Am Hesselnberg scheitern die ETG-Spieler wieder an Angstgegner Düsseldorf.

Wuppertal. Mit dem Aufstieg in die dritte Liga hatten sie geliebäugelt und vor dem letzten Turnierspiel hatten es die Frisbee-Spieler der Caracals auch tatsächlich selbst in der Hand. Voraussetzung war ein Sieg gegen Düsseldorf.

Ausgerechnet gegen den Erzrivalen, mit dem die Wuppertaler zwar einen freundschaftlichen Kontakt pflegen. Wenn es aber „um die Wurst“ ging, noch nie ein Turnierspiel gewinnen konnten.

Caracals besitzen nicht nur Kampfgeist, sondern auch Technik

Und auch diesmal begann es alles andere als gut für die Frisbeespieler der ETG. Nach einem Fangfehler gerieten die Hausherren in der Sporthalle Hesselnberg schon nach wenigen Minuten in Rückstand. Doch den frühen Dämpfer steckten die Caracals schnell weg und zeigten den Kampfgeist, der sie so auszeichnet und mit dem man beim Ultimate-Frisbee auch einen vermeintlich besseren Gegner in die Knie zwingen kann.

Es ist eine recht junge Sportart, in der Ausübung vergleichbar mit dem American Football. Nur, dass hier eben kein Football, sondern eine Frisbeescheibe in die Endzone des Gegners gebracht werden muss. In der Halle wird Fünf-gegen-Fünf auf den Markierungen des Handballspielfelds gespielt, die Endzone ist sechs Meter tief. Und dass die Craracals nicht nur Kampfgeist, sondern auch spielerische Qualitäten haben, bewiesen sie in einer furiosen Viertelstunde.

Im Fallen schnappt sich Alex Fromlowitz einen weiten Wurf von Dennis Schiefestein und markiert den Ausgleich. Nur kurz danach erhöhte Moritz Pendzich nach Pass von Fabian Senger auf 2:1. Die Düsseldorfer hielten dagegen, doch die Elberfelder legten weiter vor und sorgten für Stimmung auf den Rängen. Mit einem zentimetergenauen Traumpass von weit aus der eigenen Spielhälfte bis in die gegnerische Endzone setzte ETG-Frisbee-Urgestein Torsten Hauck seinem Gegenspieler entwischten Simon Mekus in Szene, der auf 6:4 erhöhte.

Mit der gemächlich dahinsegelnden Plastikscheibe im Park oder am Strand hat der Mannschaftssport Ultimate-Frisbee nicht viel gemein. Hier wird wesentlich härter und präziser geworfen.

Ultimate-Frisbee ist eine Mischung aus Football und Basketball. Der Mannschaftssport wird mit einer 175 Gramm schweren Frisbeescheibe auf dem Rasen und im Winter in der Halle gespielt. Neben den verschiedenen Wurftechniken sind Kondition, Sprintstärke und Taktik die Elemente, die dieses schnelle Laufspiel ausmachen. Gegenseitiger Respekt und die Freude am Spiel stehen im Vordergrund. Der „Spirit of the Game“ beinhaltet auch das Fairplay, weswegen die Sportart auch ohne einen Schiedsrichter auskommt. Meistens wird in Mixed-Teams, bestehend aus Männern und Frauen, gemeinsam gespielt.

Die „Caracals“ spielen unter dem Dach der ETG und haben 30 Mitglieder. Sie sind das einzige Ultimate-Frisbee-Team in Wuppertal. Weitere Infos im Internet unter: www.frisbee-wuppertal.de

Siebeneinhalb Minuten waren zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen und die Wuppertaler schnupperten nicht nur am Sieg, sondern gleichzeitig auch am eingangs erwähnten Aufstieg in die dritte Liga. Es wäre der größte sportliche Erfolg für die Caracals, die sich erst vor fünfeinhalb Jahren formiert haben.

Ausgerechnet der Routinier patzt in der entscheidenden Phase

Doch die Schlussphase gehörte den Düsseldorfern. „Leider war ich mit einigen Fehlern im Aufbauspiel nicht ganz unbeteiligt daran, dass wir das Spiel noch verloren haben“, sagte David Bender – ausgerechnet er, der Routinier und Mitbegründer der Caracals, patzte, als es ans Eingemachte ging.

Und während sich die Düsseldorfer durch den 10:8-Erfolg auf den letzten Drücker hinter Potsdam, Berlin und Beckum für die dritte Liga qualifizierten, standen die Caracals mit leeren Händen da.

Die Enttäuschung, so knapp gescheitert zu sein, war im ersten Moment zwar groß, aber dennoch durften sich die Wuppertaler auch als Gewinner fühlen. Denn mit der gelungenen Ausrichtung der zweitägigen Qualifikationsrunde (mit insgesamt zehn Teams), hat der Club einen weiteren Schritt gemacht, sich in der Frisbee-Szene zu etablieren.

„Und mittelfristig bleibt unser Ziel natürlich aufzusteigen“, sagte Mitorganisator Torsten Hauck, der eine Verjüngung der Mannschaft anstrebt, damit die nächsten Anläufe gegen die Jungspunde der Konkurrenz endlich von Erfolg gekrönt sind.

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