Der Ex-Regionalliga-Kicker hat sich beim Bezirkslisten gut eingewöhnt.

Wuppertal. Ein Fußballer seiner Klasse in der Bezirksliga – das ist eine Schau. Inzwischen ist klar, warum Andreas Krüger vom ASV Wuppertal von einem „absoluten Glücksfall“ sprach, als er im Oktober die Verpflichtung von Issa Issa bekanntgab. Seitdem ist der 32-Jährige Deutsch-Libanese, der in der Jugend bei Borussia Dortmund ausgebildet wurde, 80 Regionalliga-Spiele für den BVB und Uerdingen bestritten und den KFC in der Saison 2012/13 mit 30 Toren erst in diese Spielklasse geschossen hat, am Gelben Sprung voll eingeschlagen.

Acht Tore in elf Spielen stehen zu Buche, und wer den kräftigen, technisch beschlagenen und schussgewaltigen Fußballer zuletzt beim Südhöhenturnier gesehen hat, als er 13 Mal ins Schwarze traf, dem ist klar, dass Issa Issa von seiner Klasse kaum etwas eingebüßt hat.

Eventuell kann er das auch am Sonntag in der Uni-Halle zeigen, würde aber für den ASV frühestens in den Viertelfinalspielen auflaufen können, da er bis Sonntag früh auf einer Hochzeit in Berlin ist. ASV-Gönner Rolf Blankertz wollte ihn schon einfliegen lassen. „Das ehrt mich, aber ich will mit meiner Familie zurückfahren. Das war so abgesprochen“, sagt Issa Issa. Dass man ihm beim ASV so viel Vertrauen entgegenbringt, vor allem Trainer Werner Kasper, der Verständnis habe, wenn er mal nicht zum Training kommen könne, sei einer der Gründe, warum er sich für den ASV entschieden habe.

„Eigentlich wollte ich nach dem Sommer erst mal Pause vom Fußball machen. Aber dann hat mich Marcel Hellmeister angesprochen, mit dem ich früher in der U 19 von Dortmund zusammengespielt und immer Kontakt gehalten habe. „Als Fußballer hat es mich wieder in den Füßen gejuckt, auch wenn ich Einge wöh- nungs schwierig keiten hatte. „Das ist schon eine ganz andere Welt, wenn Du sonst gewohnt warst, nur mit dem Kulturtäschchen zum Training zu kommen“, sagt Issa Issa. Kasper habe ihm die Zeit gegeben, und Issa Issa legt Wert darauf, dass er ohne die Mannschaft nicht glänzen könne: „Das ist der ASV und nicht der FC Issa Issa.“

Den Weg nach Barmen aus Essen, wo er wohnt, kannte er gut. „Mein Vater lag nach einer Hirnblutung eineinhalb Jahre im Helios-Klinikum im Wachkoma, ist 2013 gestorben“, sagt Issa Issa. Seine Familienbindung ist eng. 1989 war er mit den Eltern als Kriegsflüchtling aus Beirut nach Deutschland gekommen, hat sich vor allem über den Fußball voll integriert. 13 Vereine hat er schon gehabt. „Einen Beruf zu lernen, gab es keine Gelegenheit, aber ich enga- giere mich sozial und als Übersetzer“, sagt der 32-Jährige, der als Issam Aledrissi sogar einen Eintrag im Internet-Lexikon Wikipedia hat. Menschen, die fließend arabisch und deutsch sprächen, seien gerade in der aktuellen Flüchtlingssituation gefragt.

Noch gibt es den Fußball. Er hat viele Anfragen. „Ich traue mir auch noch höhere Klassen zu. Aber der ASV bleibt mein erster Ansprechpartner.“

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