Das Comeback des Sportlichen Leiters des BHC auf dem Spielfeld wird bis Ende Dezember dauern – oder sogar bis zum Saisonende.

Das Comeback des Sportlichen Leiters des BHC auf dem Spielfeld wird bis Ende Dezember dauern – oder sogar bis zum Saisonende.
Kristian Nippes ist verletzt. Ein Grund mehr, warum Trainer Sebastian Hinze Viktor Szilagyi auch als Spieler braucht. Archiv

Kristian Nippes ist verletzt. Ein Grund mehr, warum Trainer Sebastian Hinze Viktor Szilagyi auch als Spieler braucht. Archiv

Andreas Fischer

Kristian Nippes ist verletzt. Ein Grund mehr, warum Trainer Sebastian Hinze Viktor Szilagyi auch als Spieler braucht. Archiv

Wuppertal. Viktor Szilagyi spürt seine Knochen nach seinem erneuten Comeback im Trikot des Bergischen HC. Eigentlich hatte der 38-Jährige im vergangenen Sommer seine aktive Karriere beendet, um die Löwen als Sportlicher Leiter hinter den Kulissen zu unterstützen. Doch die sportliche Situation wollte es so, dass der Österreicher beim Spiel gegen den HSC Coburg 2000 wieder aufs Feld ging. Beim ersten Comeback kam er Ende September in personeller Not und stach als Edel-Joker, jetzt spielte er mit, weil dem BHC ohne ihn ein Führungsspieler fehlt. Der Coup ging nicht auf. Die Truppe verlor mit 26:28 und übernahm vom bisherigen Tabellenletzten die rote Laterne in der Handball-Bundesliga.

„Das Spiel hat Spuren hinterlassen – körperlich und mental“, sagt Szilagyi mit Blick auf sein angeschlagenes Knie und die niederschmetternde Pleite. „Wir haben viel Aufwand betrieben und wenig Ertrag gehabt. Das zehrt natürlich.“ Dennoch ist der Spielmacher nicht gänzlich unzufrieden mit der Vorstellung in Coburg. „Es war keine Katastrophe. Natürlich haben auch Dinge geklappt, aber wir haben das berühmte Momentum nicht auf unsere Seite bekommen. Mitte der zweiten Halbzeit bekommt Coburg dann ein paar Gegenstoß-Tore, und wir müssen es am Schluss mit der Brechstange versuchen, was meistens schief geht.“

Es war die siebte Niederlage in Folge für den Bergischen HC. Den Löwen fehlen drei Punkte auf einen Nicht-Abstiegsplatz, das Torverhältnis ist das schlechteste der Liga. „Es ist auch für mich die schwierigste Phase, die ich je beim BHC hatte“, meint Szilagyi, der jedoch nicht aufgibt. „Es sind eben doch noch viele Spiele.“

Schwierige Suche auf dem Transfermarkt

„Für den kompletten Dezember wird der 38-Jährige in den Spielerkader zurückkehren“, gab BHC-Beirat Jörg Föste bekannt. Was in der knapp zweimonatigen WM-Pause passiert, ist völlig offen. „Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich gar nichts ausschließen“, sagt der Sportliche Leiter. „Sicher ist, dass wir die Winterpause sehr gut nutzen müssen.“ Eine Neuverpflichtung hält Szilagyi genauso für denkbar wie eine dauerhafte Rückkehr aufs Feld bis zum Saisonende. „Wenn wir jemanden holen, müssen wir von ihm überzeugt sein. Blinder Aktionismus hilft niemandem“, meint er. „Zuletzt hat sich niemand auf dem Transfermarkt hervorgetan – auch deshalb kam es ja zu der Entscheidung, dass ich wieder spiele.“ Ein Defizit hat der BHC bekanntlich in der Spielsteuerung. Es fehlt der Kopf, der die wichtigen Entscheidungen trifft. „Die Verletzung von Kristian Nippes trifft uns diesbezüglich besonders hart. Er füllt diese Rolle ein Stück aus.“

Für Tomas Babak war die Verantwortung auf der Spielmacher-Position in besonderem Maße schwer. „Wir hatten einen misslungen Saisonstart, dann wird sowieso alles hinterfragt. Da ist es nicht leicht, in die Rolle hineinzuwachsen - auch, weil er noch sehr jung ist und sein erstes Jahr in der Bundesliga absolviert“, erläutert Szilagyi.

„Unsere Fans sind frustriert. Dafür habe ich Verständnis. Gerade, weil sie viel auf sich nehmen, wie zum Beispiel eine lange Tour zum Auswärtsspiel nach Coburg. Auch wenn die Enttäuschung groß ist, zeigt ihre Anwesenheit, dass sie an uns glauben.“

 „Ob ich gegen die SG Flensburg-Handewitt auf der Platte stehe, wird die Trainingswoche entscheiden. Es ist ein ganz normaler Konkurrenzkampf im Team, denn es gilt, auch gegen den Spitzenreiter die bestmögliche Mannschaft auf das Feld zu schicken.“

Ob sich auf dem Trainerposten etwas ändern könnte? „Ich bin täglich mit der Mannschaft zusammen, sehe das Training, sehe seine Arbeit“, sagt der Sportliche Leiter über Sebastian Hinze. „Die Mannschaft ist eine Einheit, so dass ich keinen Handlungsbedarf sehe. Auch für ihn ist es eine wahnsinnig schwere Situation, wenn Leistungsträger wegfallen. Meine große Hoffnung ist, dass wir erstarkt aus der Situation herauskommen – wie wir das schon mal geschafft haben.“

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