Erst schaltete der TSV Ronsdorf Grün-Weiß und Favorit Cronenberg aus, dann fegte er im Finale gegen Sudberg wie ein Tsunami durch die Uni-Halle.

Turniersieg
Siegerjubel mit Pokal: Beim TSV Ronsdorf kannte die Freude nach dem Finalsieg über Landesliga-Konkurrent Sudberg keine Grenzen. Fotos (3): Andreas Fischer

Siegerjubel mit Pokal: Beim TSV Ronsdorf kannte die Freude nach dem Finalsieg über Landesliga-Konkurrent Sudberg keine Grenzen. Fotos (3): Andreas Fischer

Fischer, A. (f22)

Siegerjubel mit Pokal: Beim TSV Ronsdorf kannte die Freude nach dem Finalsieg über Landesliga-Konkurrent Sudberg keine Grenzen. Fotos (3): Andreas Fischer

Wuppertal. Es sah schon nach einer Sensation aus, als der finanziell gebeutelte Vorjahressieger SSV Sudberg im Finale der 26. Wuppertaler Hallenstadtmeisterschaften mit 2:0 gegen den TSV Ronsdorf führte.

Doch vor am Ende noch rund 800 der in der Spitze am Sonntag gut 1300 Zuschauern drehten die Zebras in den zweiten zehn Minuten eines spannenden Finales noch einmal richtig auf. Sie kippten durch Tore von Deniz Dogan – ausgerechnet ein Winterneuzugang aus Sudberg – sowie Nico Sudano, Jens Perne, Björn Beckmann und wieder Dogan die Partie noch zum 5:2-Erfolg.

Es war für die Ronsdorfer der erste Titelgewinn nach 2000 und der vierte überhaupt, und er war hoch verdient, wie sich fast alle nach einem langen und vom FSV Vohwinkel erstklassig organisierten Turnier einig waren.

„Mich hat besonderes beeindruckt, wie die Ronsdorfer im Viertelfinale wie ein Tsunami über Grün-Weiß hinweggefegt sind“, sagte Oberbürgermeister Peter Jung, der in der Uni-Halle schon zum 13. Mal die Siegerehrung vornahm. In der Tat gehörte der 6:0-Erfolg der Zebras über die hoch eingeschätzten und technisch versierten Barmer zu den Höhepunkten des Turniers.

Auch nächstes Jahr soll die Halle für das Turnier zur Verfügung stehen

„Insgesamt wieder ein tolles Turnier“, fand Jung und fügte auch noch einen Satz zum Thema Uni-Halle hinzu. „Wir müssen dafür sorgen, dass es hier auch nächstes Jahr noch so etwas geben kann. Unser Ziel ist, dass, bis alles vernünftig durchgeplant und durchfinanziert ist – ob Neubau oder Sanierung – noch so viele Zuschauer wie möglich hineinkönnen.“

Auch der Vorsitzende des Fußball-Kreises, Stefan Langerfeld, sprach von einem wieder tollen Turnier. „Mit 700 Zuschauern am Samstag und 1300 am Sonntag kann man zufrieden sein.“ Dass der WSV nicht dabei gewesen sei, sei zwar schade, weil er fraglos dazugehöre, der Verein habe mit seiner Absage aber eher sich als dem Turnier geschadet.

Dramatik im vorweggenommenen „Endspiel“ zwischen TSV und CSC

Hochzufrieden war TSV-Trainer Michele Velardi, als sein Team dem großen Ronsdorfer Anhang den Pokal präsentieren konnte. „Wer Grün-Weiß und Cronenberg schlägt und im Finale ein 0:2 umbiegt, kann nicht unverdienter Sieger sein. Nach der Vorrunde haben wir den Schalter umgelegt“, jubelte Velardi. Erst durch die überraschende 2:3-Niederlage in der Vorrunde gegen den guten Bezirksligisten Uellendahl hatte sich sein Team das schwerere Restprogramm beschert. Doch nach dem souveränen Sieg gegen Grün-Weiß behielt der TSV mit seinen starken Individualisten, aber auch viel Disziplin gegen den Cronenberger SC – als Oberligist ranghöchste Mannschaft – die Nerven.

Cronenberg gelang zwar in Unterzahl in der letzten Minute noch der 2:2-Ausgleich, in der Verlängerung nutzten die Zebras aber die weiter bestehende Überzahl clever aus. „Das war auch für die Zuschauer eine tolle Sache, da waren Emotionen in der Bude“, rang CSC-Trainer Markus Dönninghaus dem Spiel auch aus seiner Sicht Positives ab.

Nach dem Ausgleich der Cronenberger in Unterzahl hatte zusätzlich für Aufregung gesorgt, dass der CSC für die letzten Sekunden den vierten Feldspieler gebracht hatte und das Kampfgericht weiterlaufen ließ, obwohl nur die Mannschaft komplettieren darf, die in Unterzahl einen Gegentreffer erhält. Zum Glück ging es schnell wieder um Fußball – und eben die Klasse des TSV.

Moralisch gestärkte Sudberger bangen um Neuzugang Zenuni

Die erkannte auch Sudbergs Trainer Berndt Budt an. „Wir haben hier mehr erreicht, als wir uns erhoffen konnten“, sagte er. Schmerzlicher als die Finalniederlage war für ihn, dass sich Neuzugang Florim Zenuni, angesichts der engen Personaldecke dringend benötigt, im Finale wieder an seinem Knie verletzt hatte.

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