüchtern - aber nicht bierernst. So lässt sich die Stimmung im Kader beschreiben. Im neuen Team des WSV scheinen die Lautsprecher, geborenen Spaßvögel und Temperamentsbolzen deutlich in der Minderheit zu sein. Zudem hält das Wissen um die schweren Aufgaben in der kommenden Spielzeit die Konzentration hoch. Und das könnte am Ende das Plus dieser Mannschaft sein.

"Wenn Mitja spricht, dann hat er auch was zu sagen"

WSV-Trainer UweFuchs über seinen schweigsamen Abwehrchef.

Mit zwei Tests schließt der WSV eine harte Trainingswoche ab. Am Freitag (Anstoß 18.30 Uhr) trifft der Drittligist in Idar-Oberstein auf den Oberligisten SCIdar-Oberstein. Gespielt wird im Stadion "Im Haag", das 6000 Plätze aufweist.

Am Samstag (Anstoß 16 Uhr) kommt es in Bad Ems zum Aufeinandertreffen mit dem Zweitligisten TuS Koblenz. Diese Partie findet im Stadion Silberau statt.

Die Spieler des Niederrheinligisten Wuppertaler SV II haben mit der Vorbereitung auf die Saison begonnen. Die erste Trainingseinheit leitete Konditionstrainer Thomas Ediger. Die Saison beginnt für den WSV II mit einem echten Knaller. Am Sonntag, 9. August, erwartet das Team von Trainer Peter Radojewski den KFC Uerdingen.

Bezeichnend, dass Innenverteidiger Mitja Schäfer zu einem aussichtsreichen Kandidaten für das Amt des Mannschaftskapitäns geworden ist. Uwe Fuchs will den neuen Kapitän selbst bestimmen, während die Spieler den Mannschaftsrat wählen sollen. Obwohl Mitja Schäfer bisher als der große Schweiger im Team gilt, hat ihn Fuchs als Nachfolger von Tim Jerat in die engere Wahl genommen. "Wenn Mitja spricht, dann hat er auch etwas zu sagen", erklärt Uwe Fuchs.

Ein kühler Kopf, Ruhe am Ball, Erfahrung, Laufbereitschaft, Kondition und taktische Disziplin - das dürften die Stärken des neuformierten WSV-Teams sein. Nicht alle Schwächen werden sich - trotz des großen personellen Umbruchs - auf Anhieb abstellen lassen. Als am Mittwoch das schnelle Kombinationsspiel in die Spitze geübt wurde, klappte dies bei fast allen Spielern schon ganz gut.

Doch so mancher missglückte Torschuss ließ Erinnerungen an die zurückliegende Spielzeit aufkommen. Dass mit Sven Lintjens nun der Spieler ausfällt, der über die beste Schusstechnik im Kader verfügt, tut deshalb besonders weh. Beim Schusstraining hatte Victor Hugo Lorenzón passen müssen, der zurzeit nur mit reduziertem Programm trainieren kann.

Am Donnerstag fiel Marco Neppe zudem wegen Adduktorenproblemen aus. Für Testspieler Nassim Banouas war das Trainingslager aus Verletzungsgründen schon am Dienstag gelaufen. Edgar Bernhardt, der sich mit einer Viruserkrankung herumplagt, erlitt einen Rückfall. Dafür trainierten Jakob Dallevedove (FCIngolstadt) und der Luxemburger Massimo Martins (18) mit. Der 21-jährige Mittelfeldspieler Dallevedove, der im benachbarten Trier wohnt, soll am Freitag beim Test des WSV in Idar-Oberstein zum Einsatz kommen.

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