Die aus der A-Jugend des Wuppertaler SV hochgezogenen Yusa Alabas und Tom Meuer wollen vor allem lernen.

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Andreas Fischer

Sie sind die Abteilung „Jugend forscht“ beim WSV, und es könnte nach den ersten Trainings- und Testspieleindrücken ruhig auch „Jugend forsch“ heißen: Mit Yusa-Semih Alabas und Tom Meurer hat der Regionalligist auch in dieser Saison zwei Spieler aus der eigenen A-Jugend hochgezogen, sozusagen als Zugänge Nummer neun und zehn. Auch wenn der Verein im Hinblick auf das Konzept 2020 und den bis dahin angepeilten Drittliga-Aufstieg bemüht ist, immer wieder Qualität von außen zu ergänzen, soll damit gleichzeitig dokumentiert werden, dass man weiter auch von der eigenen Jugendarbeit profitieren will. Bei Marco Cirillo hatte das in der vergangenen Saison hervorragend geklappt, und mit Torwart Joshua Mroß und Rückkehrer Len Heinson spielten noch zwei weitere Akteure im Kader einst schon in der WSV-Jugend.

WSV Saisonauftakt Training 2018 / 2019

Tom Meurer (obere Reihe, dritter von links) und Yusa Alabas (untere Reihe, zweiter von links) sind von der U19 ins Regionalligateam des WSV aufgerückt.

„Man fühlt sich schon dazugehörig“, sagt Yusa Alabas, der in der vergangenen Saison als A-Jugendlicher bereits zwei Regionalliga-Einsätze hatte und sich jetzt im Regionalliga-Kader von den Kollegen toll aufgenommen sieht. Der Sprung in den Seniorenfußball, bei dem es viel schneller und robuster zugehe, wird für ihn und Meurer dadurch abgemildert, dass sie ihre Trainer Christian Britscho und Pascal Bieler schon aus der A-Jugend kennen – und umgekehrt. „Es ist sicher ein Vorteil, dass wir auch das System, das sie spielen, schon kennen“, findet Meurer, der anders als der Wuppertaler Junge Alabas (kam über Sonnborn und Bayer 2014 zum WSV) erst seit Winter das WSV-Trikot trägt.

Da war er aus Gladbach gekommen, wo der Korschenbroicher die gesamte Jugend über gespielt hat. „Im ersten A-Jugend-Jahr hatte ich aber eine längere Verletzungspause und kam auch im zweiten Jahr nicht so richtig ans Spielen. Deshalb habe ich mich mit meinem Berater zusammengesetzt und für einen Wechsel zum WSV entschieden“, so Meurer, der es insgesamt auf acht Einsätze in der A-Jugend-Bundesliga brachte, aber nach neun Jahren Borussia mal einen neuen Impuls gesucht habe. „Dass ich hier jetzt auch gleich einen Seniorenvertrag bekommen habe, ist das i-Tüpfelchen und zeigt mir, wie richtig die Entscheidung war“, ergänzt der 1,88 Meter große Innenverteidiger.

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Darüber, dass auf seiner Position beim WSV nach dem Ausfall von Peter Schmetz gerade Ebbe herrscht, und das es die nächste Chance für ihn sein könnte, will er nicht groß nachdenken. „In erster Linie geht es für uns darum, von den erfahrenen Spielern zu lernen. Wenn ich Spielzeiten bekommen sollte, ist das toll, ansonsten muss ich mich eben weiter verbessern“, sagt er erstaunlich abgeklärt. Noch zweikampfhärter gegen jetzt robustere Gegner und cooler am Ball zu werden, nennt er als Ziele, die genauso für Alabas gelten.

 

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Mitte Mai verkündete der WSV, dass er die beiden A-Jugendlichen Yusa Alabas (l.) und Tom Meurer (r.) für das Regionalligateam berücksichtigt.

Mit dem Einsatz beider ist Christian Britscho bisher vollauf zufrieden, sagt: „Sie werden ihre Chance erhalten.“ Dabei ist gerade für Alabas, der die offensive aber auch die defensive Außenbahn spielen kann, die Konkurrenz sehr groß. Hagemann, Hägler, Erwig-Drüppel und Topal sind dort schon etabliert. „Ich habe keinen Druck, auch für mich gilt es, in diesem Jahr vor allem zu lernen“, sagt der 19-Jährige, sprüht in den Testspielen gleichzeitig vor Ehrgeiz.

Apropos Lernen: Alabas hat gerade die Fachoberschulreife erlangt, macht aktuell ein Praktikum im kaufmännischen Bereich, Meurer hat im vergangenen Jahr Abitur gemacht, will sich aber jetzt erst einmal voll auf den WSV konzentrieren, ehe er an ein Studium denkt. Nächster Einsatz für beide: Am Samstag um 14 Uhr am Uellendahl gegen Oberligist Hilden. Dann soll möglichst aus Jugend forscht wieder Jugend forsch werden.

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