Behinderte und Nichtbehinderte treiben zusammen Sport bei Handicap- Sport-Wuppertal.

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Beim HSW-Fußballturnier an der Gathe ging es recht temperamentvoll zu.

Beim HSW-Fußballturnier an der Gathe ging es recht temperamentvoll zu.

Gerhard Bartsch

Beim HSW-Fußballturnier an der Gathe ging es recht temperamentvoll zu.

Wuppertal. Die Begeisterung beim Kampf um den Ball war gleich, der Torjubel ebenso temperamentvoll und die Enttäuschung bei misslungenen Aktionen auch nicht anders als bei „normalen“ Hallenturnieren. Dennoch, vieles war ganz anders, denn am vergangenen Samstag fand in der Sporthalle Gathe ein Fußball-Turnier von Handicap-Sport-Wuppertal (HSW) mit zehn Mannschaften aus ganz Nordrhein-Westfalen statt.

Der Umgang ist fairer als bei herkömmlichen Turnieren zu

Der 2009 gegründete Sportverein mit seinen rund 80 Mitgliedern versteht sich als integrativ, also gleichermaßen offen für behinderte und nicht behinderte Sportler, wobei die gehandicapten Aktiven beim Turnier deutlich in der Überzahl waren.

„Viele unter den Fußballerinnen und Fußballern sind mehrfach, also körperlich und geistig behindert“, sagt der HSW-Vorsitzende Abraham Roelofsen aus Langenberg, im Zivilberuf Theologe im Bistum Aachen, der zusammen mit seinen Vorstandskollegen Stephan Schlömer und Finanzvorstand Ludger Wiechers sowie etlichen Helfern für den reibungslosen Ablauf des Turniers verantwortlich war.

Auch wenn die vielfältigen Behinderungen den altersmäßig und bei Geschlechtern gemischten Mannschaften die Ballkontrolle bisweilen erschweren, der Elan ist ungebrochen, und der Umgang miteinander ist bei weitem fairer als bei herkömmlichen Fußballspielen.

HSW hat neben Fußball auch andere Sportarten im Programm

Deshalb konnte Roelofsen bei der Siegerehrung auch zufrieden feststellen, dass es keinerlei Verletzungen gegeben hatte. Sieger wurden übrigens die Spieler des „Haus Freudenberg Kleve“, die im Finale die sehr junge Mannschaft von HSW I 2:0 besiegten und ihren Erfolg und den Pokalgewinn mit La Ola und im Kreis hüpfend feierten.

Auch beim kleinen Finale ließen die Aktiven von HSW II dem Gegner, den mit sieben Mädchen angetretenen „Schlümpfen“ aus Dorsten, mit 0:2 den Vortritt, wobei sich übrigens auch der Zehnte, die „Lebenshilfe Moers“, über viel Beifall und Medaillen für alle freuen durfte.

Fußball wird beim HSW regelmäßig an der Gathe trainiert und auch in Turnierform gespielt. Der Verein bietet aber auch andere Sportarten an. Der Club verfügt über eine kleine Gruppe von Rollstuhlfahrern, die sich regelmäßig zum Basketball treffen. „Diese Gruppe wird hoffentlich noch weiter wachsen“, sagt Roelefsen und lobt gleichzeitig die freundliche Aufnahme, die geistig behinderte Schwimmer ab März im Bandwirkerbad in Ronsdorf gefunden haben.

Zum angebotenen Programm gehören auch das enorm wichtige Koordinations- und ein Selbstbehauptungstraining durch einen Judo-Coach für Menschen mit und ohne Behinderung, um sich gegen Handgreiflichkeiten zudringlicher Zeitgenossen zur Wehr setzen zu können.

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