Tabellenzweiter muss im Gipfeltreffen gegen den TV Emsdetten taktisch besser agieren.

Wuppertal. Bei der Analyse des Handball-Zweitliga-Spitzenspiels des Bergischen HC gegen die HSG Nordhorn lohnt sich auch ein genauerer Blick auf die Statistik. Bis zum 22:22 stand die Partie auf des Messers Schneide, bevor sich der BHC absetzte.

Interessant dabei: Neun der letzten zehn Treffer zum 31:29-Erfolg gingen auf das Konto des Trios Alexander Oelze, Michael Hegemann und Viktor Szilágyi. Während Oelze und Hegemann ohnehin blendend aufgelegt waren, war beim österreichischen Nationalmannschaftskapitän schon eine Energieleistung notwendig. Er hatte sich einen Magen-Darm-Virus eingefangen, in der Nacht vor dem Spiel durch Übelkeit und Durchfall viel Flüssigkeit verloren.

„Ich kenne nicht viele Spieler, die sich in dieser gesundheitlichen Verfassung zur Verfügung gestellt hätten“, sagt BHC-Physiotherapeut Carsten Walonka und ist auch einen Tag nach der Partie noch beeindruckt. Um Szilágyi bestmöglich zu betreuen und für alle gesundheitlichen Szenarien gewappnet zu sein, hatte der BHC auch einen Arzt hinter der Bank. Der Vohwinkeler Allgemeinmediziner Oliver Riemann behandelte Szilagyi vor dem Spiel medikamentös, stoppte so vor allem die latente Übelkeit.

Viktor Szilágyi kann ein paar Tage Kraft schöpfen

Bis zum kommenden Heimspiel gegen den TV Emsdetten – das Duell Tabellenzweiter gegen den Spitzenreiter am Samstag (18.15 Uhr, Uni-Halle) – hat Szilágyi nun ein paar Tage Zeit, wieder gesund zu werden und Kraft zu tanken.

Die Partie in Nordhorn war auch ein Probelauf dafür, wie der BHC starke Rückraumschützen unter Kontrolle bekommen kann. Schon im Hinspiel hatte Nordhorns Halblinker Jens Wiese dem BHC arge Probleme bereitet. Und auch dieses Mal konnte der Shooter eine Halbzeit lang ungehindert agieren. Und das, obwohl der BHC-Innenblock auf ihn vorbereitet war und versuchte, ihn stärker zu attackieren als im Hinspiel.

„In der ersten Halbzeit hatten wir da noch Abstimmungsprobleme“, sagt Max Weiß, der im Deckungszentrum zusammen mit anderen erfahrenen Spielern wie Hegemann, Fabian Bohnert oder Emil Berggren deckt. Dass Wiese gegen solche Leute in den ersten 25 Minuten siebenmal ins Schwarze traf, wurmt auch Weiß. „Der hat natürlich die Qualität, dass er auch aus zehn oder elf Metern Tore machen kann. Da müssen wir dann eben auch auf zehn oder elf Meter raus. Das haben wir aber nicht gemacht“, so der kampfstarke Kreisläufer.

Erst als Arnor Gunnarsson in der zweiten Halbzeit als vorgezogener Abwehrspieler Wieses Kreise einengte, war dessen Gefahr neutralisiert. Gegen den bärenstarken Rückraum der Emsdettener um den Ex-Wuppertaler Elvir Selmanovic dürfte ein einziger Positionsverteidiger aber wahrscheinlich nicht ausreichen. Deshalb muss Trainer Sebastian Hinze nun das richtige Abwehrrezept einstudieren, damit es auch gegen den Spitzenreiter am Samstag ein Happy End gibt. LEN

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