Basketballerin Nicole Egert spielt bei ihrem dritten Engagement beim BTV eine zentrale Rolle.

Basketballerin Nicole Egert spielt bei ihrem dritten Engagement beim BTV eine zentrale Rolle.
Nicole Egert (r.) sucht stets den Weg zum Korb. Nur selten gelingt es den Gegnerinnen, sie - wie hier - zu blocken.

Nicole Egert (r.) sucht stets den Weg zum Korb. Nur selten gelingt es den Gegnerinnen, sie - wie hier - zu blocken.

Andreas Fischer

Nicole Egert (r.) sucht stets den Weg zum Korb. Nur selten gelingt es den Gegnerinnen, sie - wie hier - zu blocken.

Wenn Nicole Egert ihre Läufe startet und zum Korb zieht, sehen regelmäßig ganze Abwehrreihen alt aus. Trotz ihrer für eine Basketballerin schon ordentlichen Größe von 1,78 Metern wirkt die 24-Jährige recht zierlich, setzt sich aber mit ihrer Dynamik dann auch gegen größere und stämmigere Gegenspielerinnen durch. Ob sie das Ziel direkt mit einem Korbleger anvisiert, zunächst am Korb vorbeizieht und dann rückwärts einen Hakenwurf setzt oder auch mal aus der Distanz trifft – sie traut sich und wird oft belohnt. Mit 26 und 32 Punkten war sie maßgeblich an den jüngsten Siegen der BTV-Regionalliga-Damen gegen Bonn und Bielefeld beteiligt und hilft dem neu zusammengestellten Team, sich an ihr zu orientieren.

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„Dafür haben wir sie ja geholt“, sagt Trainerin Lilia Rachmakow, die nach dem Zweitliga-Abstieg nur noch auf zwei ehemalige Spielerinnen bauen konnte und aufgrund vieler Neuer, die sich an das Regionalliga-Niveau erst gewöhnen müssen, jemanden gesucht hatte, der auch punkten kann.

Für die aus Krefeld stammende Nicole Egert ist es bereits ihr drittes Engagement beim BTV – und aktuell darf man sagen: Nie war sie so wertvoll wie heute. „Sascha Bornschein wollte mich schon in der Jugend zum BTV holen. Damals habe ich aber bei Herne noch U 19 und 2. Liga gespielt, und Wuppertal war einfach zu weit“, sagt Nicole Egert. Als Herne dann in die Erste Liga aufstieg und der Aufwand für sie zu groß geworden wäre, gab sie Bornscheins Werben 2011 doch nach, spielte unter ihm zwei Jahre Regionalliga. Später half sie in der 2. Liga noch einmal aus, als der BTV durch Verletzungen große Personalprobleme hatte.

Ihre jetzige erneute Rückkehr hängt auch damit zusammen, dass sie viele ihrer Mitspielerinnen von früher kennt. Mit Hannah Wischnitzki, Hannah Safa, Jessica Klaas oder Tete Minjoli versteht sie sich nicht nur auf, sondern auch neben dem Feld, wovon teilweise auch gemeinsame Urlaube zeugen.

Überhaupt bezeichnet Nicole Egert das Reisen neben dem Sport als ihre Leidenschaft. Auch im Urlaub ist sie dann - wie zu Hause - ständig auf Achse.

Sie wohnt in Essen, wo sie Erziehungswissenschaften studiert und kurz vor ihrem Bachelor steht. Den Master will sie dann noch dranhängen. „Ob eventuell berufsbegleitend, das weiß ich noch nicht .“

Gleichzeitig arbeitet sie an einer Grundschule in Recklinghausen in der pädagogischen Betreuung, trainiert in Duisburg eine U 12-Mädchenmannschaft und versucht natürlich, auch beim BTV kein Training auszulassen. Dass sie dabei immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sieht sie sogar eher als Vorteil. „Da habe ich dann eine halbe oder eine Dreiviertelstunde für mich, lese ein Buch oder höre Musik.“ Zum BTV-Training wird sie meist von Jessica Klaas vom Bahnhof Vohwinkel aus mitgenommen.

Was mit der Mannschaft, die zum Auftakt der Saison nur schwer in die Gänge kam, noch möglich ist, da will sie sich noch nicht genau festlegen. „Wir müssen uns auf dem Feld alle noch besser kennen lernen, sehen, was funktioniert und was nicht. Am Anfang wusste ich auch noch nicht, was die Trainerinnen genau von mir erwarten. Aber das spielt sich langsam ein“, so Egert, die der Mannschaft durchaus einen Platz im oberen Tabellenmittelfeld zutraut. Ob das klappt, dürfte nicht zuletzt von ihrer eigenen Leistung abhängen. Vor allem davon, ob sie weiter so gut trifft.

Bei der bisher noch punktlosen Velberter SG soll heute um 18 Uhr, Am Sportzentrum 1. möglichst der dritte Saisonsieg her.

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