Am kommenden Samstag starten an der Uni 400 Teilnehmer bei den Titelkämpfen im Orientierungslauf.

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Der Wuppertaler Christoph Luter organisiert die Deutschen Meisterschaften im Sprint-Orientierungslauf an der Bergischen Universität.

Der Wuppertaler Christoph Luter organisiert die Deutschen Meisterschaften im Sprint-Orientierungslauf an der Bergischen Universität.

Andreas Fischer

Der Wuppertaler Christoph Luter organisiert die Deutschen Meisterschaften im Sprint-Orientierungslauf an der Bergischen Universität.

Wuppertal. Studenten können im Gebäudewirrwarr der Bergischen Universität auf dem Grifflenberg manchmal die Orientierung verlieren, heißt es. Das sollte den gut 400 Startern, die am kommenden Samstag bei der Deutschen Meisterschaft im Sprint-Orientierungslauf auf dem Gelände unterwegs sind, möglichst nicht passieren. Denn genau wie die Studenten ihren Stoff, müssen die Läufer – allerdings in Sekundenschnelle – eine Karte studieren, um möglichst ohne Zeitverzögerung und auf dem schnellsten Weg den dort schematisch eingezeichneten nächsten Kontrollpunkt anzusteuern.

Sportart Orientierungslauf hat in Skandinavien viele Anhänger

Insgesamt 80 Kontrollpunkte haben Christoph Luter und seine Mitstreiter vom TSC Eintracht Dortmund auf dem Campus versteckt. „Eine Arbeit, die mit vorherigem Kartenstudium und schließlich der Besichtigung vor Ort einige hundert Stunden gedauert hat“, sagt Luter, der die Titelkämpfe erstmals in seine Wahlheimat geholt hat. Er stammt aus dem Saarland und zog 1985 zum Studium nach Wuppertal. Mit dem Orientierungslauf-Virus ist er von seinem Vater infiziert worden. Die Sportart, die Naturverbundenheit, eine schnelle Auffassungsgabe beim Kartenstudium und eben läuferische Fähigkeiten miteinander verbindet und in Skandinavien viele 100 000 Fans hat, fristet in Deutschland ein eher bescheidenes Dasein.

In den 1980er Jahren schloss sich Luter zunächst der kleinen Orientierungslauf-Abteilung im BTV an, die einige Wettkämpfe ausrichtete, sich aber später mangels Masse auflöste. So landete der heute 47-Jährige bei Eintracht Dortmund und brachte die Idee mit, auf dem Wuppertaler Uni-Campus einen Sprint zu organisieren. „Das Gelände mit seinen Treppen, Durchlässen, Gebäuden, Nischen und Grünanlagen hat mich gleich fasziniert“, sagt er. 2009 veranstaltete der TSC erstmals einen Orientierungslauf auf dem Uni-Gelände, der zur Westfälischen Rangliste zählte – und der kam bestens bei den Teilnehmern an.

Steigungen, Durchlässe, Gebäude – alles muss einkalkuliert werden

Nun ist alles eine Nummer größer. Eingeteilt in Klassen von 14 bis 65 Jahren und Frauen und Männer werden die Teilnehmer am Samstag auf „Punktejagd“ gehen. Pro Sprintlauf, den die Besten in 12 bis 15 Minuten bewältigen sollen, sind 19 bis 22 Punkte (Hauptklasse) anzusteuern und jeweils mit einem Mikrochip, der in eine kleine elektronische Station gesteckt wird, zu quittieren.

„Orientierungslauf ist eine sehr familiäre Angelegenheit, da gibt es sehr ehrgeizige Läufer, aber auch Familien, die einfach Spaß an der Suche im Gelände haben“, sagt Luter. Die Punkte können an einem Baum versteckt sein, in einer Gebäudenische, an einer Treppe, im Dickicht oder auf offener Fläche.

Für alles gibt es in der Postenbeschreibungskarte die entsprechenden Symbole. Steigungen, Durchlässe, Gebäude – alles muss beim Weg dorthin kalkuliert werden. „Am besten ist man im Kopf immer ein, zwei Punkte voraus, damit man sofort weiß, wie man weiterlaufen muss“, so Luter.

Er selbst war schon einmal DM-Zweiter im Orientierungslauf der AK 35, als Mitorganisator kann er diesmal aber natürlich nicht als Läufer starten.

So dürfte es am kommenden Samstag ein kleines Gewusel geben, auch wenn die Studenten an diesem Tag vorlesungsfrei haben. Zuschauer sind aber willkommen. Kurze Laufzeiten und ein übersichtliches Laufgelände tragen dazu bei, dass die Sportart auch für Besucher attraktiv zu beobachten ist.

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