Der geordnete Rückzug von Friedhelm Runge bietet für den Traditionsverein Wuppertaler SV endlich die große Chance, sich neu zu formieren.

Auch in den verbleibenden Monaten seiner Amtszeit wird Friedhelm Runge im Zentrum der Kritik stehen. Es gibt nun einmal keinen richtigen Zeitpunkt, um als Mäzen einem Fußballverein den Geldhahn zuzudrehen. Damit schafft man sich keine Freunde. Und doch gibt es zu dieser Entscheidung keine Alternative. Die Zeit des Mäzenatentums im Profifußball ist vorbei - und damit auch die des allgewaltigen Vereinspräsidenten.

Runges Entscheidung eröffnet dem Wuppertaler SV die letzte realistische Chance, sich den veränderten Bedingungen im Profifußball anzupassen. Endlich kann nun die Frage beantwortet werden, ob potenzielle Sponsoren tatsächlich nur darauf gewartet haben, dass sich der Alleinherrscher vom Präsidentenstuhl des WSV zurückzieht. Neue Sponsoren zu finden, die in den WSV in der Ära nach Runge investieren, ist die größte Herausforderung für den Verein in den kommenden Monaten.

Eine Alternative dazu gibt es aber nicht. Der Geschäftsmann Runge hat zuletzt immer häufiger den Kopf über den WSV-Fan Runge geschüttelt, der Jahr für Jahr sechsstellige Summen in den Verein pumpte. Die Abhängigkeit des WSV von einem Mann hat gleichzeitig die Entwicklung des Vereins gehemmt, weil sie eine künstliche Komfortzone im Haifischbecken Profifußball schuf. Erst jetzt steht alles auf dem Spiel. Erst jetzt wird sich zeigen, was der WSV tatsächlich wert ist.

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