Der Schwergewichtler profitiert von der Aufgabe seines Gegners Drazan Janjanin nach dem Ende der sechsten Runde.

Werner Kreiskott (r.) im Vorwärtsgang. Nach Punkten lag der Wuppertaler zum Zeitpunkt des Abbruchs klar vorne.
Werner Kreiskott (r.) im Vorwärtsgang. Nach Punkten lag der Wuppertaler zum Zeitpunkt des Abbruchs klar vorne.

Werner Kreiskott (r.) im Vorwärtsgang. Nach Punkten lag der Wuppertaler zum Zeitpunkt des Abbruchs klar vorne.

Andreas Fischer

Werner Kreiskott (r.) im Vorwärtsgang. Nach Punkten lag der Wuppertaler zum Zeitpunkt des Abbruchs klar vorne.

Wuppertal. In der Pause zur siebten Runde waren die Schmerzen in Drazan Janjanins Schulter wohl zu groß geworden: Der 27 Jahre alte Bosnier gab auf, und Werner Kreiskott konnte sich am Samstag kurz vor Mitternacht im nicht ganz gefüllten Velberter Emka-Sportzentrum seinen Weltmeistergürtel nach Version der der WBU erneut um die gut gepolsterten Hüften schnallen.

Der Elberfelder Schwergewichtler hatte bis dahin allerdings viel Arbeit gehabt, erwies sich doch der rund zehn Zentimeter kleinere und zehn Jahre jüngere Kontrahent als äußerst unbequemer Gegner, der seine geringere Körpergröße zum Vorteil ummünzte, indem er ständig unter den Schlägen Kreiskotts wegtauchte oder am Seil reaktionsschnell auswich und seinerseits linke und rechte Haken ins Ziel brachte.

Beide Boxer plagen sich mit Schulterproblemen

Etliche gingen dabei auf die Deckung, einige waren jedoch unkorrekt mit Innenhand geschlagen worden, was Janjanin in der dritten Runde eine Verwarnung einbrachte. „Wenn man ständig mit der Innenhand schlägt, dann strapaziert man damit das Ellenbogengelenk und die Schulter. Und das dürfte auch zu der Verletzung geführt haben“ konstatierte „Super-Visor“ Thomas Knille von der WBU und hatte Kreiskott auf seinem Punktzettel fünf Punkte vorne.

Ein Eindruck, der sich nicht allen mitteilte, war der Wuppertaler doch vor allem in der vierten Runde in arge Bedrängnis geraten, hatte sich dann aber wieder erholt. „Ich habe gewonnen“ meinte Kreiskott bei seinen Dankesworten an das Publikum und würzte das mit einem deftigen Ausdruck, wohl wissend, dass er diesmal keine Galaleistung geboten hatte. „Auch ich hatte Schulterprobleme, habe das aber im Vorfeld nicht verraten“, war sein Kommentar, während er seinen zahlreichen Anhängern für Selfies geduldig zur Verfügung stand.

Bei den Frauen endet der Kampf mit einem Knockout

Ganz glatt ging es im zweiten WM-Kampf der leichtesten Frauenklasse zu, wo die Deutschtürkin Özlem Sahin gegen die völlig überforderte Ungarin Agnes schon in der zweiten Runde souverän durch Knockout gewann und bei der Siegerehrung vor Glück weinte.

Boxerische Kunst demonstrierte Meike Klüners (Fightclub Wuppertal) bei ihrem Profi-Debüt gegen die Bosnierin Andreja Bester. Die Grundschullehrerin aus Mettmann hat bereits 70 Amateurkämpfe in ihrem Rekord und machte ihrem Trainer Hassan Jarraiy mit vorzüglicher Beinarbeit, präzisen und variablen Schlägen sicher mehr Freude als ihrer Gegnerin, die eine glatte Punktniederlage quittieren musste.

Einen klaren Sieg verbuchte auch Kreiskotts Vetter Marco Martini. „Krawallo“, so sein Fight-Name, führte seinen Kampf gegen Izeit Kurnaz aus einer Doppeldeckung, verbuchte ständig Treffer und wich den Schwingern von Kurnaz geschickt aus. Ende der vierten Runde hatte Martinis Gegner genug von der Dauerprügel und gab auf.

Uneingeschränkten Beifall gab es noch für „New Hope“, die Tanzgruppe der Gesamtschule Barmen, die unter der Leitung ihres Lehrers René Chawla tänzerisches Können mit boxerischer Fitness verbunden hatte.

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