Nicht nur die Spielausfälle machen den Kickern derzeit zu schaffen, beim Training ist Improvisation gefragt.

Schnee wie hier im Uellendahl liegt momentan auf allen Fußballplätzen: Training unmöglich.
Schnee wie hier im Uellendahl liegt momentan auf allen Fußballplätzen: Training unmöglich.

Schnee wie hier im Uellendahl liegt momentan auf allen Fußballplätzen: Training unmöglich.

Andreas Fischer

Schnee wie hier im Uellendahl liegt momentan auf allen Fußballplätzen: Training unmöglich.

Wupeertal/Solingen. Dienstagabend ein Testspiel in Lotte, am Mittwoch eine Einheit in einer Solinger Soccerhalle, weil der für das Training vorgesehene Kunstrasen in Erkrath über Nacht vereist war - Drittligist Wuppertaler SV versucht derzeit das Beste aus dem Winterdilemma zu machen, um Praxis zu haben, wenn demnächst in vielen englischen Wochen die Spielausfälle nachgeholt werden müssen.

Sprinten in geheizter Lagerhalle, spielen in den Soccer-Parks

Improvisationstalent ist derzeit auch bei allen Wuppertaler Amateurmannschaften gefragt, zumal die Möglichkeiten begrenzter sind als beim WSV. Besonders auf den Höhen liegt noch bis zu 20 Zentimeter Schnee auf den Plätzen. "Ich denke, vor März werden wir in Cronenberg nicht auf den Rasen kommen", schätzt CSC-Trainer Bert Holthausen.

Er lässt seine Spieler durch eine geheizte Lagerhalle spurten, streut Ausdauereinheiten auf einem geräumten Fabrikgelände ein oder bittet in eine der Soccerhallen. Die sind in diesen Tagen Treffpunkt vieler vom Winter ausgebremster Mannschaften von der Kreis- bis zur Dritten Liga. "Ob Milano oder Sonnborn, viele haben wir da schon getroffen", sagt Alfonso del Cueto, Trainer des Landesligisten SSV Sudberg.

Auf dem eigenen Kunstrasen sei man seit Anfang Januar nicht mehr gewesen, habe seitdem gerade drei der geplanten zwölf Testspiele absolvieren können. Gefragt sind Gegner vom Niederrhein, wo der Schnee teilweise fast verschwunden ist.

"Laufen, Laufen, Laufen", nennt del Cueto das Notprogramm, donnerstags unterbrochen von Stabilisations- und Sprintübungen in einer winzigen Turnhalle. Auf Turnhallen weichen auch viele Kreisligisten aus, zumal regelmäßiges Anmieten von Soccerhallen ins Geld geht. "Ich kann nicht jedes Mal vier Euro von den Spielern verlangen", sagt etwa del Cueto.

Auch am Mittwoch waren Stadtangestellte und Fans im Stadion am Zoo kräftig mit dem Schneeräumen beschäftigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Samstag die Partie gegen Bayer München II stattfinden kann, wird aber eher als gering eingeschätzt. Voraussichtlich am Donnerstag soll eine Platzkommission entscheiden.

Alternativ bemüht man sich beim WSV schon um mögliche Testspielgegner, um im Rhythmus zu bleiben. Aus Sandhausen wurde dem WSV mitgeteilt, dass das für Dienstag angesetzte Nachholspiel mit Sicherheit stattfinden könne.

Michael Stickel (29), derzeit vereinslos und davor sieben Jahre in Diensten des Regionalligisten VfRAalen, hat Trainer Uwe Fuchs beim Testspiel am Dienstag in Lotte überzeugt. "Er hat uns vor der Pause mit seiner körperlichen Stärke vor der Abwehr viel Sicherheit gegeben". Nun werde geklärt, ob eventuell noch eine Verpflichtung machbar ist. Bis Freitag soll eine Entscheidung fallen. Vorläufig trainiert auch der 19-jährige Adem Cabuk (ehemals U19 von RWAhlen) beim WSV mit.

Versuche den eigenen Platz zu räumen, wie vom TuS Grün Weiß, wurden schnell wieder eingestellt, weil darunter nur vereiste Spuren zu Tage kamen. So bleibt nur das Hoffen auf Tauwetter und die tägliche Improvisation.

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