Erstligist Solingen Volleys spielt am 26. Februar in der Bayer-Halle gegen Meister Berlin.

Erstligist Solingen Volleys spielt am 26. Februar in der Bayer-Halle gegen Meister Berlin.
Toni Mester, hier 2012 noch im Trikot der Wuppertal Titans, kehrt nun mit den Solingen Volleys zurück in die Bayer-Halle. Archiv

Toni Mester, hier 2012 noch im Trikot der Wuppertal Titans, kehrt nun mit den Solingen Volleys zurück in die Bayer-Halle. Archiv

Uwe  Schinkel

Toni Mester, hier 2012 noch im Trikot der Wuppertal Titans, kehrt nun mit den Solingen Volleys zurück in die Bayer-Halle. Archiv

Wuppertal. Wuppertaler Volleyball-Fans erinnern sich noch heute an den 17. Oktober 2009: An diesem Tag feierten die neu gegründeten Wuppertal Titans nicht nur ihren ersten Bundesliga-Sieg, sondern sorgten mit dem 3:2 gegen den SSC Berlin in der Bayer-Halle auch für eine faustdicke Überraschung. Denn der SSC, der seit 2011 den Namen Berlin Recycling Volleys trägt, feierte insgesamt sieben deutsche Meistertitel. Und genau dieser Verein, aktuell nicht nur Meister, sondern auch deutscher und europäischer Pokalsieger, wird am Sonntag, 26. Februar (14.30 Uhr), erneut in Sonnborn zu Gast sein. Dann kommen die Gastgeber allerdings nicht aus Wuppertal, sondern aus Solingen.

Der Aufsteiger, der mit nur einem Sieg aus 14 Spielen auf dem letzten Tabellenplatz steht, hat sich entschieden, das letzte Heimspiel vor den Pre-Playoffs in der Nachbarstadt auszutragen. „Gegen die Übermannschaft der vergangenen Jahre wollen wir der gesamten Bergischen Region etwas Besonderes bieten und Werbung für guten Volleyball-Sport machen“, sagt der Manager der Solinger, Helmut Weissenbach. „Die Bayer-Halle liegt für uns logistisch optimal und ist die perfekte Nahtstelle zwischen Wuppertal, Solingen und Remscheid.“ Gemeinsam mit den Wuppertaler Sponsoren „Fliesen Kollwitz“ und „Der Schlafraum“ soll ein Event auf die Beine gestellt werden, das zudem als Live-Spiel mit vier Kameras und Kommentar auf sportdeutschland.tv zu sehen sein wird. Um möglichst viele der 2300 Plätze zu füllen, gibt es unter anderem Aktionen mit Wuppertaler Schulen. Zwei Titans-Spieler, die beim Sieg über Berlin 2009 dabei waren, tragen heute das Trikot der Solingen Volleys: Außenangreifer Oliver Gies und Mittelblocker Toni Mester. „Ich freue mich, in die Bayer-Halle zurückzukehren und bin gespannt, wie viele Zuschauer wir mobilisieren können“, sagt Gies. Der 31-Jährige hat von 2008 bis 2010 für die Titans gespielt. In seiner dritten Saison in Solingen ist der eigentlich spielende Co-Trainer und Kapitän zum Chef-Coach aufgestiegen.

Toni Mester freut sich, wieder in Sonnborn spielen zu dürfen

Der Grund: Im Dezember wurde der niederländische Trainer Arno van Solkema nach acht Niederlagen entlassen. Seitdem bildet A-Trainer Gies gemeinsam mit Co-Trainer Justin Wolff, erst 24 Jahre alt, und dem erstligaerfahrenen Zuspieler Huib den Boer ein Trainer-Trio. Diese ungewöhnliche Konstellation durfte in ihrem zweiten Spiel den ersten - und bislang einzigen - Sieg feiern. Nach der Meistersaison in der 2. Liga sind die Volleys mit dem Ziel die „Großen zu ärgern“ in das Abenteuer Bundesliga gestartet. Dabei müssen sie mit einem vergleichsweise geringen Etat (270 000 Euro im Vergleich zu 1,5 Millionen der BR Volleys) auskommen und können sich - mit Ausnahme des 19-jährigen Talents Christoph Marks - keine Profis leisten. Die meisten Spieler studieren, zwei arbeiten. Dazu zählt auch Toni Mester, der als Vermögensberater tätig ist. Der 27-Jährige kommt eigentlich aus Stralsund an der Ostsee, wohnt aber seit 2009 in Wuppertal. Er war bei den Titans, hat nebenbei studiert, später seine Ausbildung gemacht und hier auch seine Frau Canan, ebenfalls Volleyballerin, kennengelernt. Von 2009 bis 2012 spielte er für die Titans in der 1. und 2. Liga, 2013/2014 dann noch für Bayer in der Regionalliga. Der 1,97 Meter große Mittelblocker freut sich darüber, wieder in Sonnborn spielen zu dürfen und zu Fuß zur Halle zu gehen, denn er wohnt gerade einmal 200 Meter Luftlinie entfernt. Mester: „Das Spiel ist Gesprächsstoff in der Nachbarschaft. Viele ehemalige Sponsoren und Fanclub-Mitglieder freuen sich, endlich wieder Bundesliga-Volleyball zu sehen.“

WUPPERTAL Im Jahr 2008 entstanden aus der Volleyball-Abteilung des SV Bayer Wuppertal die Wuppertal Titans. Der Grund: Bayer hatte sich als Hauptsponsor zurückgezogen, der Verein war in finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste neu strukturiert werden. 2010 wäre der Verein eigentlich abgestiegen, bekam von Aufsteiger Bayer Leverkusen aber das Erstliga-Spielrecht und wurde in A!B!C Titans Berg. Land umbenannt. 2011 stieg man ab, wurde 2012 aber Meister in der 2. Bundesliga Nord. Die Titans beantragten jedoch keine Lizenz mehr für die Bundesliga, und der Verein zog sich wegen finanzieller Schwierigkeiten aus dem Profisport zurück.

SOLINGEN Die TSG Solingen Volleys haben 2011 den Zweitligaplatz von Bayer Leverkusen übernommen. In ihrem fünften Jahr in der 2. Liga wurden die Solinger Meister und stiegen in die 1. Bundesliga auf. Vor der Saison wurde eine Spielbetriebs-GmbH gegründet, seitdem heißt der Verein nur noch Solingen Volleys.

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