Das 1:1 am elften Spieltag der Regionalliga West zwischen Wuppertal und Oberhausen ist hochverdient.

WSV - Oberhausen
André Mandt (r.) geht wie immer engagiert in den Zweikampf.

André Mandt (r.) geht wie immer engagiert in den Zweikampf.

Fries, Stefan (fri)

André Mandt (r.) geht wie immer engagiert in den Zweikampf.

Wuppertal. Nach dem 1:4 in Aachen konnte der Wuppertaler SV wieder Werbung für sich betreiben. Nach einem guten Spiel trennte sich der Fußball-Regionalligist am Samstag vom bisherigen Tabellenzweiten Rot-Weiß Oberhausen mit 1:1 (0:0) und war dabei vor 2330 Zuschauern im Stadion am Zoo über weite Strecken die bessere Mannschaft.

Ein Übergewicht hatten sich die Wuppertaler schon in der ersten Hälfte erarbeitet, drückten nach der Pause vehement auf die Führung und steckten es auch gut weg, dass Maik Odenthal nach 54. Minuten wie aus heiterem Himmel per Foulelfmeter die Führung erzielte. Nur neun Minuten später gelang Christopher Kramer der hochverdiente Ausgleich. Es war bereits das fünfte Saisontor des Mittelstürmers. Anschließend versuchte Oberhausen, das mit einem Sieg hätte Tabellenführer werden können, offensiver zu werden und erarbeitete sich auch einige Chancen. Doch der WSV brachte das hochverdiente Unentschieden mit Glück und Geschick über die Zeit. Hätte Christopher Kramer kurz vor dem Ende per Kopf das 2:1 erzielt, hätten sich die Gäste sicher nicht beschweren können. Der WSV ist nun vorerst Neunter.

Für die verletzten Kevin Hagemann und Silvio Pagano ließ Trainer Stefan Vollmerhausen zunächst Enzo Wirtz und Davide Leikauf spielen. Dennis Dowidat saß weiterhin auf der Bank, Raphael Steinmetz war erst gar nicht im Kader. Der aus Oberhausen gekommene Stürmer hatte unter der Woche dem Fußballmagazin Reviersport in einem Interview über seinen alten Verein geschwärmt. Das war bei den Verantwortlichen des WSV gar nicht gut angekommen. Um auch die Bank komplett besetzen zu können, wurde erstmals Noah Gulden aus der A-Jugend aufgeboten.

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Foto: Daniela Ullrich

Der WSV begann gut, schaffte es, aus Ballgewinnen immer wieder in den Gegenangriff zu kommen hatte bereits nach zehn Minuten drei Ecken auf seinem Konto, die auch alle gefährlich waren. Auf dem nassen Rasen spielten beide Teams sehr aggressiv, Tacklings kurz oberhalb der Grasnarbe waren an der Tagesordnung, wobei sich Davide Leikauf sehr schnell eine Gelbe Karte einhandelte.

Nach dem guten Beginn verflachte die Partie etwas, wobei es dem WSV gut gelang, die Gäste nicht gefährlich werden zu lassen. Die Wuppertaler agierten bei gegnerischem Ballbesitz dabei wieder mit einer Mittelfeld-Viererkette vor der in den vergangenen beiden Partien bewährten Fünfer-Abwehrkette. Wenn es dann einmal schnell ging, hatte der WSV seine besten Szenen. So als Gaetano Manno Christopher Kramer in der Spitze bediente, der im Flugkopfballduell mit Ex-WSVer Felix Haas zumindest die nächste Ecke herausholte. Echte Chancen gab es allerdings bis zur Halbzeit auf beiden Seiten nicht, wobei der WSV den gefährlicheren Eindruck machte.

Wickl - Wirtz, Pytlik (62. Khadraoui), Duschke, Schmetz, Heidemann - Manno, Windmüller, Mandt (62. Dowidat), Leikauf (67. Grebe)  - Kramer.

Udegbe – Heber, Haas (50. Stojan), Nakowitsch, Hermes – Reinert (67. Ihenacho), Scheelen, Fleßers, Garcia - Odenthal, Schikowski.

Leikauf, Pytlik/Garcia, Fleßers

0:1 Odenthahl (54./Foulelfmeter), 1:1 Kramer (65.)

Das setzte sich nach der Pause zunächst nahtlos fort. Bei einer Balleroberung von Christopher Kramer gegen Felix Haas im Strafraum, einem Freistoß von André Mandt, der durch den Fünfmeterraum segelte und einem Seitfallzieher von Christopher Kramer standen die Gatgeber jeweils ganz knapp vor der Führung. Die erzielten aber dann wie aus heiterem Himmel die Gäste. Kevin Pytlik foulte den entwischenden Maik Odendahl im Strafraum, und Odendahl verwandelte den fälligen Elfmeter höchstpersönlich (54.).

Der WSV schüttelte sich kurz und griff weiter wütend an. Kramer hatte frei im Strafraum leider eine etwas zu lange Reaktionszeit. Trainer Vollmerhausen stellte offensiv um, brachte Dennis Dowidat und Yassine Khadraoui. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Am Ausgleich nach 65 Minuten war Dennis Dowidat maßgeblich beteiligt. Von Niklas Heidemann steil in den Strafraum geschickt, spielte er von der Grundlinie klasse zurück auf Christopher Kramer, der den Ball diesmal aus fünf Metern volley über die Linie brachte. Jetzt war Stimmung unter den 2300 im Stadion (darunter 200 aus Oberhausen) auf dem Höhepunkt.

Die Gastgeber mussten nach dem kraftraubenden Anrennen etwas Luft schöpfen und Oberhausens Trainer Mike Terrananova wechselte mit Aloy Ihenacho einen Stürmer ein. So entwickelte sich jetzt ein ausgeglicheneres Spiel, in dem auch Oberhausen seine Chancen hatte. Zum Glück für den WSV schoss Robert Fleßers in Bedrängnis aus fünf Metern über das Tor (82).

„Ich denke, das Remis geht in Ordnung. Wir haben eine super Reaktion auf das 0:1 gezeigt“, sagte Dennis Dowidat und ergänzte: „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft endlich einmal helfen konnte. Es gab bislang keinen großen Grund für den Trainer zu wechseln. Dafür habe ich auch Verständnis. Ich versuche einfach, weiter Gas zu geben und mich anzubieten.“

Der WSV wird in den nächsten Wochen aufgrund des kleinen Kaders sicher jede Hilfe gebrauchen können, zeigte aber gegen Oberhausen, dass er damit umgehen kann. Auch wenn er am Ende gegen die stärker werdenden Gäste noch leicht in Bedrängnis geriet.

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