Auch beim 4:0 gegen Erndtebrück agiert der Regionalligist mit der Fünferkette und setzt auf Konter.

Auch beim 4:0 gegen Erndtebrück agiert der Regionalligist mit der Fünferkette und setzt auf Konter.
Jubel um den doppelten Torschützen Christopher Kramer (r.), der als Arbeiter und Verwerter im WSV-System eine wichtige Rolle einnimmt.

Jubel um den doppelten Torschützen Christopher Kramer (r.), der als Arbeiter und Verwerter im WSV-System eine wichtige Rolle einnimmt.

Kurt Keil

Jubel um den doppelten Torschützen Christopher Kramer (r.), der als Arbeiter und Verwerter im WSV-System eine wichtige Rolle einnimmt.

Wuppertal. Wenn das kein guter Einstieg in die englische Woche war: Sicher mit 4:0 hielt der Wuppertaler SV am Samstag in Siegen Aufsteiger TuS Erndtebrück in Schach und musste vor dem Niederrheinpokalspiel gegen Hilden am Mittwoch sowohl kräftemäßig als auch nervlich nicht an seine Grenzen gehen. Zusätzlicher Lohn: In der Tabelle ist der WSV nun wieder Vierter – nur Tabellenführer Uerdingen hat sich nach dem 1:0-Erfolg im Topspiel gegen RWO mit vier Punkten etwas abgesetzt.

Rund 200 Zuschauer begleiteten den WSV nach Siegen, und damit weniger als die Polizei erwartet hatte, auf deren Geheiß die Partie vom kleinen Erndtebrücker Pulverwald- ins Leimbachstadion verlegt worden war. Bei nasskaltem Wetter feierten die Fans ohnehin 90 Minuten durch, bekamen aber nach einer halben Stunde zusätzliche „Hitze“ vom Rasen. Da zahlte sich die Kontertaktik aus dem etwas defensiveren 5-4-1-System, das Trainer Stefan Vollmerhausen zur Überraschung seines Kollegen Florian Schnorrenberg auch gegen den Underdog gewählt hatte, erstmals aus.

Der an diesem Tag mit zahlreichen Linienläufen beeindruckende Niklas Heidemann kam bis zur Grundlinie durch und legte auf Mittelstürmer Christopher Kramer quer, der dynamisch in den Ball rutsche. Als Kramer kurz darauf nach einer von André Mandt getretenen Ecke per Kopf auch sein siebtes Saisontor erzielte, war den braven Gastgebern der Zahn vorerst gezogen.

Immerhin hatten die vor vier Wochen an gleicher Stelle Aachen mit 2:0 besiegt und hätten nach zehn Minuten auch gegen den WSV in Führung gehen können. Der war ausnahmsweise mal fast komplett aufgerückt und wurde von einem langen Pass überrascht. Der schnellen Xhulio Tabaku lief zwar Kevin Pytlik davon, schoss aber alleinstehend aus zwölf Metern neben das Tor.

Das war mit dem 2:0 vergessen. „Es tat unserem Spiel sehr gut, dass wir heute mal zwei Tore innerhalb kürzester Zeit in der ersten Hälfte gemacht haben. Das gab es bisher nicht“, sagte Davide Leikauf nachher. Er war für Enzo Wirtz rechts in die Fünferkette gewechselt. Dafür durfte Dennis Dowidat in der Offensive seinen ersten Startelfeinsatz feiern, braucht aber wie der zuvor lange verletzte Leikauf wohl noch etwas Spielpraxis.

Nach der Pause behielt der WSV die Linie bei, die Gastgeber eher kommen zu lassen. Als aber zwei gute Konter nicht saßen, hatte man nach einer Stunde das Gefühl, es könne vielleicht doch noch einmal eng werden, wenn jetzt den Gastgebern der Anschlusstreffer gelingen würde. Vollmerhausen stellte auf 4-1-4-1 um und wechselte den kampfstarken Daniel Grebe ein. Kurz darauf entspannte sich die Lage auch schon. Wieder einmal war Niklas Heidemann einen Konter mitgelaufen und traf mit seiner Flanke aus kurzer Distanz den Arm seines Gegenspielers. Schiedsrichter Christopher Schütter entschied auf Handelfmeter, den WSV-Kapitän Gaetano Manno zum beruhigenden 3:0 verwandelte. Gino Windmüller setzte per Kopf nach Eckball des eingewechselten Yassine Khadraoui noch einen drauf und bestrafte mit seinem fünften Saisontor die Erndtebrücker, die den langen WSV-Mittelfeldläufer rustikal bearbeitet hatten, auf seine Art. Bis Mittwoch heißt es nun: regenerieren.

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