Belek. Zumindest ein paar Sonnenstrahlen durfte WSV-Präsident Friedhelm Runge am Sonntag vor dem Heimflug noch genießen. Doch das Sonnenbad beim Spiel des WSV gegen ADO den Haag in Belek war ihm nicht mehr vergönnt, denn beim Anpfiff der Partie auf einer benachbarten Hotelanlage warteten Runge und eine Reihe mitgereister Sponsoren des WSV schon in der Abflughalle in Anatalya auf den Rückflug aus der Türkei nach Düsseldorf.

Der Gedanken an die Heimreise am Mittwoch löst bei so manchem Spieler durchaus gemischte Gefühle aus, denn die verschneiten Plätze in Wuppertal kann man sich in der fernen Türkei kaum mehr vorstellen. "Es ist unglaublich, wie gut die Plätze hier in Belek sind. Von mir aus könnten wir noch ein paar Tage länger bleiben, aber das hat der Präsident sicher nur im Scherz gesagt", meinte Edgar Bernhardt nach dem Spiel gegen die Holländer schmunzelnd. Der WSV-Stürmer hatte zwei gute Schüsse auf das Tor des Ehrendivisionärs abgegeben und Spielfreude erkennen lassen.

Der WSV spielte insgesamt bis auf einige Schwächephasen und Patzer recht ordentlich und hätte in seiner Bestformation das Testspiel vielleicht sogar gewinnen können. In dieser Phase der Vorbereitung auf die Rückrunde spielen Siege aber noch keine große Rolle. Wichtig war die Partie vor allem für die Sichtung eines Linksverteidigers. Alexis Theodosiadis hatte gegen Den Haag einige Probleme im Positionsspiel. Fatih Atlundag machte seine Sache besser, wobei ihm aber noch seine lange Spielpause anzumerken war. Am besten schnitt Kosta Rodrigues ab, der sich sowohl in der Defensive als auch mit einigen gelungenen Angriffsaktionen im Zusammenspiel mit Nermin Celikovic reibungslos in das A-Team einfügte.

"Bei unserer Entscheidung müssen wir auf der einen Seite die U23-Regel beachten, aber wir müssen auch an die Qualität denken. Durch mögliche Spielausfälle werden eventuell 20 Spiele in 14, 15 Wochen auf uns zukommen. Das wird viel Kraft kosten", sagt Uwe Fuchs. Man muss kein großer Gedankenleser sein, um nach dieser Aussage Kosta Rodrigues im Rennen um den freien Platz im Kader vorne zu sehen. Doch ist das Rennen überhaupt eröffnet worden?

"Der WSV steht überhaupt nicht unter Zugzwang", sagte WSV-Präsident Friedhelm Runge vor seiner Abreise. Runge sieht den Kader schon jetzt gut aufgestellt und ist nicht unbedingt davon überzeugt, dass bei der Verpflichtung eines weiteren Spielers noch ein Volltreffer gelingt. Trotz der kontroversen Aussagen dürfen alle drei Kandidaten bis zum Ende des Trainingslagers am Mittwoch weiter vorspielen. Ein weiterer Test ist am Dienstag gegen ein Team aus Kasachstan geplant.

Viel mehr als die Nationalität ist über den künftigen Gegner bisher allerdings nicht bekannt. Am Dienstag wird Christian Maly wieder das Tor hüten. Gegen ADO den Haag spielte etwas überraschend Sascha Samulewicz die gesamte Partie durch. Eine Ehre, die als einzigem Feldspieler Steve Müller zuteil wurde, der sich körperlich in der Türkei in Bestform präsentiert. Eventuell gönnt ihm Uwe Fuchs aber morgen im Training eine zusätzliche Atempause.

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