Christian vom Lehn startet bei den umstrittenen Olympischen Jugendspielen.

Singapur statt Budapest: Christian vom Lehn schwimmt derzeit bei den Olympischen Jugendspielen.(Archivfoto)
Singapur statt Budapest: Christian vom Lehn schwimmt derzeit bei den Olympischen Jugendspielen.(Archivfoto)

Singapur statt Budapest: Christian vom Lehn schwimmt derzeit bei den Olympischen Jugendspielen.(Archivfoto)

Singapur statt Budapest: Christian vom Lehn schwimmt derzeit bei den Olympischen Jugendspielen.(Archivfoto)

Wuppertal. Mit der Teilnahme an den 1. Olympischen Jugendspielen in Singapur (noch bis zum 26. August) endet für Schwimmer Christian vom Lehn von der SGBayer eine lange und erfolgreiche Sommersaison auf der 50-Meter-Bahn.

Höhepunkt waren die Junioren-Europameisterschaften (JEM) im Juli in Helsinki, wo vom Lehn mit dem Gewinn der Goldmedaille über 200m Brust, sowie zweimal Bronze über 100m Brust und mit der 4x100m-Lagenstaffel eine großartige Vorstellung bot.

In Budapest wäre zumindest das Semifinale locker möglich gewesen

Gerne wäre der 18-Jährige nach diesen Erfolgen auch bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Europameisterschaften in Budapest dabei gewesen, doch die Qualifizierungskriterien des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) schoben dem einen Riegel vor.

Nachdem sich vom Lehn bereits Anfang Juni bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften für die Junioren-EM qualifiziert hatte, war der weitere Trainingsaufbau nur noch auf die JEM ausgerichtet. Dass er auch in Budapest eine gute Rolle gespielt hätte, bewiesen indes die Ergebnisse des 200m- Brustwettbewerbes. Mit seiner Siegerzeit von der JEM in Helsinki (2:12,93 Minuten) hätte er in der ungarischen Hauptstadt locker zumindest das Semifinale erreicht.

Anstatt Budapest ist nun aber Singapur für vom Lehn die letzte Station dieser Sommersaison. 3600 Jugendliche im Alter von 14bis 18 Jahren aus 205 Nationen, darunter 70 aus Deutschland, nehmen an der Premiere der Olympischen Jugendspiele teil. Das Sportprogramm umfasst 26 Sportarten mit 201Wettkämpfen. Hinzu kommt ein umfangreiches Kultur- und Erziehungsprogramm.

Sportlicher Wert der Jugendspiele in Singapur ist fraglich

Initiator der ersten Olympischen Jugendspiele ist IOC-Präsident Jacques Rogge. "Von nun an hat die Jugend der Welt die Möglichkeit, an einem globalen Ereignis teilzuhaben, das Sport, Ausbildung und Kultur vereint", sagte Rogge zur Idee, die hinter den erstmals ausgerichteten Spielen steckt und künftig alle vier Jahre stattfinden sollen. Den jungen Sportlern sollen Ethik, Moral und Fair Play vermittelt werden. Sieg oder Niederlagen haben nicht den ersten Stellenwert. Deshalb müssen die Athleten neben den sportlichen Wettkämpfen auch an einem Bildungs- und Kulturprogramm teilnehmen.

Kritiker bezeichnen die ersten Jugendspiele als eine reine Werbeveranstaltung des krisengeplagten IOC (Doping, Kommerz etc.). Der sportliche Wert der Veranstaltung ist eher gering.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC), das sämtliche Kosten der Teilnehmer übernimmt, lässt sich die erste Auflage eine dreistellige Millionensumme kosten. Der sportliche Wert der Spiele ist dabei umstritten. Das deutsche Schwimmteam besteht aus acht Athleten (vier Frauen, vier Männer).

Vom Lehn bestreitet über 100und 200m Brust zwei Einzelwettkämpfe. Hinzu kommt die 4x100m-Lagenstaffel der Männer und eine weitere mit Frauen und Männern gemischt zu schwimmende Lagenstaffel.

Da nur vier deutsche Männer in Singapur startberechtigt sind (die Teilnehmerzahl wurde vom IOC festgelegt), steht vom Lehn auch in der 4x100m Freistilstaffel. Über seine Chancen konnte der 18-jährige vor dem Abflug noch nichts sagen.

"Bisher gibt es keine Meldeliste. Ich kenne meine Konkurrenten nicht und kann zu meinen Aussichten daher nichts sagen. Besondere Erwartungen habe ich nicht. Den Stellenwert siedele ich nicht so besonders hoch ein. Mein Saisonhöhepunkt war Helsinki. Trotzdem möchte ich natürlich schon gut abschneiden und werde mein bestes geben", sagt der junge Athlet, der sich gute Chancen auf eine Medaille ausrechnet.

Neben seinen Wettkämpfen freut sich der Bayer-Schwimmer auf das angebotene Rahmenprogramm in Singapur. "Daneben werde ich versuchen, soviel wie möglich von der Stadt kennen zu lernen. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sollen ja sehr gut sein", hat sich vom Lehn auch außersportlich einiges vorgenommen.

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