Boss des Wuppertaler SV hält Wiederaufstieg im Alleingang nicht für machbar.

wza_500x332_666769.jpg
"Im Alleingang werde ich den direkten Wiederaufstieg nicht finanzieren können. Dazu braucht man praktisch eine Drittligamannschaft", erklärte Präsident Friedhelm Runge am Mittwoch.

"Im Alleingang werde ich den direkten Wiederaufstieg nicht finanzieren können. Dazu braucht man praktisch eine Drittligamannschaft", erklärte Präsident Friedhelm Runge am Mittwoch.

Andreas Fischer

"Im Alleingang werde ich den direkten Wiederaufstieg nicht finanzieren können. Dazu braucht man praktisch eine Drittligamannschaft", erklärte Präsident Friedhelm Runge am Mittwoch.

Wuppertal. "Letztlich haben auch wir als Vereinsspitze versagt. Mit dem Abstieg ist es eigentlich der ideale Zeitpunkt, dass eine Gruppe kommt, die den Verein übernimmt", sagt WSV-Präsident Friedhelm Runge.

Am Tag nach der ernüchternden 0:3-Niederlage des Wuppertaler SV gegen Erfurt, die den Absturz in die Regionalliga besiegelte, macht sich Runge Sorgen um die Zukunft des Vereins. "Ich habe jetzt 20 Jahre lang viel Herzblut, viel Zeit und viel Geld in den WSV gesteckt und werde den Verein so nicht untergehen lassen. Doch im Alleingang werde ich den direkten Wiederaufstieg nicht finanzieren können. Dazu braucht man praktisch eine Drittligamannschaft", erklärt der Mäzen und Hauptsponsor.

Die Alternativen heißen Konsolidierung in der Regionalliga oder gar freiwilliger Rückzug in die sechstklassige NRW-Liga. Doch diesen Schritt würden die Wuppertaler Fußballfans wohl kaum mitgehen. Schon in der laufenden Saison liegt der Schnitt bei nur 3500 Zuschauern pro Heimspiel.

Beim WSV geht die Suche nach einem Trainer für die kommende Saison weiter. Runge überlegt, den künftigen Chefcoach vertraglich zu einer offensiv orientierten Spielweise zu verpflichten. "Auf alle Fälle werde ich mir garantieren lassen, dass es eine ständige Zusammenarbeit des Cheftrainers mit der U21 und der Jugendabteilung bis hinunter zu den B-Junioren gibt." Manager Markus Bayertz und Runges Berater Achim Weber sollen den Kader in Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer zusammenstellen. Große Hoffnungen setzt Runge in den Wirtschaftsrat. "Es wird einige Tage dauern, aber diese elf Wuppertaler Persönlichkeiten werden noch viel für den WSV bewegen."

Der Abschied aus den Profiligen muss nicht zwangsläufig das Ende aller Fußballträume bedeuten. In der Geschichte des deutschen Fußballs gab es immer wieder Beispiele, in denen sich Vereine nach dem Absturz wieder aufrappelten. Im folgenden drei Beispiele.

Auch das gefürchtete zweite Jahr in der 2. Liga hat RWO gerade schadlos überstanden. Die aktuelle Erfolgsgeschichte des früheren Skandalvereins begann in der Saison 2006/07 in der viertklassigen Oberliga. Mit einem bescheidenen Etat und ohne Stars gelang der Durchmarsch bis in die 2. Liga.

Im Jahr 2000 erhielt der Verein nicht einmal die Lizenz für die Regionalliga. Bis 2002 dümpelte der Heimatverein von Helmut Haller in der viertklassigen Bayernliga. 2006 waren die Bayern dann nach 23 Jahren Abstinenz zurück im Profifußball und peilen jetzt den ganz großen Sprung an.

Retter-T-Shirts mussten am Millerntor verkauft werden, um den Verein nach zwei Abstiegen in der Regionalliga am Leben zu halten. Seitdem geht es wieder steil nach oben, in einem fast komplett erneuerten Stadion.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer