Der Bergische Handball-Club wirft den Politikern Zeitspiel vor und sieht das Projekt gefährdet.

BHC Hallen Standort
Blick Richtung Solingen

Blick Richtung Solingen

Fries, Stefan (fri)

Blick Richtung Solingen

Wuppertal. Bisher galt der Handball-Bundesligist Bergischer HC uneingeschränkt als die treibende Kraft bei der Planung einer Mehrzweckarena für 6000 bis 7000 Zuschauer. Doch seitdem die Wuppertaler CDU im Stadtentwicklungsausschuss zum Aufstellungsbeschluss für den geplanten Standort an der Stadtgrenze zu Solingen (Piepersberg-West) Beratungsbedarf angemeldet hat, stehen die Pläne auf der Kippe.

„Der BHC stellte seine Rolle als Impulsgeber für eine neue Mehrzweckarena auf Bergischem Boden auf den Prüfstand“, heißt es in einer Presseerklärung des BHC. Nachdem das zukunftsweisende Projekt mit einer umfassenden Machbarkeitsstudie am 31. März 2014 öffentlich vorgestellt worden sei, habe die NRW-Bezirksregierung die Relevanz uneingeschränkt anerkannt. „Es wurden elf Millionen Euro Fördergelder in Aussicht gestellt, die dem Bergischen Land ohne Spitzensportbezug vorenthalten blieben“, so der BHC. Die jüngste Beschlussvertagung im Wuppertaler Ausschuss für Stadtentwicklung stelle das Projekt nicht nur in Frage, sondern bringe gewiss eine erhebliche zeitliche Verzögerung mit sich. Angesichts der galoppierenden Entwicklung des Baukostenindexes werde dem Vorhaben pro Quartal eine sechsstellige Euro-Summe Realkapital entzogen. „Wer das Projekt ernsthaft gefährden will, muss also nur auf Zeit spielen – und das geschieht aktuell wissentlich“, lautet der Vorwurf.

Den Tenor aus dem hochkarätigen Partnerkreis des Bergischen HC fasst Peter Kruft, Chef der WKW GmbH & Co. KG, wie folgt zusammen: „Wenn die Politik nicht zur Verfügung steht, steht auch der Bergische HC nicht zur Verfügung.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Müller weist Vorwürfe entschieden zurück, das Projekt zu torpedieren. „Das Gegenteil ist der Fall. Der BHC betreibt hervorragende Werbung für unsere Stadt. Es gibt aber Beratungsbedarf, denn die Prüfung alternativer Standorte hat ergeben, dass es zum Beispiel auf Solinger Gebiet zwei Standorte mit vergleichbarer Qualität gibt. In diesem Punkt gebe ich Marc Schulz von den Grünen recht. Wir können nicht erst über die Offenlegung des Standorts abstimmen und dann die Auswahl der Standorte diskutieren“, sagt Michael Müller. Zu dieser Diskussion sei die Politik bis zur nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im November nun verpflichtet. Die Grünen hatten den Standort Bergische Sonne ins Spiel gebracht. „Alternativen sind reichlich vorhanden, der BHC und die Stadtspitzen müssen dafür ihre Fokussierung auf den Piepersberg ablegen, anstatt sich jetzt in die Schmollecke zurückzuziehen“, fordert Marc Schulz.

Proteste gegen den von der Verwaltung vorgeschlagenen Standort Piepersberg-West gibt es von Anwohnern und Landwirten sowie von Mitgliedern der Bezirksvertretung Vohwinkel.

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