Wuppertaler Boxerin scheitert nach Nasenbeinbruch bei den polnischen Meisterschaften in der Vorqualifikation.

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Olivia Luczak hat hart für ihren Olympiatraum gearbeitet. Jetzt ist er zerplatzt.

Olivia Luczak hat hart für ihren Olympiatraum gearbeitet. Jetzt ist er zerplatzt.

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Olivia Luczak hat hart für ihren Olympiatraum gearbeitet. Jetzt ist er zerplatzt.

Wuppertal. Ein Kopfstoß und ein dadurch verursachter Nasenbeinbruch ließen die Olympia-Träume von Boxerin Olivia Luczak von der BSU Wuppertal jäh platzen. Es war bei den polnischen Meisterschaften in Grudziac: Die technisch versierte Deutsch-Polin hatte ihren ersten Kampf gegen Natalja Kowalska deutlich mit 19:7 gewonnen. Doch in der nächsten Runde passierte das Missgeschick. Ihre wild und unkontrolliert kämpfende Gegnerin Kinga Siwa erwischte die Wuppertalerin mit einem Kopfstoß, das Nasenbein knackte, und auf diese Weise gehandicapt, musste Olivia Luczak eine 13:18-Punktniederlage quittieren. „Ich war in diesem Moment zu langsam, um rechtzeitig zu reagieren“, meinte die Diplom-Ingenieurin an der Uni Wuppertal selbstkritisch.

Die zweite Wuppertaler Boxerin, die am Ziel London gescheitert ist

„Ich musste bei den polnischen Meisterschaften mindestens ins Finale kommen und beim Felix-Stamm-Turnier in Warschau, an dem ich jetzt nicht mehr teilnehmen kann, auch zumindest den Endkampf erreichen, um für die Weltmeisterschaft in China und dann vielleicht für die Olympischen Spiele in London nominiert zu werden“, kommentiert die 30-Jährige traurig.

Nach Pinar Yilmaz (ASV) ist damit auch die zweite Wuppertaler Olympia-Hoffnung im Frauenboxen zunichtegemacht worden. Während Pinar Yilmaz mit 24 Jahren noch auf Olympia 2016 hoffen kann, dürfte sich für die 30 Jahre alte Olivia Luczak wohl kaum eine weitere Chance ergeben.

Olivia Luczak, die auf 23 nationale und internationale Erfolge in ihrer Karriere zurückblicken kann, hatte sich mit verschärftem Training und einem ausgeklügelten Ernährungsplan auf das olympische Gewichtslimit von 60 Kilogramm (von ursprünglich 63) gebracht und sah in der Teilnahme an den Olympischen Spielen in London den Höhepunkt ihrer Laufbahn. „Dieser Traum ist nun ausgeträumt“, sagt die vorbildliche Sportlerin, die kürzlich auch zur Botschafterin für Integration ernannt wurde, gefasst. In naher Zukunft wird sie sich nun dem Verfassen ihrer Doktorarbeit widmen und ihre Erfahrungen im Boxsport wohl als Trainerin weitergeben. Luczak hat im vorigen Jahr bei ihrer Trainer-Prüfung alle männlichen Kollegen hinter sich gelassen.

Geboren 24. November 1981 in Schwelm.

Begann bei der BSU Wuppertal 2003 mit dem Boxen, ist seit 2006 ununterbrochen deutsche Meisterin in der Gewichtsklasse bis 64 Kilo. 2008, 2010 und 2011 wurde sie polnische Meisterin, hat sich für ihren Olympiatraum auf die olympischen 60 Kilo „heruntertrainiert.“

Diplom-Ingenieurin für Sicherheitstechnik an der Universität Wuppertal, dort Botschafterin für Integration.

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