Die Sachsen stehen sportlich und wirtschaftlich wie der WSV unter Druck. Am Sonntag (14 Uhr) treffen beide aufeinander.

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Frühaufsteher: Dynamo-Trainer Matthias Maucksch bittet seine Spieler nun eine Stunde früher zum Morgentraining.

Frühaufsteher: Dynamo-Trainer Matthias Maucksch bittet seine Spieler nun eine Stunde früher zum Morgentraining.

Eibner

Frühaufsteher: Dynamo-Trainer Matthias Maucksch bittet seine Spieler nun eine Stunde früher zum Morgentraining.

Wuppertal. Bei Dynamo Dresden scheint man der Zeit voraus. Oder wie ist folgender Spruch zu verstehen, der weniger in den Advent als in die Osterzeit passt? "Der Trainer hat vor dem Spiel gesagt, er braucht Männer mit Eiern. Und wir haben ihm bewiesen, dass wir Eier haben", sagte Mittelfeldspieler Gerrit Müller nach dem mühevollen 4:3-Sieg der Sachsen über Aufsteiger Heidenheim am vergangenen Samstag.

Nun ist es zwar bis Ostern noch ein gutes Stück hin, doch früh übt sich, wer nicht absteigen will. Daher ließ Trainer Matthias Maucksch auch die Wecker der Spieler gleich eine ganze Stunde vorstellen. Der 40-Jährige bittet seit Mittwoch um neun statt um zehn Uhr zu den Übungseinheiten. "Es ist unerlässlich, dass nach den Kriterien des Leistungssports gelebt wird. Und die bedeuten eben auch, dass die Spieler am Abend nicht zu spät zu Bett gehen, um am nächsten Morgen fit und munter zu sein", sagte Maucksch. Immerhin gelang der Sieg gegen Heidenheim vor der Zeitenwende, doch überzeugen konnten die Spieler ihren Trainer dabei nur bedingt. "Sie haben Moral und Leidenschaft bewiesen, aber mit der Abwehrleistung war ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Maucksch.

Dynamo mit 749 000 Euro Miesen im abgelaufenen Geschäftsjahr

Nicht der einzige Grund, warum das Flaggschiff der ehemaligen DDR-Fußball-Flotte starke Schlagseite bekommen hat und in den Strudel der Regionalliga hinein zu geraten droht. Schon nach dem 0:2 in Regensburg am 21. November und dem vorübergehenden Sturz auf den letzten Platz hatte Maucksch warnend den Zeigefinger erhoben. "Die Qualität einiger Spieler reicht offenbar nicht für die Dritte Liga."

Daher soll in der Winterpause personell noch einmal nachgelegt werden. Die Frage ist nur, mit welchem Geld? Das abgelaufene Geschäftsjahr beendete Dynamo mit einem Minus von 749000 Euro. Und ab der nächsten Saison will die Stadt Dresden die Ausnahmeregelungen im Nutzungsvertrag des neuen Stadions streichen. "Das würde die Existenz des Vereins definitiv bedrohen", sagt Geschäftsführer Stefan Bohne.

Seit Jahren schon balanciert Dynamo am Abgrund. Die Entwicklung der Mannschaft geht beileibe nicht so zügig voran, wie der Umbau des schmucken Rudolf Harbig-Stadions. Ein Abstieg hätte für die Sachsen daher wohl fatale Folgen.

In Wuppertal sind drei Punkte also fast schon Pflicht. Und das, obwohl Trainer Matthias Maucksch gleich auf sieben verletzte Spieler verzichten muss. Für die anderen gilt auch am Nikolaustag: Eier zeigen.

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