Georg Grozer geht seine Aufgabe als neuer Co-Trainer bei den Volleyballern der Titans mit viel Optimismus an.

interview
Als Trainer erreichte Georg Grozer zuletzt 2007 das deutsche Pokalendspiel. Mit den Titans sind seine Ziele zunächst bescheidener: Klassenerhalt und vielleicht sogar noch ein Play-off-Platz.

Als Trainer erreichte Georg Grozer zuletzt 2007 das deutsche Pokalendspiel. Mit den Titans sind seine Ziele zunächst bescheidener: Klassenerhalt und vielleicht sogar noch ein Play-off-Platz.

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Als Trainer erreichte Georg Grozer zuletzt 2007 das deutsche Pokalendspiel. Mit den Titans sind seine Ziele zunächst bescheidener: Klassenerhalt und vielleicht sogar noch ein Play-off-Platz.

Wuppertal. Georg Grozer ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Volleyballer. In den 90er-Jahren lehrte der gebürtige Ungar, der wegen seiner Schlagkraft bei Angabe und Angriff auch „Hammer-Schorsch“ genannt wurde, die Bundesliga mit dem Moerser SC das Fürchten. Nun soll er als Co-Trainer und neuer starker Mann neben Spielertrainer Gergely Chowanski den drohenden Abstieg der Titans verhindern. Die WZ sprach mit ihm.

Herr Grozer, Sie sind Deutscher Meister und Pokalsieger geworden. Was reizt Sie daran, beim Tabellenvorletzten der Bundesliga einzusteigen?

Georg Grozer: Das empfinde ich als eine echte Herausforderung. Wenn man die Kasse voll hat, ist es doch einfach eine Mannschaft zusammenzubekommen. Eine junge Mannschaft zu entwickeln, ist dagegen viel schwieriger.

Was haben sie gemacht, seit sie 2008 den Trainerjob in Moers aufgegeben haben?

Grozer: Ich bin selbstständig. Wir versuchen in Neunkirchen-Vluyn bei Moers ein Volleyball-Internat aufzubauen, mit Sporthalle und Beachhalle. Wir sind in der Planungsphase. Da ich dabei sehr gute Mitarbeiter habe, habe ich jetzt auch wieder Zeit, mich mit Volleyball zu beschäftigen.

Geboren 14. September 1964 in Budapest
Länderspiele 96 für Ungarn, 19 für Deutschland
Größte Erfolge Ungarischer Meister, belgischer Pokalsieger 1986, Deutscher Meister mit dem Moerser SC 1992, Deutscher Pokalsieger mit Moers 1991 und 1993, Volleyballer des Jahres 1992.
Trainer 2006-2008 bei Moers
Familie Vier Kinder, die alle erfolgreich Volleyball spielen: Georg junior: Deutscher Meister 2009 und 2010 mit Friedrichshafen, jetzt Asseco Resovia Rzeszow (Polen); Tom: Volleyballinternat des VfB Friedrichshafen; Dara: Volleyballinternat beim USC Münster, Tim (12) spielt Volleyball in Moers.

Wie kam der Kontakt mit Wuppertal zustande.

Grozer: Ich habe schon im vergangenen Jahr mit Herrn Westhoff gesprochen. Aber da waren die Voraussetzungen noch andere. Da hat man noch gehofft, mit Gergely Chowanski als Spielertrainer den Abstieg vermeiden zu können. Aber das ist sehr schwer. In Ungarn sagt man, mit einem Hintern kann man nur ein Pferd reiten.

Wie intensiv werden sie in Wuppertal arbeiten?

Grozer: Ab Dienstag bin ich bei jedem Training dabei. Ich bin gerade noch auf der Rückfahrt von meinem Sohn aus Friedrichshafen, deshalb ist es mit Montag noch nichts geworden.

Werden Sie noch mehr Trainingseinheiten einschieben?

Grozer: Nein, die Jungs haben viermal die Woche Vormittagstraining, dazu jeden Nachmittag. Die Quantität ist also nicht das Problem, sondern die Qualität. Da bin ich sicher, dass wir noch einiges verändern können.

Zum Beispiel?

Grozer: Die Eigenfehlerquote ist einfach zu hoch. Außerdem möchte ich am Aufschlag arbeiten. Da macht die Mannschaft zwar relativ wenige Fehler, aber sie macht auch oft zu wenig Druck. Das kann man sich gegen starke Mannschaften nicht erlauben.

Gergely Chowanski soll weiter Cheftrainer bleiben, sie Co-Trainer. Ist das nicht ein Problem?

Grozer: Der Titel ist doch uninteressant. Ich bin sicher, dass wir gut zusammenarbeiten werden. Wir wollen uns ergänzen und wir haben in ungarisch dieselbe Muttersprache, in der wir uns unterhalten können.

Gergely Chowanski ist derzeit Ihr einziger Zuspieler. Kann das funktionieren?

Grozer: Klar, ist das ein großes Risiko. Vielleicht haben wir ja die Möglichkeit, noch jemanden zu bekommen. Ich werde darüber noch mit der Leitung der Titans sprechen. Gergely kann sich ja theoretisch in jedem Training verletzen. Außerdem fehlt ein zweiter Zuspieler allein schon im Training.

Was macht sie zuversichtlich, dass es mit dem Klassenerhalt noch gelingen kann?

Grozer: Zunächst einmal sollten wir die Ziele nicht zu niedrig ansetzen. Auch Platz acht und damit die Play-offs sollten wir nicht ganz aus dem Auge verlieren. Die Spieler, die momentan in Wuppertal sind, sind auch nicht schlechter als die der übrigen Bundesligisten ab Platz sechs oder sieben. Ich habe sie ja schon einmal im Training und einmal im Spiel kennengelernt. Sie haben gut zugehört und versucht, das umzusetzen. Das stimmt mich zuversichtlich.

Wie viele Punkte muss man aus Ihrer Sicht zum Klassenerhalt noch holen?

Grozer: Um Platz acht zu schaffen, muss man sechs bis sieben Spiele gewinnen und ich denke jetzt kommen mit Bestensee, Rottenburg und VCO Berlin Gegner, die wir schlagen können. Auch gegen Bottrop muss man dann etwas versuchen. Unschlagbar ist keiner, das haben wir vor zwei Jahren mit Moers gezeigt, als wir sowohl gegen den SCC Berlin, als auch gegen Friedrichshafen nach 0:2-Satzrückstand noch gewonnen haben. Bevor der letzte Ball nicht den Boden berührt hat, erwarte ich auch, dass um jeden Ball gekämpft wird.

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