Als junger Spieler schaffte Handball-Bundestrainer Sigurdsson im HCW-Trikot den Durchbruch.

Als junger Spieler schaffte Handball-Bundestrainer Sigurdsson im HCW-Trikot den Durchbruch.
Dagur Sigurdsson (2.v.l.) im HCW-Trikot mit einem Anspiel auf Kreisläufer Geir Sveinsson. Fotoarchiv: Kurt Keil

Dagur Sigurdsson (2.v.l.) im HCW-Trikot mit einem Anspiel auf Kreisläufer Geir Sveinsson. Fotoarchiv: Kurt Keil

Dagur Sigurdsson (2.v.l.) im HCW-Trikot mit einem Anspiel auf Kreisläufer Geir Sveinsson. Fotoarchiv: Kurt Keil

Wuppertal. Dagur Sigurdsson hat es geschafft. Nach Jahren der Flaute sind die deutschen Sportfans wieder regelrecht in ihre Handballer verliebt. Der coole Coach aus Island hat das deutsche Team wieder an die Weltspitze herangeführt.

Das Dagur-Wunder begann in Wuppertal, wo Sigurdsson 1996 mit Trainer Viggo Sigurdsson, dem späteren Welthandballer Olafur Stefansson und dem zweifachen Olympiasieger Dimitri Filippov beim damaligen Zweitligisten HSG LTV/WSV anheuerte. Im Alter von 23 Jahren war Dagur Sigurdsson bereits ein herausragender Spielgestalter. Als Mittelmann galt er als der verlängerte Arm seines erfahrenen Coachs Viggo Sigurdsson und war ein genialer Vorbereiter für den Linkshänder Olafur Stefansson, mit dem er sich im Rückraum blind verstand.

Während vor allem Stefansson und Filippov für spektakuläre Treffer zum umjubelten Aufstieg in die 1. Liga sorgten, zog Sigurdsson höchst effektiv im Rückraum die Fäden. Und wenn Sigurdsson heute im Amt als Bundestrainer als „kühler Vulkan“ beschrieben wird, dann traf das auf ihn schon damals als Spieler zu. In Wuppertal löste das Trio aus Island in Kombination mit dem russischen Linksaußen Filippov damals eine wahre Handball-Euphorie aus. Alles schien mit diesen Talenten erreichbar.

Die Isländer im HCW-Trikot boten Handball in Perfektion

Eine der Spezialitäten von Dagur Sigurdsson war der Tempogegenstoß. Nach abgewehrten Bällen nahm er vor dem eigenen Kreis Tempo auf, ließ sich vom Keeper kurz anspielen und brachte dann mit einem Wurf aus vollem Lauf zumeist Dimi Filippov in Wurfposition. Nur Sekunden dauerte es von der Abwehr bis zum Einschlag im gegnerischen Tor.

Als Aufsteiger stürmte die HSG LTV/WSV in der 1. Bundesliga auf den achten Platz. Unter anderem gelang ein Sieg in der Kieler Ostseehalle,was zuvor und danach über Jahre keiner anderen Mannschaft gelang. Dass es am Ende nicht für eine bessere Platzierung reichte, lag unter anderem an einer Handverletzung, die sich Regisseur Sigurdsson zuzog.

Die Erfolge hatten ihren Preis. Nach zwei Jahren brach die HSG auseinander, das Team wurde unter dem Namen HCW fortgeführt. Olafur Stefansson wechselte nach Magdeburg. Der HCW konnte sich mit seinen Isländern Geir Sveinsson (heute Trainer in Magdeburg) und Valdimar Grimsson zwar in der 1. Liga etablieren, aber dann begannen die wirtschaftlichen Probleme. 2000 nahm Dagur Sigurdsson Abschied und wechselte nach Japan.

2001 hieß der Trainer des HCW Bob Hanning, aber auch der konnte den Abstieg nicht verhindern. Der Kreis schloss sich Jahre später, als Hanning in seiner Funktion als Manager der Berliner Füchse seinen alten Bekannten aus Wuppertal zum Trainer in Berlin machte. Um ihn dann – nun in der Rolle des Machers beim DHB – zum Bundestrainer zu befördern.

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