Bei Wuppertals As Matthias Schramm funktioniert das Spiel in beiden Rollen seit vielen Jahren.

Bei Wuppertals As Matthias Schramm funktioniert das Spiel in beiden Rollen seit vielen Jahren.
Wuppertalers bekanntester Tennis-Lehrer Matthias Schramm mit seiner neuesten EM-Goldmedaille.

Wuppertalers bekanntester Tennis-Lehrer Matthias Schramm mit seiner neuesten EM-Goldmedaille.

Stefan Fries

Wuppertalers bekanntester Tennis-Lehrer Matthias Schramm mit seiner neuesten EM-Goldmedaille.

Wer einen Titel dreimal in Folge gewonnen hat, für den ist der vierte zwar ein Ziel, aber sicher keine so große Sensation mehr. So ging es Matthias Schramm und Andrew Lux (Blau-Weis Elberfeld), die, wie berichtet, bei den Europameisterschaften in Seefeld zum vierten Mal Meister im Doppel der Herren 35 wurden. Ganz anders liegt der Fall beim Einzel-Wettbewerb: Da setzte sich Matthias Schramm (37) zum ersten Mal die europäische Krone auf und hat damit den bisher größten Solo-Titel seiner Karriere gewonnen. Die Goldmedaille war der Lohn für vier Siege gegen die Konkurrenten aus Österreich, Ungarn, der tschechischen Republik und Polen, wobei Wojciech Nowak (Polen) im Finale die höchste Hürde darstellte.

Der Sportler

der Woche

„Die Qualität der Gegner hat sich im Laufe des Turniers ständig gesteigert“, berichtet „Mattes“, der in seinem Club in der Beek seit 2003 als Tennislehrer und Trainer tätig ist.

„Ursprünglich hatte ich nach dem Abitur Wirtschaftswissenschaften studiert und nebenbei Trainerstunden gegeben, habe aber gemerkt, dass mir Tennis mehr Spaß macht. Und weil Tim Wiedenstritt damals mit seiner Tennisschule bei BWE aufgehört hatte, konnte ich da problemlos einsteigen. Es war die richtige Entscheidung, die ich keinen Tag bereut habe“, erinnert sich der 1,86 Meter große und dabei nur 77 Kilogramm schwere Europameister an seine Anfänge als Tennislehrer. Sein relativ geringes Gewicht erklärt er unterdessen so: „Ich achte sehr auf meine Ernährung: Viel Obst und Gemüse, wenig Kohlenhydrate.“

Matthias Schramm gibt rund 50 Trainerstunden in der Woche, ist also bestens ausgebucht. Doch die Lehrtätigkeit und der Wettkampf sind zwei verschiedene Seiten des Rackets. Bringen doch die Stunden mit den unerfahrenen Schülern und Schülerinnen von fünf bis mehr als 80 Jahren (einer von ihnen ist WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen) alles andere als sportliche Verbesserungen für einen Ranglistenspieler. „Da muss ich vier bis fünfmal pro Woche schon mit den Jungs aus dem Verein trainieren, um mein Niveau zu halten oder zu verbessern.“

Engagement mit Top-Spielerin Annika Beck ist beendet

Sind Titel hilfreich für den Tennislehrer Schramm? „Ja, es ist immer ein Vorteil, wenn ein Trainer noch selbst spielt und dabei erfolgreich ist“, stellt der Blau-Weiße fest. Eine Tätigkeit als Coach ging allerdings zu seinem Bedauern wieder zu Ende: Annika Beck, die deutsche Weltranglistenspielerin, die er im vergangenen Jahr bei großen internationalen Turnieren als Co-Trainer betreut hat, musste ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. „Annika ist immer noch nicht schmerzfrei und hat jetzt ein Medizinstudium begonnen.“

Wenn Matthias Schramm bei Stadt- oder Bergischen Meisterschaften auftritt, dann ist ihm eine große Zuschauergemeinde sicher. Sein Geheimnis: „Ich bin seit vielen Jahren dabei, im Gegensatz zu Spielern, die hier nur vorübergehend sportlich tätig sind. Das ist bei meinen Mannschaftskollegen bei Blau-Weiss genauso. Wir spielen seit vielen Jahren zusammen (ohne Bezahlung, wie Schramm ausdrücklich betont). Und deshalb identifizieren sich die Zuschauer mit uns und kommen, um uns zu sehen.“ Und wenn dabei mit Andrew Lux und Matthias Schramm auch noch zwei Asse ohne jeden Star-Habitus dabei sind, drücken ihnen besonders viele Tennisfans die Daumen.

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