Interview: Thomas Stickroth, Co-Trainer des Wuppertaler SV, hat Erfahrung im Abstiegskampf.

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Thomas Stickroth (l.) bringt als Freund und Berater von Uwe Fuchs seine Erfahrung im Abstiegskampf ein.

Thomas Stickroth (l.) bringt als Freund und Berater von Uwe Fuchs seine Erfahrung im Abstiegskampf ein.

Andreas Fischer

Thomas Stickroth (l.) bringt als Freund und Berater von Uwe Fuchs seine Erfahrung im Abstiegskampf ein.

Herr Stickroth, Sie haben als Spieler fünf Abstiege miterlebt und kennen sich im Abstiegskampf aus. Konnten Sie aus den Abstiegen Erkenntnisse und Lehren ziehen, die dem WSV in der aktuellen Situation weiterhelfen?

Stickroth: Nur bedingt, denn jeder Abstieg hat seine eigene Geschichte, so wie jede Saison auch. Von daher sind die Abstiege nicht vergleichbar. Wichtiger als die Gründe für das Scheitern erscheinen mir im Rückblick die Dinge, die mir Erfolg gebracht haben. Und schließlich war ich als Spieler (schmunzelt) auch an einer Reihe von Aufstiegen beteiligt.

Welche Abstiege in Ihrer Laufbahn würden Sie trotzdem als absolut überflüssig bezeichnen?

Stickroth: Mit dem 1. FC Saarbrücken unter Trainer Peter Neururer waren wir in der Bundesligasaison 1992/93 Zwölfter nach der Vorrunde. Zum Rückrundenauftakt schlagen wir Leverkusen 3:1, es folgen sieben Unentschieden. Und dann gehen neun Spiele in Serie verloren. Wenn ich mich mit früheren Mannschaftskameraden treffe, dann rätseln wir noch heute, wie dieser Abstieg passieren konnte. In Bochum haben wir im Uefa-Cup gespielt, im Jahr darauf die Qualifikation verpasst. Vor der Abstiegssaison wurde unglücklich eingekauft, wir stiegen ab. Man wollte zurück in den Uefa-Cup und hat den zweiten vor dem ersten Schritt getan. In Homburg hatten wir in einer Abstiegssaison vier verschiedene Trainer.

Wie kann ein Trainer auf die Spieler im Abstiegskampf positiv einwirken?

Stickroth: Grüppchenbildung im Team ist eine Gefahr. Genauso sollte es vermieden werden, in schwierigen Situationen Sündenböcke zu präsentieren - das sind Eigentore. Beide Probleme sehe ich aber beim WSV nicht. Wie jeder einzelne Spieler auf den Druck des Abstiegskampfs reagiert, das ist von Typ zu Typ verschieden. Es gibt die robusten Spieler, die einfach ihr Ding durchziehen. Man muss aber erkennen, wann man einem Spieler den Rücken stärken muss.

Wie schätzen Sie die Lage beim WSV vor den entscheidenden Spielen ein?

Stickroth: Als Team sind wir alle zuversichtlich, dass wir es schaffen werden. Da spüre ich eine innere Stärke der Mannschaft. Grundsätzlich ist es ja sowieso besser, alle schwierigen Aufgaben mit Zuversicht statt mit Zweifeln anzugehen. Wichtig ist, dass Spieler auf dem Platz stehen, die sowohl körperlich als auch seelisch in einem stabilen Zustand sind.

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