BHC verschläft beim 25:29 gegen Großwallstadt erneut die erste Halbzeit.

Handball-Bundesliga
Entschlossen wirft Hendrik Knudsen den Ball in Richtung Großwallstädter Gehäuse. Doch auch seine Tore kamen zu spät. Fotos (2): Kurt Kosler

Entschlossen wirft Hendrik Knudsen den Ball in Richtung Großwallstädter Gehäuse. Doch auch seine Tore kamen zu spät. Fotos (2): Kurt Kosler

NN

Entschlossen wirft Hendrik Knudsen den Ball in Richtung Großwallstädter Gehäuse. Doch auch seine Tore kamen zu spät. Fotos (2): Kurt Kosler

Wuppertal. Mit dem Debüt in der Klingenhalle ist die 1. Handball-Bundesliga nun auch in Solingen angekommen. Die Handballer des Bergischen HC sind es aber offensichtlich noch nicht. Denn bei der 25:29 (9:17)-Niederlage gegen den TV Großwallstadt spielte die Mannschaft eine Halbzeit lang nicht auf dem Niveau der Eliteklasse. Erst nach dem Wechsel präsentierte sich der BHC konkurrenzfähig.

Auch beim vierten Erstligaauftritt verschlief der Aufsteiger die erste Viertelstunde, lag mit 5:11 hinten. Der Ausfall von Rechtsaußen Richard Wöss (Knöchelverletzung noch nicht auskuriert) und Jiri Vitek (Muskelfaserriss im Abschlusstraining) sorgte für ein zusätzliches Handicap. Da die „Löwen“ auch in der Folge keine richtige Einstellung zum Spiel fanden, wuchs der Rückstand bis zur Pause noch weiter an. Beim 9:17 war die Vorentscheidung gegen clevere Gäste so gut wie gefallen.

Großwallstadt mit Trotzreaktion nach der Pokalpleite

Die Großwallstädter waren von der ersten Sekunde an voll da, hochkonzentriert und trotz der peinlichen Pokalklatsche gegen die Rhein-Neckar-Löwen alles andere als verunsichert. In der Deckung packten der isländische Abwehrchef Sverre Jakobsson und seine Nebenleute beherzt zu, und im Angriff spielten sie ihre Routine und individuelle Klasse aus. Oliver Köhrmann inszenierte ständig gute Aktionen, und gegen Steffen Weinhold oder Jens Tiedtke kamen die viel zu passiven und ungeschickten BHC-Verteidiger zu oft zu spät.

Ungeschickte Abwehr verursacht eine Flut von Siebenmetern

Die Folge: eine Flut von sieben Siebenmetern in der ersten Halbzeit. Der BHC tat sich auch im Angriff schwer. Vor allem der Rückraum war kaum in der Lage, Lücken in die TVG-Deckung zu reißen. „Überspitzt gesagt haben wir die Tore durch drei Einzelaktionen, drei Siebenmeter und drei Abpraller erzielt. Das ist natürlich zu wenig“, ärgerte sich nach der Partie Kristian Nippes.

Eine bessere zweite Halbzeit und ein aufdrehender Mario Huhnstock im Tor brachten die Bergischen noch einmal auf vier Treffer heran. Und plötzlich war auch die Halle wieder da, witterte, dass die Partie kippen könnte.

Böhm und Knudsen bringen nach der Pause neuen Schwung

Fabian Böhm war für den schwachen Kenneth Klev gekommen und sorgte gleich für eine Menge Gefahr von Halblinks. Henrik Knudsen ersetzte schon Ende der ersten Hälfte Alexander Oelze in der Rückraummitte. Was er drauf hat, demonstrierte der Däne nach der Pause. Tolle Einzelaktionen ebenso wie gute Anspiele. Einer der Profiteure war Runar Karason. Aus dem Rückraum (abgesehen von zwei tollen Kreisanspielen) beinahe wirkungslos, kam er auf Rechtsaußen besser zum Zuge, und erzielte von dort vier Treffer. „Leider habe ich in der Phase, als wir dran waren, zwei verworfen“, ärgerte sich der Isländer.

Noch größer war die Enttäuschung bei Linkshänderkollege Nippes, der ebenso wie Karason durch die Ausfälle von Wöss und Vitek praktisch durchspielen musste. Er hatte in der entscheidenden Phase zwar das 19:23 (50.) erzielt, kurz davor und danach aber mehrere Fehlversuche und einen Fehlpass zu verzeichnen. „Das muss ich mir ankreiden lassen, denn es war die letzte realistische Chance das Spiel zu drehen“, meinte Nippes ohne Umschweife.

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