Fast hätte der Bergische HC den Favoriten ins Straucheln gebracht. Mit 28:31 (15:18) geht die Partie bei den Rhein-Neckar Löwen verloren.

Moritz Preuss, Kreisläufer des BHC, kommt am Kreis frei zum Wurf. Preuss erzielte vier Treffer für die Bergischen.
Moritz Preuss, Kreisläufer des BHC, kommt am Kreis frei zum Wurf. Preuss erzielte vier Treffer für die Bergischen.

Moritz Preuss, Kreisläufer des BHC, kommt am Kreis frei zum Wurf. Preuss erzielte vier Treffer für die Bergischen.

Pressefoto Eibner

Moritz Preuss, Kreisläufer des BHC, kommt am Kreis frei zum Wurf. Preuss erzielte vier Treffer für die Bergischen.

Wuppertal. Der Bergische HC steht nach der 28:31-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen in der Handball-Bundesliga wieder auf einem Abstiegsplatz. Ein Tor ist der BHC nun schlechter als der Konkurrent HBW Balingen-Weilstetten. Dennoch gibt es keinen Grund für das Team von Trainer Sebastian Hinze, den Kopf in den Sand zu stecken. In der SAP-Arena in Mannheim schnupperte der BHC lange an einer Sensation, die auch auf das Titelrennen maßgeblichen Einfluss gehabt hätte. Denn zeitgleich setzte sich die SG Flensburg, schärfster Verfolger der Rhein-Neckar Löwen, gegen den TVB Stuttgart, der wie der BHC noch mitten im Abstiegsstrudel steckt, mit 36:27 klar durch.

Dass beim amtierenden Meister, der die Titelverteidigung fest im Visier hat, nur mit einer absoluten Gala-Vorstellung etwas zu holen sein würde, war dem Bergischen HC natürlich schon vor dem Ausflug nach Mannheim klar. Sebastian Hinze hatte von seinen Spielern eine konzentrierte Leistung ohne Schwächephasen gefordert. Und seine Mannschaft hielt Wort.

Die Abstiegskämpfer des BHC boten eine absolute Premium-Leistung. Der 15:18-Pausenstand aus BHC-Sicht trieb Nikolaj Jacobsen den Schweiß auf die Stirn. Der Trainer der Rhein-Neckar Löwen hatte zuvor eindringlich vor dem BHC gewarnt – und der erwies sich tatsächlich lange Zeit als unbequemer Gast.

Den nach zwei freien Wochen ausgeruhten Weltklasse-Spielern der Mannheimer gelang es lange nicht, entscheidend davonzuziehen. Das war aus Hausherren-Sicht erst ab der 50. Minute möglich. Doch auch aus der 28:31-Niederlage dürfte der BHC eine Menge Kraft für den anstehenden Schlussspurt im Abstiegskampf ziehen.

Der Spieltag hatte für die Bergischen Löwen denkbar schlecht begonnen. Die Anreise verlief dermaßen zähflüssig, dass die Löwen die Arena in Mannheim erst um 18 Uhr – als eine Stunde vor dem Anwurf erreichten. Und damit eine gute Dreiviertelstunde nach dem Tross der Hausherren, die betont entspannt in ihre Heimstätte schlenderten.

Appelgren, Bauer; Petersson (7), Schmid (5), Sigurdsson (5), Ekdahl du Rietz (4), Pekeler (3), Guardiola (2), Larsen (2), Groetzki (2), Baena (1, 1), Reinkind

Gustavsson, Rudeck; A. Hermann (4), Preuss (4), Hosse (4/3), Nourouzinzhad (3), N. Artmann (3), Criciotoiu (3), Vilovski (2), Nippes (1), Bettin, Gutbrod, Jonovski

Schiedsrichter: Lars Geipel/Marcus Helbig (Leipzig/Landsberg)

Zeitstrafen: Hermann (BHC), Rhein-Neckar Löwen 0

Zuschauer: 5253

Spielfilm: 2:3 (4.), 4:4 (6.), 7:4 (11.), 9:8 (20.), 14:9 (23.), 15:13 (28.), 18:15 (Halbzeit), 19:18 (34.), 20:20 (40.), 24:21 (45.), 25:25 (49.), 27:26 (53.), 29:26 (57.), 30:27 (58.), 31:28 (Endstand).

Damit nicht genug, musste der BHC dann auch tatsächlich auf einige Spieler verzichten, die zuvor auf der Kippe standen: Jan Artmann und der in den letzten Spielen herausragende Arnor Gunnarsson laborierten an Erkältungen. Ihr Einsatz am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Wetzlar ist freilich wichtiger, die Souveränität eines Gunnarsson hätte dem BHC vor der beeindruckenden Kulisse in Baden-Württemberg aber sicher dennoch gutgetan.

Dafür standen immerhin Comebacker Ace Jonovski sowie der angeschlagene Kristian Nippes bereit. Kapitän Nippes spielte aber stark gehandicapt: Nach seiner Handprellung lief er mit großflächigem Tape-Verband auf. Dass der BHC dann auch noch auf bis in die Haarspitzen motivierte Mannheimer traf, passte ins Bild.

Am Ende setzten sich die Rhein-Neckar Löwen aufgrund ihres schier unerschöpfliche Reservoirs an Spielern internationaler Klasse durch. Doch immer wenn sich die Hausherren anschickten, den wohl von allen 5273 Zuschauern – abzüglich der zwei Dutzend aus dem Bergischen Land – erwarteten klaren Vorsprung herauszuspielen, konterte der BHC. Der hatte in Gustavsson einen klasse Keeper, in Tomas Babak und Alexander Hermann starke Vollstrecker. Und in Pouya Nezhad, der vor der Pause in fünf Minuten gleich dreimal traf, einen überraschend starken Joker.

„Am Ende hatten wir vier oder fünf Aktionen, aus denen wir lernen müssen. Da waren die Rhein-Neckar Löwen abgezockter. Von daher denke ich, war es ein verdienter Sieg“, sagte Sebastian Hinze.

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