"Stunde Null": Die Gruppe will den Verein über eine Insolvenz sanieren und bietet finanzielle und personelle Alternativen.

Initiative WSV 2.0
Die Mannschaft, die den WSV wieder auf sichere Beine stellen möchte.

Die Mannschaft, die den WSV wieder auf sichere Beine stellen möchte.

Fischer, A. (f22)

Die Mannschaft, die den WSV wieder auf sichere Beine stellen möchte.

Wuppertal. Seit Freitag 11 Uhr ist sie öffentlich, die viel zitierte Idee für einen Neuanfang des Wuppertaler SV. Initiative WSV 2.0 nennt sich das federführend von Sparkassensprecher Jürgen Harmke (als Privatmann) und Unternehmer Jörg Wolff mit großer Mannschaft ausgearbeitete Konzept, das den WSV von den Verbindlichkeiten bei Ex-Präsident Friedhelm Runge befreien und auf neue Füße stellen soll, finanziell wie emotional.

„Es kann nur darum gehen, die Stunde Null sehr schnell herbeizuführen.“

Jürgen Harmke

„Zunächst eine Klasse tiefer in der Oberliga“, wie Harmke und Wolff bei der bestens inszenierten „Stunde Null“ in der alten Turnhalle des Stadionnebenplatzes“, wo 1954 auch die Gründungsversammlung des WSV stattfand, sagten. „Unser Ziel ist es aber, den WSV irgendwann mal wieder in der Sportschau (dort gibt es Spiele ab 3. Liga, d. Red.) zu sehen, ob in drei, vier oder sieben Jahren, das können wir nicht seriös sagen“, so Harmke. Der Weg der Entschuldung gehe seiner Meinung nach nur über eine Insolvenz. Darüber sei man sich in vielen Gesprächen mit Fachleuten klargeworden. Und in diesem Fall ließe sich auch ein Abstieg nicht vermeiden, wie der Verband klargemacht habe.
Zunächst müsse ohnehin eine Mitgliederversammlung, von der man hofft, dass sie nach dem Antrag von 105 Mitgliedern noch Mitte Mai stattfindet, die personelle und finanzielle Konzept der Inititive absichern. Einer nach dem anderen, wie in einer Überraschungsshow traten die Kandidaten am Freitag aus der Turnhallentür. Als Verwaltungsräte würden neben Harmke und Wolff unter anderem die Unternehmerinnen Verena Imhof (DEKRA), Barbara Neusel-Munkenbeck, die Unternehmer Stefan Kirschsieper (Kottmann), Jens Thelen, Dirk Sachsenröder, Detlef Lindhorst vom WSV-Freundeskreis, Bernd Gläßel vom Fanprojekt oder Fanvertreter Torsten Dohrs, dessen Rücktrittsforderung an Ex-Präsident Runge sich Ende vergangenen Jahres mehr als 300 Unterzeichner angeschlossen hatten, antreten. 13 Personen umfasst das „Komplettpaket“. Hinzu kommen mit dem Restrukturierungsspezialisten Alexander Eichner, der nach eigenem Bekunden Traditionsvereine liebt, Ex-WSV-Vorstand Lothar Stücker und Ex-Manager Achim Weber drei Vorstandskandidaten. „Wir sind sicher, jeden Bereich kompetent besetzt zu haben, wir haben gewartet, bis alles wasserdicht ist und sind stolz, dass vorher nichts nach außen gedrungen ist“, so Harmke. Der Weg für eine Insolvenz müsste aber bis 30. Juni eingeleitet sein, sonst sei eine weitere Saison verloren. Den Etat für die neue Saison sieht die Initiative bei 815.000 Euro, wovon 280.000 noch nicht gedeckt seien. Zusagen für Sponsoreneinnahmen in etwa gleicher Höhe gebe aber es bereits. Um offensiv weiter werben zu können, sei aber nun das Mandat nötig. Aktualisiert um 22.16 Uhr

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