Mit 3:2-Sätzen gelingt den Wuppertalern gegen SCC Berlin der erste Saisonsieg.

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Thomas Güßgen fand als Diagonalangreifer immer wieder die Lücke im Berliner Block.

Thomas Güßgen fand als Diagonalangreifer immer wieder die Lücke im Berliner Block.

Andreas Fischer

Thomas Güßgen fand als Diagonalangreifer immer wieder die Lücke im Berliner Block.

Um ein solches Comeback hinlegen zu können, muss eine Mannschaft erst einmal ganz unten angekommen sein. Den bisherigen Tiefpunkt hatten die Titans Wuppertal im Spiel gegen den SCC Berlin nach dem ersten Satz erreicht, den sie mit 12:25 ohne den Hauch einer Chance abgeben musste. Vieles deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass die Mannschaft ähnlich sang- und klanglos untergehen würde, wie bei den vorangegangenen 0:3-Niederlagen gegen Rottenburg und den Aufsteiger Bottrop. Doch zwei Stunden später sah die Welt für die Wuppertaler Volleyballer ganz anders aus. Mit geradezu kindlicher Freude wurde von den Spielern und 350 Fans in der Bayer-Halle der 3:2 (12:25, 25:23, 21:25, 25:22, 15:10)-Erfolg und damit ein sensationelles Comeback gegen das vermeintliche Spitzenteam aus Berlin bejubelt.

"Heute feiern wir wie die Weltmeister. Für mich ist es aber erst ein richtiger Erfolg, wenn wir das nächste Spiel beim TV Bühl gewinnen", sagte Titans-Trainer Jens Larsen, der sichtlich darum bemüht war, den ersten Saisonsieg realistisch einzuordnen. Was allerdings unmittelbar nach dem Spiel kaum möglich war, denn Mannschaft, Management und Fans waren nach diesem Volleyballkrimi restlos begeistert. Schließlich hatten die Titans nicht nur endlich unter Beweis gestellt, dass sie in der noch jungen Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubieten haben, sondern tatsächlich in der Lage sind, die "Großen" zu ärgern.

Doch die Steigerung war erst nach einer Reihe von "Renovierungsarbeiten" möglich. Zwei Veränderungen gab es schon in der Anfangsformation, denn Thilo Späth kehrte für Julian Stuhlmann auf die Position des Liberos zurück, womit nach Anlaufproblemen die Annahme entscheidend stabilisiert wurde. Für frischen Wind sorgte nach seiner Einwechslung im ersten Satz auch Rückkehrer Gerrit Zeitler, der erst am Freitag nach seinem missglückten Engagement in Moers verpflichtet worden war.

Zeitler spielte zwar zu Beginn sehr wechselhaft, aber er schien zumindest unbeeindruckt von der allgemeinen Verunsicherung, mit der die Titans ins Spiel gegangen waren. Positiv bemerkbar machte sich gegen den SCC auch der frühe Wechsel auf der Zuspielerposition, denn der junge Merten Krüger, der Kapitän Gergely Chowanski ersetzte, spielte auf einem erstaunlichen Niveau. das galt auch für Diagonalangreifer Thomas Güßgen, der Casper Munk ersetzte.

"Sie haben besser gekämpft und am Ende auch besser gespielt. Deshalb haben sie den Sieg verdient", sagte Berlins Trainer Andrej Urnaut über die Titans. Seine Mannschaft hatte mit einem Schuss Überheblichkeit nach dem Spaziergang im ersten Durchgang das unglaubliche Comeback der Titans begünstigt. Die müssen sich nach dem emotionalen Höhepunkt gegen den SCC Berlin nun erst einmal im Alltag der Bundesliga bewähren.

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