Der Oberligist möchte seine Basis verbreitern und Sportangebote für alle Jugendliche machen.

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Gold-Weiss-Präsident Rolf Teubner will durch die Erweiterung des Vereinsheims noch mehr Jugendliche an den Gelben Sprung holen – nicht nur zum Hockeyspielen.

Gold-Weiss-Präsident Rolf Teubner will durch die Erweiterung des Vereinsheims noch mehr Jugendliche an den Gelben Sprung holen – nicht nur zum Hockeyspielen.

Uwe Schinkel

Gold-Weiss-Präsident Rolf Teubner will durch die Erweiterung des Vereinsheims noch mehr Jugendliche an den Gelben Sprung holen – nicht nur zum Hockeyspielen.

Wuppertal. Dass sie beim Hockey-Club Gold-Weiss Wuppertal bereit sind, in die Zukunft zu investieren, haben die Vereinsmitglieder bereits vor drei Jahren bewiesen, als rund 330000 Euro aus eigener Tasche in den neuen Kunstrasen am Gelben Sprung gesteckt wurden. Der genügt nun höchsten Hockeyansprüchen und ist mit einer fernsehtauglichen Flutlichtanlage theoretisch sogar länderspielreif. 230000 Euro flossen damals von der Stadt als Zuschuss.

Jetzt investiert der Verein wieder in großem Umfang, um die Sportstätte noch besser auszulasten und auf Sicht auch die Basis für seine Jugendmannschaften zu verbreitern. Für rund 460000 Euro wird derzeit auf das 300 Quadratmeter große Clubheim eine zweite Etage aufgesetzt. In Mehrzweckräumen sollen dort künftig Sport- und Spielangebote gemacht werden und zwar nicht nur für Vereinsmitglieder, sondern für Kinder und Jugendliche aus der ganzen Stadt.

"Wir wollen für Jugendliche von der Straße die Schwelle senken, Sport zu treiben und würden hier auch gerne Angebote im Rahmen der Offenen Ganztagsgrundschule machen. Auch Platz für Hausaufgabenbetreuung wird es künftig geben", beschreibt Gold-Weiss-Präsident Rolf Teubner des erweiterte Konzept, das mit der Gebäudeerweiterung einhergeht. Ein ehrgeiziges Ziel.

Gerne spricht Teubner von gesellschaftlicher Verantwortung, Einsatz für Benachteiligte wie Behinderte und soziale Randgruppen und davon, dass man gerade durch Hockey viel für Bewegungsschulung und Disziplin lernen kann. "Die wissenschaftlichen Konzepte hat Bernhard Peters ausgearbeitet, das kann man gut auch auf andere Bereich übertragen."

Die Basis für die eigenen Hockey-Jugend verbreitern

Natürlich hofft Teubner aber auch, dass man einerseits durch Nutzungsentgelte die Finanzierung des neuen Gebäudes stützen, aber auch die Basis für den eigenen Hockeynachwuchs verbreitern kann. Er selbst kann sich noch an die glorreiche Zeit von Gold-Weiß in den 50er- und 60er Jahren erinnern, als er mit den Herren in der höchsten deutsche Spielklasse spielte und später nur um ein Haar den Sprung in die damals neu geschaffene Bundesliga verpasste.

Die ersten Damen und die ersten Herren von Gold-Weiss spielen derzeit in der Oberliga.

Bei der männlichen Jugend sind derzeit alle Altersklassen besetzt. Lücken gibt es beim weiblichen Nachwuchs. A- und B-Jugend fehlen.

Die Mitgliederzahl des Vereins liegt derzeit bei 260, die Tendenz war zuletzt leicht rückläufig.

Derzeit ist die Oberliga für die Herren das höchste der Gefühle. Sie pendelten zuletzt zwischen Ober- und Regionalliga und haben Nachwuchsprobleme. Deshalb ist verstärkte Basisarbeit gefragt. "Die Kinder sollen hier hinkommen und Sport treiben. Das muss nicht Hockey sein, aber es bleibt bestimmt der ein oder andere bei diesem faszinierenden aber anspruchsvollen Sport hängen." Dass das nicht einfach ist, erlebt draußen auf dem Platz gerade Bastian Hirsch.

Der Sportwissenschaftler und Spieler der ersten Mannschaft betreut eine Gruppe vom Kinderhaus St. Josef. Viele sind im Fußballtrikot erschienen. "Fußballspielen geht immer, aber wenn ich zwischendurch die Hockeyschläger raushole, muss ich schon besonders motivieren", sagt er. Auch eine Gruppe muslemischer Jugendlicher betreut er einmal pro Woche. Zarte Anfänge des Integrationskonzepts, das der Verein gerne ausbauen möchte, wenn der Ausbau erst fertig ist.

Verein wirbt noch um Unterstützung für den Neubau

Im September soll es so weit sein. Derzeit befindet sich das Obergeschoss bereits im Innenausbau. Den Abriss des alten Spitzdachs und der bisherigen Dämmung haben Langzeitarbeitslose aus Beschäftigungsprojekten der Arge erledigt.

Auch die neue Dämmung sollen sie später anbringen und so rund 80000 Euro an Kosten sparen. "Eine tolle Hilfe der Stadt", sagt Teubner. Weitere finanzielle Unterstützung der Stadt sei angesichts der Haushaltslage nicht möglich und so trommelt der Verein um weitere Unterstützung. "Es kann sein, dass der Bau zwei, drei Wochen länger dauert, aber September, das kriegen wir hin", sagt Teubner.

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