Die 15:34-Klatsche in Flensburg lässt den Klassenerhalt für die Bergischen immer fraglicher erscheinen.

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„Wir waren zu lieb, haben uns nicht genug gewehrt.“ BHC-Trainer Sebastian Hinze kritisierte sein Team.

„Wir waren zu lieb, haben uns nicht genug gewehrt.“ BHC-Trainer Sebastian Hinze kritisierte sein Team.

Christian Beier

„Wir waren zu lieb, haben uns nicht genug gewehrt.“ BHC-Trainer Sebastian Hinze kritisierte sein Team.

Wuppertal. War das eine Packung am Mittwochabend in Flensburg. Die 15:34-Pleite des Bergischen HC nährte nicht unbedingt die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Dass die Mannschaft nach einer Serie von 4:32-Punkten noch auf einem Nichtabstiegsplatz steht, ist erstaunlich – und vielleicht der Grund dafür, dass die ernste Lage noch nicht beim BHC-Team angekommen zu sein scheint. Wie sonst ist es zu erklären, dass der Aufsteiger einen derart leidenschaftslosen Auftritt hinlegte und sich mit 19 Toren Unterschied abfertigen ließ – die höchste Pleite der Vereinsgeschichte. Und das, obwohl eigentlich jedem klar sein muss, dass am Saisonende auch das Torverhältnis den Abstiegskampf entscheiden könnte.

Schlechtestes Torverhältnis aller Teams im Tabellenkeller

Jetzt hat der BHC jedenfalls das schlechteste der vier Mannschaften am Tabellenkeller. Vor allem die Leistung in der zweiten Halbzeit ktitisierte BHC-Trainer Sebastian Hinze nach dem Spiel. Seine Mannschaft sei zu lieb gewesen, habe sich nicht genug gewehrt. Von Kampf und mannschaftlicher Geschlossenheit gegen das Flensburger Star-Ensemble war tatsächlich wenig zu sehen.

Zwar kassierte Eisenach in dieser Saison an der Förde ebenfalls eine 19-Tore-Klatsche (24:43). Aber soll das der Maßstab sein, den der BHC an sich selbst anlegt? Ein Verein, der sich in der Bundesliga etablieren will und nach dem Saisonstart mit 13:7 Punkten auf dem besten Weg zum Ligaerhalt schien?

„Selbst Emsdetten hat sich mehr gewehrt als der BHC“, befand ein Flensburger Journalist. Dieser Vergleich mit dem einstigen Rivalen und nun abgeschlagenen Ligaschlusslicht ist besonders schmerzhaft für den BHC. Aber wenn kein Ruck durch die Mannschaft geht, haben die Bergischen wenig Argumente, die sie in ihrer derzeitigen Verfassung von Emsdetten abheben.

Erinnerungen wurden wach an jenen desolaten Auftritt am viertletzten Spieltag der Saison 2011/12, als der BHC an gleicher Stelle mit 20:37 unter die Räder kam. Dem damaligen Trainer HaDe Schmitz kostete dieses Spiel damals den Job. Die Mannschaft stieg dennoch sang- und klanglos ab, weil sie das Ruder in den letzten drei Spielen nicht mehr herumreißen konnte.

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