Alina Günther schafft bei den Damen die große Überraschung. Matthias Schramm der Publikumsmagnet.

Tennis-stadtmeisterschaften
In einem reinen Gold-Weiss-Finale bei den Herren gab Bastian Cornelis (l.) Clubkamerad Bastian Glimpel in drei Sätzen das Nachsehen.

In einem reinen Gold-Weiss-Finale bei den Herren gab Bastian Cornelis (l.) Clubkamerad Bastian Glimpel in drei Sätzen das Nachsehen.

Gerhard Bartsch

In einem reinen Gold-Weiss-Finale bei den Herren gab Bastian Cornelis (l.) Clubkamerad Bastian Glimpel in drei Sätzen das Nachsehen.

Wuppertal. „Der Basti gewinnt das“, hatte sich Herren-30-Stadtmeister Matthias Schramm listig lächelnd festgelegt, als man ihn nach einer Prognose für das Herren-Finale der 24. offenen Tennisstadtmeisterschaften im Rainbow Park gefragt hatte. Dazu muss man allerdings wissen, dass sowohl der spätere Meister Cornelius wie auch sein Gegner Glimpel den Vornamen Bastian tragen, beide 1,92 Meter groß sind und ebenfalls beide im Niederrheinliga-Team von Gold-Weiss Wuppertal spielen.

Erst als die Heizstrahler angehen, taut Bastian Cornelius auf

Obwohl die Bastians leistungsmäßig etwa gleich einzuordnen sind, ging der Freiluft-Stadtmeister des Vorjahres, Bastian Cornelius (28), als leichter Favorit ins Finale. Er hatte sich allerdings beim Halbfinalsieg gegen den starken Christopher Topham (SV Bayer) eine Rückenblessur zugezogen. Die hinderte ihn vornehmlich im ersten Satz erheblich, und so unterliefen ihm gleich bei seinem ersten Aufschlagspiel zwei Doppelfehler.

Mit wütender Enttäuschung quittierte der Bausparfachmann das 2:6 im ersten Durchgang, was ihn jedoch nicht hinderte, die guten Aktionen seines ein Jahr jüngeren Gegners mit „Klasse, Basti“, zu loben. In der Satzpause legte er sich dann erst mal lang auf den Rücken und schien daraus Erholung und Kraft zu schöpfen.

Im zweiten Satz war Cornelius dann unter den eingeschalteten Heizstrahlern im kalten Umfeld auf Betriebstemperatur. 6:6 hieß es, und der Tiebreak stand an. Da führte Cornelius schon 4:0, doch Glimpel kämpfte sich heran, glich aus, und bei 6:5-Führung von Glimpel rutschte Cornelius weg. Er blieb zusammengekrümmt liegen und rappelte sich dann doch, offensichtlich „waidwund“, wieder auf. Vom Boxen weiß man, dass angeschlagene Gegner besonders gefährlich sind. Und das galt auch für Cornelius, der schließlich 11:9 gewann und im dritten Satz mit 6:3 den Hallentitel holte.

Alina Günther spielt geschickt „Wand“ gegen Favoritin Dell’ Anno

Eine faustdicke Überraschung gab es bei den Damen, wo Alina Günther (SV Bayer) der 1,60 Meter kleinen, aber dennoch großen Favoritin Roberta Dell’ Anno (Blau-Schwarz Düsseldorf) gegenüberstand. Dell’ Anno, die in den Vorjahren in beherzten Finals Durchschlagskraft ohne Ende gezeigt hatte, knallte aus allen Lagen, traf aber meist das Netz oder schlug die Bälle ins Aus, während Alina Günther, Studentin für Sport und Deutsch, den Ball im Spiel hielt.

Herren Bastian Cornelius – Bastian Glimpel (beide GW) 2:6, 7:6, 6:3

Herren B Maurice Monetha (SV Bayer) – Dominik Ehlert (Club am Rhein Düsseldorf )7:5, 6:0.

Damen Alina Günther (SV Bayer) – Roberta Dell’ Anno (Blau-Schwarz Düsseldorf) 6:2, 6:4

Herren 30 Matthias Schramm – Klaus Daniel Umland (beide Blau-Weiß Elberfeld) 6:3, 6:0

Herren 40 Christian Findeisen (Stadtwald Essen) – Marc Walbrecht (BWE) 6:1, 6:4

Herren 45 Ralf Eichten (Blau-Gelb Bonn-Beuel) – Axel Kurz (Barmer TC) 6:1, 7:6

Herren 65 Peter König (Grün-Weiss Elberfeld – Wilfried Siwitza (TIG Essen) 6:4, 6:4.

Herren-Doppel Bastian Glimpel/Alexander Kerber (GW/SV Bayer) – Hendrik Balkenhol/Maurice Monetha (SV Bayer) 6:3, 6:2.

Damen-Doppel Roberta Dell Anno/Angela Eberlein (BS D’dorf) – Ulrike Borchel Claudia Muhsal (Friederike Bochum/SV Bayer) 6:3, 6:2

„Je härter ich schlage, desto härter kommen die Bälle zurück“, begründete sie ihre Taktik, die Gegnerin die Fehler machen zu lassen. 6:2 und 6:4 hieß es am Ende für die blonde Bayer-Spielerin.

Zuschauermagnet Nummer eins war wieder Matthias Schramm (Blau-Weiß Elberfeld), der seinem Kontrahenten bei den Herren 30, Klaus Daniel Umland (BWE), kaum eine Chance ließ. „Ich habe zwar starke Schmerzen im rechten Arm, aber auch wenn ich fit wäre, wäre der Matthias der klare Favorit“, so Umland, der 3:6 und 0:6 unterlag, realistisch.

Ein Genuss für Tennis-Ästheten war das Herren-65-Finale des Peter König, der da, wo andere „knallen“, den Ball mit chirurgischer Präzision an für den an eins gesetzten Linkshänder Willfried Siwitza (Essen) unerreichbare Stellen spielte. Nach dem 6:4, 6:3 konnte er fröhlich den Arm hochreißen.

Über die restlichen Spiele berichten wir in unserer Ausgabe am Dienstag.

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