Die jungen Paddler der KSG Wuppertal bereiten sich in den Ferien an der Bevertalsperre intensiv auf die DM vor.

Kanusport
Hoch über der Bever ist die 17-köpfige Delegation der KSG Wuppertal auf der Anlage der DLRG Barmen untergebracht. Die Trainingsbedingungen sind zur Freunde der Trainer Gabriele Knoll (r.) und Hans-Martin Röse (2.v.l.) gut.

Hoch über der Bever ist die 17-köpfige Delegation der KSG Wuppertal auf der Anlage der DLRG Barmen untergebracht. Die Trainingsbedingungen sind zur Freunde der Trainer Gabriele Knoll (r.) und Hans-Martin Röse (2.v.l.) gut.

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Hoch über der Bever ist die 17-köpfige Delegation der KSG Wuppertal auf der Anlage der DLRG Barmen untergebracht. Die Trainingsbedingungen sind zur Freunde der Trainer Gabriele Knoll (r.) und Hans-Martin Röse (2.v.l.) gut.

Wuppertal. Während die Bevertalsperre in diesen Tagen Ziel für Kurzurlauber und Ausflügler ist, heißt es für die Kanuten der KSG Wuppertal in dieser idyllischen Freizeitumgebung täglich: Schwitzen, Schwitzen, Schwitzen.

Die ersten fünf Wochen der Sommerferien hat das Trainerteam Gabriele Knoll und Hans-Martin Röse mit Trainingslagern ausgefüllt und im Haus der DLRG Barmen einen fast idealen Stützpunkt gefunden. Mit 15 jungen Sportlern absolvieren sie dort täglich bis zu drei Trainingseinheiten. Die meisten haben nämlich direkt nach den Sommerferien ihren größten Wettkampf im Jahresverlauf: Die Deutschen Meisterschaften in München.

Christopher Bootz, Triangulum-Gewinner als hoffnungsvollster Wuppertaler Nachwuchssportler 2011, räumt Röse im Einer-Canadier Endlaufchancen ein, obwohl es sein erstes Junioren-Jahr ist. Sogar Medaillenchancen hat der C 4 mit Rico Nabel, Richard Zimmermann, Linus Schröder und Manuel Adomeit.

Morgens um 6.45 Uhr zum ersten Mal in die Boote

Morgens um 6.45 Uhr, wenn sich die Camper oder Ferienhausgäste am See noch in den Federn wälzen, ist die gesamte Truppe zum ersten Mal auf dem See: Grundlagenausdauer eins ist dann angesagt, das heißt Paddeln im mittleren Frequenz- und Pulsbereich.

„Für die Sportler ist das langweilig, aber es ist ganz wichtig, um dann auch die größeren Belastungen im Training und Wettkampf verkraften zu können“, sagt Hans-Martin Röse, der vom Motorboot aus per Flüstertüte immer wieder Hinweise gibt, wenn die Technik nicht stimmt, oder der Eifer nachlässt.

Trainings-Markierungen mit dem Flatterband am Ufer gesetzt

Cora-Maj Märker Neuhaus (18), Veronika Schmidt (17), Paulina Gilsbach (15), Maxi Droste (12/alle Kajak); Marco Hahn (18), Christopher Bootz (17), Brian von Gahlen (16, Bochumer KC), Richard Zimmermann, Rico Nabel (15), Manuel Adomeit (15), Linus Schröder (15), Jonathan Althaus (13), Maximilian Hahn (12), Caspar Ehlert (12), Gideon Mehlich (12/alle Canadier).

Zweimal Staumauer und zurück – einmal in den Stoter Arm der Talsperre, einmal in den Naturarm – lautet die Ansage. „Sind das nicht mehr als zwölf Kilometer?“, fragt Rico Nabel im C 4, der genau nachgerechnet hat. Bitte keinen Schlag zu viel bei den mächtigen Umfängen. Nach dem Frühstück um 10.30 Uhr und am Nachmittag um 15.30 Uhr geht es schließlich wieder aufs Wasser. Dann wird an den individuellen Strecken gearbeitet. Die Trainer haben mit Flatterband am Ufer alle 250 Meter Marken gesetzt, der Stoter Arm ist dafür locker lang genug. „Dass wir hier 2000 Meter geradeaus paddeln können, ist natürlich ideal gerade für die großen Boote. Am Beyenburger Stausee kriegen die ja einen Drehwurm“, lacht Röse.

In Beyenburg sei das Training derzeit auch wegen des in diesem Jahr extremen Wuchses der Wasserpest (wird gerade vom Wupperverband gemäht) unmöglich.

Wassermangel im Edersee, doch die DLRG Barmen bot Unterschlupf

Das Herz in die Hose sackte den Trainern am Montag nach Ferienbeginn, als sie das eigentlich geplante Trainingsrevier, den Edersee, begutachteten. Der Wasserstand war dort, wie derzeit auch an der Wuppertalsperre, so niedrig, dass die Wasserfläche zusammengeschrumpft war. Kurzerhand wurde Kontakt mit der DLRG Barmen aufgenommen, die ihr schmuckes Haus an der Bever zur Verfügung stellte.

Bei zwei Vierer-Zimmern und einem Acht-Bett-Raum passt es. Selbstverpflegung ist angesagt. Röse und Knoll haben alles organisiert, mit so schmalem Budget wie möglich, ohne bei der Verpflegung Abstiche zu machen, denn die Kosten tragen die Eltern. Zum Glück ziehen die Jugendlichen voll mit, selbst wenn es um Küchendienst geht.

Nach jeweils zweieinhalb Tagen Belastung dürfen sie einen halben Tag entspannen, bei Sportspielen, Musikhören und Computerspielen. „Die Steckerleiste ist hier das wichtigste Utensil, damit auch alle mitgebrachten Geräte angeschlossen werden können“, sagt Gabriele Knoll. Auch ein wenig „Gammeln“ ist durchaus gewollt. Für die Trainer ist wichtig, dass sie die wichtigen Entspannungsphasen – trainingstechnisch die „Superkompensation“ – hier genau steuern können. „Wenn alle Schule haben, ist das kaum möglich“, sagt Röse.

Von Samstag bis Sonntag geht es dann für alle nach Hause zum Kurzurlaub, ehe dann ab Montag wieder in Ferienumgebung geschwitzt wird.

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