Nach dem frühzeitigen Aufstieg sprach die WZ mit WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen über Ein- und Ausblicke.

Trainer Stefan Vollmerhausen (l.) und Sportdirektor Manuel Bölstler wünschen sich nach dem Aufstieg Verstärkungen.
Trainer Stefan Vollmerhausen (l.) und Sportdirektor Manuel Bölstler wünschen sich nach dem Aufstieg Verstärkungen.

Trainer Stefan Vollmerhausen (l.) und Sportdirektor Manuel Bölstler wünschen sich nach dem Aufstieg Verstärkungen.

Gerhard Bartsch

Trainer Stefan Vollmerhausen (l.) und Sportdirektor Manuel Bölstler wünschen sich nach dem Aufstieg Verstärkungen.

Wuppertal.  Erst einmal Gratulation zum Aufstieg, Herr Vollmerhausen. Eine so vorzeitige Meisterschaft ist man sonst nur vom FC Bayern gewohnt. Wie schwer fällt es, nach den ersten Feierlichkeiten, am Sonntag in Duisburg wieder für fünf Spiele in den Ligaalltag zurückzukehren?

Stefan Vollmerhausen: Das fällt nicht schwer. Es sind Punktspiele. Wir spielen gegen Mannschaften, die sich noch in ungeklärter sportlicher Situation befinden. Da ist es auch ein Gebot der Fairness, diese Spiele ernst zu nehmen. Außerdem ist es unser sportlicher Anspruch, so viele Punkte wie möglich zu holen.

Was waren für Sie die entscheidenden Faktoren dafür, dass ihre Mannschaft letztlich so souverän an der Spitze steht?

Vollmerhausen: Wir haben uns weiterentwickelt. Wir waren zwar nicht individuell die beste Mannschaft, aber taktisch. Und wir waren eine Einheit.

Sie sind mit dem Anspruch angetreten, jeden Spieler weiterzuentwickeln. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Beim wem besonders?

Vollmerhausen: Ich möchte da keinen herausheben. Wir haben von vorne herein gesagt, dass die Einsatzzeiten junger Spieler in den vergangenen beiden Jahren nicht zufriedenstellend waren. Auch wenn vielleicht nicht jeder daran geglaubt hat, haben wir diese Einsatzzeiten deutlich erhöht.

Sie haben drei aktuelle A-Jugend-Spieler zeitweise eingesetzt, dazu sieben, die in den vergangenen zwei Jahren noch beim WSV in der A-Jugend gespielt haben. Einige sind jetzt Stammspieler. Wird es für den eigenen Nachwuchs künftig schwerer, oben anzuklopfen?

Vollmerhausen: Ich glaube, dass der Sprung aus dem Jugendbereich in die Regionalliga größer ist. Trotzdem wollen wir aber weiter Spieler aus der eigenen A-Jugend integrieren. Julian Kray und Dominik Heinen haben ja schon einen Vertrag, und bei ihnen wird es nicht bleiben.

Zurück zum Thema Weiterentwicklung. Gibt es auch etwas, wo sich der Trainer weiterentwickelt hat, und was er in die neue Saison mitnimmt?

Vollmerhausen: Ich glaube, dass man sich im Sport immer weiterentwickelt, wenn man offen dafür ist, und das bin ich. Ich merke, dass ich das ein oder andere mehr von mir abprallen lassen muss. Außerdem versuche ich, mich auch inhaltlich weiterzubilden. Mein Ziel bleibt der Fußball-Lehrer.

Gibt es da taktisch spezielle Trends?

Vollmerhausen: „Wir haben es ja in Ansätzen im Pokal gegen Oberhausen schon gemacht (Dreierkette, d. Red). Ich glaube, dass man in der Regionalliga taktisch noch variabler sein muss. Das galt ja auch schon für die Jugend-Bundesliga.

Wird sich am Spielstil, der weniger an Ballbesitz als an Balleroberung und schnellem Umschalten orientiert ist, etwas ändern?

Vollmerhausen: Grundsätzlich glaube ich, dass das unser Ding ist und gut zur Mannschaft passt, die ja zum großen Teil zusammenbleiben wird. Außerdem ist es ein Fußball, der für einen Traditionsverein prädestiniert ist, weil er auch für die Zuschauer mitreißend ist.

Zur Winterpause hatten Sie mit sechs Neuzugängen nachgesteuert, von denen Torwart Sebastian Wickl und Mittelfeldmann Daniel Grebe zu absoluten Stützen geworden sind. Mit wie vielen Neuzugängen ist für die Regionalliga zu rechnen, wenn sie Ihre Vorstellungen umsetzen können?

Vollmerhausen: „Wir wollen natürlich schon sehen, dass wir den nächsten Schritt machen. Dass heißt, sich möglichst schnell in der Regionalliga zu akklimatisieren und nicht nur zu sehen, dass man vier Teams hinter sich lässt. Dazu brauchen wir drei bis vier erfahrene Regionalliga-Spieler. Als Regionalligist haben wir jetzt außerdem bessere Möglichkeiten, auch an Spieler aus Nachwuchsleistungszentren heranzukommen. Zusammen mit der eigenen U 19 haben wir dann drei Säulen.

Auf welchen Positionen sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?

Vollmerhausen: Wir wollen einen gestandenen Innenverteidiger dazuholen, wobei man sagen muss, dass wir zwei gute haben. Aber mit zweien kann man nicht in die Saison gehen, gerade wenn wir das ein oder andere Mal mit Dreier-Kette spielen wollen. Aus unserem Kader haben wir mit Emre Bayrak da auch noch einen guten Mann dahinter. Dann suchen wir noch einen defensiven Mittelfeldspieler und einen Linksverteidiger, grundsätzlich in allen Mannschaftsteilen.

Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihnen Manuel Bölstler als Sportdirektor erhalten bleibt, der ja auch andere Anfragen hatte?

Vollmerhausen Kontinuität ist für den WSV von großer Wichtigkeit. Ich bin sicher, dass Manuel ein ganz wichtiger Baustein ist, in den nächsten Jahren im sportlichen Bereich und strukturell die nächsten Schritte zu machen. Wir haben in vielen Dingen gleiche Ansätze und vor allem ehrgeizige Ziele. Kontroverse Diskussionen, immer lösungsorientiert, gehören aber auch zum alltäglichen Geschäft. Ich bin sehr froh, dass wir den angefangenen Weg zusammen weiter gehen.

Gab es auch bei Ihnen Anfragen anderer Klubs, und war das für Sie ein Thema?

Vollmerhausen: Dem Vorstand ist im Winter mal zugetragen worden, ich hätte mich bei einem anderen Verein beworben. Da haben wir alle herzlich drüber gelacht. Natürlich gibt es immer mal die ein oder andere Anfrage, aber das ist für mich derzeit kein Thema. Ich bin Wuppertaler und angetreten, hier etwas aufzubauen. Außerdem habe ich ja auch einen Vertrag (bis 2018 und in der Regionalliga zu erhöhten Bezügen, d. Red).

Mit dem Niederrheinpokal-Finale gegen Essen haben Sie in drei Wochen noch ein Highlight-Spiel. Wie macht man sich bis dahin topfit?

Vollmerhausen: Dass wir diese Woche noch ein bisschen genossen haben und Fünfe gerade sein ließen, ist verständlich. Trotzdem haben wir fünf Trainingseinheiten absolviert und sind seit Freitag wieder voll im Rhythmus. Das Spiel in Essen ist für mich noch weit weg, weil wir bis dahin noch drei Pflichtspiele haben. Die habe ich zunächst auf dem Schirm.

Wird Gaetano Manno bis zum Finale fit?

Vollmerhausen: Dass wir uns das wünschen, steht außer Frage. Vom Heilungsverlauf her ist er auf einem guten Weg. Aber jetzt eine endgültige Aussage dazu zu machen, wäre zu früh.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer