BHC-Beirat Jörg Föste zum Erlebnis Final Four in Hamburg und dem Abstiegskampf in der Handball-Bundesliga.

Jörg Föste ist sicher, dass die Final Four-Teilnahmer auch langfristig eine positive Wirkung hat.  Archiv
Jörg Föste ist sicher, dass die Final Four-Teilnahmer auch langfristig eine positive Wirkung hat. Archiv

Jörg Föste ist sicher, dass die Final Four-Teilnahmer auch langfristig eine positive Wirkung hat. Archiv

A. Fischer

Jörg Föste ist sicher, dass die Final Four-Teilnahmer auch langfristig eine positive Wirkung hat. Archiv

Wie nie zuvor stand der Bergische HC am vergangenen Wochenende im Fokus des Sport-Interesses. Als Teilnehmer des Pokal Final Four eroberte der Handball- Bundesligist, wie berichtet, viele Herzen. Das Team von Trainer Sebastian Hinze verpasste unglücklich nach Verlängerung gegen den neuen Pokalsieger SC Magdeburg das Finale. Wir befragten BHC-Beirat Jörg Föste zu seinen Eindrücken und Ausblicken.

Was steht für den Bergischen HC nach dem Final Four unter dem Strich?

Jörg Föste: Sportlich gesehen, und darauf liegt ja unser Hauptaugenmerk, ein großer Kampf unserer Mannschaft, der leider nicht belohnt worden ist. Die letzten Sekunden der regulären Spielzeit hätten mit entsprechender Regelauslegung auch einen anderen Verlauf nehmen können. Was das Erlebnis Final Four angeht, war das ein ganz besonderer Höhepunkt für alle, die daran beteiligten waren: Mannschaft, Tross, Partner, Fans.

Wie haben Sie die Unterstützung durch die Fans wahrgenommen?

Föste: Die Unterstützung war fulminant und großartig. Stimmungsvoll war das, was die Fans geboten haben und identisch mit dem, was die Mannschaft geleistet hat – nämlich absolut fantastisch.

Am Samstagabend hatten Sie wirtschaftliche Top-Partner zum Bankett geladen – wie fällt da Ihr Fazit aus?

Föste: Die Anwesenheit so hochkarätiger Vertreter der bergischen Wirtschaft macht deutlich, dass auch hier ein starkes Zusammenrücken zu verzeichnen ist. Der Rahmen war festlich. Für die Mannschaft war der sehr starke Applaus bei deren Eintreffen ein klares Signal, dass man ihre Leistung hoch anerkannt hat.

Sie hatten die Möglichkeit eines Endspiels in Betracht gezogen. Stellt sich dann doch Enttäuschung ein?

Föste: Ungeachtet der strittigen Entscheidung nach dem nicht geahndeten Foulspiel an Arnor Gunnarsson ist das generelle Abschneiden und die Visitenkarte, die der Bergische HC 06 hinterlassen hat, von bleibendem Wert. Die Art und Weise, wie wir uns dort geschlagen haben, hat nicht nur allgemein eine hohe Wertschätzung nach sich gezogen. Für uns ist es Ansporn und Antrieb zugleich, unseren Weg zu gehen und dann vielleicht irgendwann noch einmal anzuklopfen.

Die Diskussionen um das Coaching von Sebastian Hinze ebben nicht ab. Sehen Sie ihn über alle Zweifel erhaben?

Föste: Generell gehört Kritik zum Leistungssport dazu. Vereinsführung, sportliche Leitung, Spieler und auch die Fans selbst müssen sich dieser Kritik stellen. Was unseren Trainer anbetrifft, gefällt mir die Dosis und die Art der Kritik immer weniger. In einem Handballspiel dieser Klasse werden auf der Bank Hunderte von Entscheidungen getroffen. Die geringe Anzahl von strittigen Entscheidungen, die in der Nachlese zu möglichen Nachteilen geführt haben mögen, sollte das Urteil nicht zu sehr beeinflussen. Wir sehen die Spiele stets danach auf Video, und unsere Einschätzung fällt wie folgt aus: Sebastian Hinze macht einen sehr guten Job. Wir haben alle Qualitäten, die man braucht.

Seit Februar sitzt Frank von Behren mit auf der Bank, vor der in der Verlängerung der entscheidende Wechselfehler passierte. Ist seine zurückhaltende Rolle als Co-Trainer so gewollt?

Föste: Wenn auf die Wechselfehler angesprochen werden soll: Sie sind ärgerlich und wären leicht vermeidbar gewesen. Verantwortlich dafür war aber nicht nur einer. Auch das ist ein Schritt in unserer Entwicklung – ich kann mir nicht vorstellen, dass uns das noch einmal passiert.

Das Final Four hat in den vergangenen Wochen Ihre Arbeit maßgeblich geprägt. Worauf legen Sie nunmehr ihr Haupt-Augenmerk?

Föste: Sportlich sicher auf die Liga, die uns in den nächsten Wochen den Klassenerhalt bescheren soll. Organisatorisch wie immer: Pflegen unserer Partner und Verbessern unserer Infrastruktur. Der Abstiegskampf geht weiter.

Was löst in Ihnen Zuversicht aus, ihn zu bestehen?

Föste: Wir haben alle Qualitäten, die man braucht, um das Ziel zu erreichen.

Aufsehen hat der BHC mit der Ankündigung erregt, künftig auch Frauen- und Mädchenhandball anzubieten. Was ist Ihre Intention?

Föste: Wir werden unsere Basis verbreitern und mit der Realisierung eines Leistungszentrums ein lang gehegtes Ziel umsetzen können. Die Trainingsbedingungen sind beim BHC seit jeher Tagesthema.

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