Erstmals wird Barrierefreiheit für behinderte Teilnehmer geschaffen. Kritik gab es hingegen wegen der Sondergebühr von fünf Euro für Plätze in der schnellsten Startgruppe.

Die Organisatoren rechnen mit 9000 bis 10.000 Läufern. Erstmals Öffnung für behinderte Teilnehmer.
Besonders beim Firmenlauf dürfte die Teilnehmerzahl noch einmal steigen. Es könnten am 2. Juli fast 10 000 Teilnehmer werden. Archiv

Besonders beim Firmenlauf dürfte die Teilnehmerzahl noch einmal steigen. Es könnten am 2. Juli fast 10 000 Teilnehmer werden. Archiv

Andreas Fischer

Besonders beim Firmenlauf dürfte die Teilnehmerzahl noch einmal steigen. Es könnten am 2. Juli fast 10 000 Teilnehmer werden. Archiv

Wuppertal. Wenn Silvia Kramarz, Vorsitzende des Vereins Schwebebahnlauf, die aktuellen Anmeldezahlen für den Schwebebahnlauf am Sonntag, 2. Juli, betrachtet, dann muss sie ein wenig schlucken. „Das Interesse ist gewaltig. Lagen 2016 Mitte Mai 675 Anmeldungen vor, so waren es in diesem Jahr zum gleichen Zeitpunkt bereits 2500. Rechnet man die Zahlen hoch, dann werden wir bei 9000 bis 10.000 Läufern landen. 7049 Teilnehmer waren es im vorigen Jahr“, sagt Silvia Kramarz.

Wie in den vergangenen Jahren werden alle Läufe auf der B 7 am Opernhaus gestartet. Neben dem Bambini-Lauf über eine Strecke von 400 Metern und dem Schülerlauf über 1,6 Kilometer sind ein Halbmarathon, ein Zehn-Kilometer-Rennen und der abschließende Firmenlauf im Programm. Erstmals werden in diesem Jahr Voraussetzungen speziell für die Teilnahme behinderter Sportler geschaffen. Das gilt für Handbiker, Rollstuhlfahrer (Rollis) oder Läufer, die in Begleitung eines Assistenten auf die Strecke gehen wollen.

Sandra Heinen, Inklusionsbeauftragte der Stadt, begrüßt die Bemühungen des Vereins Schwebebahnlauf sehr. „Von seiner Grundidee her ist der Schwebebahnlauf ohnehin als inklusives Sportereignis angelegt. Es geht den Teilnehmern schließlich vor allem um das Gemeinschaftserlebnis, wenn sie mit ihren Kollegen oder Freunden gemeinsam laufen“, sagt Sandra Heinen.

„Behinderte Menschen waren schon in den vergangenen Jahren zahlreich am Start, doch bedingt durch den Standortwechsel vom Läuferdorf am Laurentiusplatz zum Engelsgarten können wir erst in diesem Jahr die Barrierefreiheit an und auf der Strecke herstellen“, sagt Silvia Kramarz. Sie ist überzeugt, dass in den kommenden Jahren noch viel mehr behinderte Sportler den Schwebebahnlauf für sich entdecken.

„Bei uns sind es vor allem die Kinder, die ihre Eltern dafür begeistern und den Wunsch äußern, mitzumachen“, berichten Annette Mack und Nagehan Henn vom Verein „Behindert - na und?“. Der Verein ist im erstmals mit zehn Teilnehmern dabei. Es spricht sich herum, dass der Schwebebahnlauf eine ganz besondere Atmosphäre hat und an sowie auf der Strecke große Emotionen auslösen kann. Weitere Anmeldungen könnten daher folgen.

Damit den Teilnehmern keine Hindernisse wie hohe Bordsteine auf dem Weg zur Startlinie im Wege stehen, sollen barrierefreie Zugänge rund um den Engelsgarten geschaffen werden. Es ist zudem dafür gesorgt, dass den Handbikern und Rollstuhlfahrern keine Läufer im Weg sein werden. „Die Handbiker sind die Schnellsten in den Feldern und daher werden sie als erste Gruppe starten“, erklärt Silvia Kramarz. Bei den Anmeldungen sollten die Teilnehmer die Art ihre Behinderung angeben und ankreuzen, ob sie einen Assistenten auf der Strecke benötigen. „ 13 Prozent der Menschen in Wuppertal weisen Behinderungen auf“ sagt Sandra Heinen. Möglichst viele will der Verein Schwebbahnlauf am 2. Juli mobilisieren.

Zudem wurde eine grüne Gruppe beim Firmenlauf eingerichtet, in der sich alle die einreihen, die auf Zeiten deutlich unter 20 Minuten aus sind. Kritik gab es wegen der Sondergebühr von fünf Euro für diese Startgruppe. Silvia Kramarz entgegnet dem mit dem Hinweis auf einen größeren Aufwand bei der Organisation und Zeitmessung. „Das halten andere Veranstalter genauso. Der organisatorische Aufwand ist insgesamt so groß, dass wir ohne Sponsoren und Unterstützer ein Startgeld von 80 Euro verlangen müssten.“

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