Trainer Raimo Wilde spricht nach der Niederlage beim TV Hüttenberg Klartext.

Auch Kenneth Klev enttäuschte mit einer mageren Torausbeute in Hüttenberg.
Auch Kenneth Klev enttäuschte mit einer mageren Torausbeute in Hüttenberg.

Auch Kenneth Klev enttäuschte mit einer mageren Torausbeute in Hüttenberg.

Patrick Sinkel

Auch Kenneth Klev enttäuschte mit einer mageren Torausbeute in Hüttenberg.

Wuppertal. Solange wie möglich wollten die Zweitliga-Handballer des Bergischen HC um Platz eins und den direkten Aufstieg mitspielen. Seit der 26:28-Niederlage am Freitagabend in Hüttenberg ist dieser selbst gestellte Anspruch aber wohl überholt. Denn Spitzenreiter Düsseldorf konnte seinen Vorsprung durch den BHC-Patzer auf sieben Punkte vergrößern.

"Wir können Düsseldorf zum Aufstieg gratulieren", gibt sich BHC-Trainer Raimo Wilde keinen Illusionen hin. Zwar stehen noch 15 Spieltage aus, sind 30Punkte zu verteilen: "Aber wenn wir nicht in der Lage sind, in Hüttenberg zu gewinnen, welchen Grund haben wir dann, uns mit dem Aufstieg zu beschäftigen?", fragt der Coach provokativ. "Um ernsthafte Aussichten auf die erste Liga zu haben, müssen wir uns verbessern oder verstärken - am besten beides", lautete Wildes Erkenntnis zwei Tage nach der Niederlage. "Wir sind selbst schuld und haben uns selbst geschlagen. Wir sind gescheitert an unserer eigenen Abschlussschwäche", kritisiert Wilde, nachdem er noch einmal in Ruhe die Partie auf Video analysiert hatte.

Im Verfolgerduell hatte der bisher beste Angriff der Liga (33Treffer im Schnitt) bis zur 48.Minute gerade einmal 14Treffer erzielt. Vor allem drei Akteure waren in Hüttenberg weit von ihrer Normalform entfernt. Rechtsaußen Simon Kluge legte eine unterirdische Trefferquote an den Tag, der Erstliga erfahrene Kenneth Klev steuerte von der Königsposition aus dem linken Rückraum nur zwei Treffer bei, und Henning Quade ging am gegnerischen Kreis sogar komplett leer aus. "Man hat gemerkt, wie sehr uns Seppel Hinze gefehlt hat", sagt Wilde über den Kapitän, der sich vor zwei Wochen einen Knochenbruch an der Nasenwurzel zugezogen hatte. Zwar kann der Kreisläufer mithilfe einer Gesichtsmaske gefahrlos trainieren, doch das Tragen solcher Protektoren ist bei Spielen verboten. Und ohne Maske hätte ein erhebliches Gesundheitsrisiko bis hin zu Lebensgefahr bestanden. Auch am kommenden Wochenende ist mit Hinzes Einsatz nicht zu rechnen.

Da die HR Ortenau durch einen 30:28-Sieg gegen Aue bis auf einen Punkt an das punktgleiche Duo BHC/Hüttenberg herangerückt ist, ist das Rennen um Platz zwei (Teilnahme an der Relegationsrunde) nun offener denn je.

Leichter wird der Aufstieg dem BHC in Zukunft wohl nicht gemacht. Die Geschäftsführer und Manager der 1. und 2. Handball-Bundesliga haben am vergangenen Donnerstag die Einführung einer eingleisigen 2.Handball-Bundesliga ab der Saison 2011/12 beschlossen. BHC-Manager Stefan Adam zählte zu den Befürwortern. Die neue 2. Liga wird 20 Klubs umfassen. Das Abschneiden in der Saison 2009/2010 wird als Qualifikation zugrunde gelegt. Das bedeutet, dass sich in der Nord- und Südgruppe die Vereine bis einschließlich Platz neun qualifizieren. Durch die Zusammenfassung des Unterhauses erwartet sich die Handball-Bundesliga GmbH unter anderem eine verbesserte Vermarktungssituation.

Der BHC erwartet am kommenden Samstag die HG Oftersheim-Schwetzingen. Anwurf gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten ist um 18.15 Uhr in der Bayer-Halle.

Jiri Vitek hat den ersten Einsatz nach seiner Hand-Operation gut überstanden, wurde in der Defensive aber noch geschont. Kristian Nippes überzeugte zunächst in der Abwehr und später im Angriff.

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