Die erfolgreichste Wuppertaler Schwimmerin der vergangenen zwei Jahrzehnte wird Trainerin bei ihrem langjährigen Verein.

Die erfolgreichste Wuppertaler Schwimmerin der vergangenen zwei Jahrzehnte wird Trainerin bei ihrem langjährigen Verein. 
Geschäftsführerin Simone Osygus (r.) und Abteilungsleiter Mike Matthäus freuen sich riesig über die Rückkehr von Sarah Poewe als Trainerin.

Geschäftsführerin Simone Osygus (r.) und Abteilungsleiter Mike Matthäus freuen sich riesig über die Rückkehr von Sarah Poewe als Trainerin.

Krschak

Geschäftsführerin Simone Osygus (r.) und Abteilungsleiter Mike Matthäus freuen sich riesig über die Rückkehr von Sarah Poewe als Trainerin.

Wuppertal. Nach Christian vom Lehn, der nach seinem Ausflug zur SG Essen seit gut einem Jahr wieder für die SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen schwimmt, hat die Schwimmabteilung des Wuppertaler Großvereins ein weiteres Aushängeschild zurückgewinnen können. Sarah Poewe wird ab August die 2. Trainingsgruppe als Trainerin übernehmen und damit die Nachfolge von Susanne Jedamsky antreten, die Ende vergangenen Jahres als C-Bundestrainerion zum Deutschen Behindertensportverband gewechselt war. Interimsmäßig war die Gruppe seitdem von Axel Focke und Markus Hoffmann betreut worden.

„Wir sind froh, dass sich Sarah wieder ihrer Wuppertaler Wurzeln besinnt.“

Mike Matthäus, Vorsitzender der Schwimmabteilung des SV Bayer

Poewe (35) hatte nach ihrer vierten Olympiateilnahme im Jahr 2012 ihre überaus erfolgreiche aktive Karriere beendet. Neben Bronze mit der deutschen Lagenstaffel bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 gewann die Brustspezialistin sieben Europameistertitel, mehrere WM-Medaillen und 17 Deutsche Meistertitel. Mit 1:07,01 Minuten über 100 Meter Brust hält sie bis heute den Deutschen Rekord auf der 50 Meter-Bahn.

„Wir sind sehr froh, dass Sarah sich ihrer Wuppertaler Wurzeln besinnt und sehen in ihr mit ihrer großen Qualität eine wichtige Ergänzung unseres Trainerstabes“, freute sich Mike Matthäus, Vorsitzender der Schwimmabteilung des SV Bayer Wuppertal am Montagmorgen bei Poewes Vorstellung. Am Abend sollte die gute Nachricht auch auf der Jahreshauptversammlung des Vereins verkündet werden. In der zweiten Trainingsgruppe hat Poewe nun die Aufgabe, die schon fortgeschrittenen Talente des Vereins im Alter ab 12, 13 Jahren weiterzuentwickeln und an die erste Trainingsgruppe von Michael Brija heranzuführen. Eine wichtige Rolle in dem Verein, der nicht mehr hochkarätige Schwimmer von außen holt, sondern den eigenen Nachwuchs von Klein auf an die nationale Spitze führen will.

„Für mich ist das auch der nächste Schritt in meiner Karriere“, sagt Poewe selbst. Den Einstieg ins Trainergeschäft hatte sie nach ihrem Karriereende sozusagen über einen Brustschwimmkurs getan, den sie für den SV Bayer gegeben hatte. „Man hat damals sofort die Verbesserungen bei den Teilnehmern gesehen. Dass sie dann nach Essen gewechselt ist, hat uns überrascht “, sagt Simone Osygus. Die Geschäftsführerin der Bayer-Schwimmabteilung hatte dann auch die Idee, Sarah Poewe aus Essen zurückzuholen, wo sie seit eineinhalb die Jugendmehrkampfgruppe der SGE betreut.

„Es ist mir nicht leichtgefallen das aufzugeben, weil ich sehr an meinen Athleten hänge und sie für mich immer im Mittelpunkt stehen. Deshalb war es mir auch wichtig, die Saison in Essen zu Ende machen zu können“, versichert die Inhaberin des Trainer-B-Scheins. Neben des Aufstiegs auf der Trainer-Karriereleiter habe für sie vor allem die Familie den Ausschlag gegeben, zurück nach Wuppertal zu wechseln. „So fällt für mich die Fahrerei weg und ich habe wieder mehr Zeit für meine Tochter“, sagt Sarah Poewe. Mit Sia und ihrem Lebensgefährten Sebastian wohnt sie im Zooviertel. Die zweieinhalbjährige Sia bringt sie derzeit morgens in den Kindergarten, holt sie dort noch ab und hat dann nur ein paar Minuten mit ihr gemeinsam, bevor sie bis abends zum Training nach Essen abrauscht. „Das wird in Wuppertal alles leichter, weil die Wege viel kürzer sind“, freut sich die junge Mama, die hier selbst heimisch geworden ist, obwohl sie erst seit 2011 hier wohnt.

Nach ihrem Wechsel zur SG Bayer im Jahr 2002, hatte die gebürtige Südafrikanerin lange in den USA gelebt und trainiert, bevor sie dort 2011 ihr Bachelor-Studium in Kommunikationswissenschaft abschloss und für die Olympiavorbereitung nach Wuppertal zog. Nun ist sie auch sportlich wieder hier.

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