Burghausen ist eine Reise wert – nur für WSV-Fans nicht.

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Im Schneegestöber erlebten die tapferen WSV-Fans die bittere Niederlage ihrer Mannschaft in Burghausen mit.

Im Schneegestöber erlebten die tapferen WSV-Fans die bittere Niederlage ihrer Mannschaft in Burghausen mit.

Im Schneegestöber erlebten die tapferen WSV-Fans die bittere Niederlage ihrer Mannschaft in Burghausen mit.

Wuppertal. "Mir san Oberbayern!" Nein, mit den Niederbayern wollen sie nicht in einen Topf geworfen werden, die Burghausener. Im deutschen Profifußball haben die Kicker aus der bayerischen Provinz die Rolle eingenommen, die im Norden Emden gebührt. Burghausen - das ist die Mutter aller Auswärtsfahrten - zumindest für alle Fußballfans nördlich der Mainlinie.

Von Wuppertal aus sind es rund 700 Kilometer bis zur Wacker-Arena. Trotzdem machten sich in der Nacht zum Samstag etwa 70 WSV-Fans auf die Reise mit Bus und Bahn. Und einige, die auf den Bus gesetzt hatten, kamen wegen der Megastaus auf den deutschen Autobahnen erst knapp vor dem Anpfiff im Wacker-Stadion an. So viel Einsatz müsste eigentlich mit Punkten und Toren belohnt werden, aber die gastfreundlichen Oberbayern haben im Abstiegskampf schließlich auch nichts zu verschenken.

Burghausen hat neben den Wacker-Kickern übrigens noch eine Menge mehr zu bieten. In ein paar Tagen werden wieder Weltstars aufspielen, wenn das internationale Jazz-Festival sein 40. Jubiläum feiert. Asse wie Chet Baker, Stan Getz oder Ella Fitzgerald begründeten den Ruhm des Festivals. In diesem Jahr werden der Gitarrist AlDiMeola, Geiger Nigel Kennedy, Trompeter Till Brönner und die Vokalartisten von Manhattan Transfer auf der Bühne stehen. Auf den Fußball übertragen müssten in der Wacker-Arena schon Real Madrid, der FC Bayern und Manchester United zum Turnier auflaufen, um ein vergleichbares Spektakel zu bieten.

Von ähnlichen Dimensionen waren am Samstag beide Teams weit entfernt. Drei Vereine muss der WSV hinter sich lassen, um in der 3.Liga zu bleiben. Burghausen hat dem WSV sechs Punkte abgeknöpft und nun fünf Punkte Vorsprung vor den Wuppertalern. "Uns bleiben noch 15Spiele", rechnete Marcel Reichwein vor. Doch ohne Treffer von ihm und Tobias Damm wird es der WSV wohl kaum schaffen können. Torgefährliche Alternativen auf der Bank sind Mangelware. So kam der eingewechselte Dirk Heinzmann nicht zu einer einzigen Torchance. ab

Den Weg vom Sackbahnhof Burghausen, wo die Schienenstränge enden, bis zur Wacker-Arena kann man bequem in fünf Minuten zu Fuß zurücklegen. Verlaufen könnte man sich eigentlich nur, wenn man kurz vor dem Stadion links in eine Straße abbiegen würde, die überraschenderweise den Namen Rungeweg trägt. WSV-Präsident Friedhelm Runge blieb die Anreise zum Rungeweg und auch zum Spiel erspart, weil er beruflich verhindert war.

"Wenn wir schon nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt." Den alten Fußballerspruch schien Co.-Trainer Thomas Stickroth schon mit seinem Aufwärmprogramm in die Tat umsetzen zu wollen. Er ordnete vor dem Spiel kurze Sprints an der Mittellinie an und bescherte dem Burghausener Platzwart damit einen Alptraum im ersten Spiel nach der Winterpause in der Wacker-Arena. Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich das gepflegte Grün in Höhe der Mittellinie in einen Rübenacker. Bis Dienstag muss der Rasen wieder hergerichtet sein, denn dann erwartet Burghausen Kickers Offenbach zum Nachholspiel. (ab)

Zwei Niederlagen musste Tobias Damm mit dem WSV innerhalb einer Woche einstecken. Trotzdem durfte er sich in der vergangenen Woche zu den Gewinnern zählen. Am Mittwoch war Damm Vater einer Tochter geworden. "Mutter und Kind sind wohlauf", sagt Damm und freut sich mit seiner Lebensgefährtin Susanne über den Nachwuchs, der sich ein paar Tage früher als geplant einstellte. Doch Tempo liegt ja wohl in der Familie. In Burghausen zog Damm mehrfach seinen Gegenspielern davon und überzeugte mit großem Einsatz. Die Formkurve zeigt nach oben. Nur der ersehnte Treffer gelang auch Tobias Damm nicht. (ab)

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