In einer Untersuchung wurde 13 Standortalternativen nach Punkten bewertet. Handballer befürworten die Wahl.

In einer Untersuchung wurde 13 Standortalternativen nach Punkten bewertet. Handballer befürworten die Wahl.
Die Verkehrsanbindung der geplanten Arena ist ein entscheidender Punkt der Planung.

Die Verkehrsanbindung der geplanten Arena ist ein entscheidender Punkt der Planung.

Kurt Keil

Die Verkehrsanbindung der geplanten Arena ist ein entscheidender Punkt der Planung.

Wuppertal. Die Städte Wuppertal und Solingen haben 13 potenzielle Standorte (sieben auf Wuppertaler und sechs auf Solinger Gebiet) auf ihre Eignung für den Bau der geplanten BHC-Mehrzweckarena untersucht. Dabei wurden acht Kriterien, darunter zum Beispiel die Verkehrsanbindung, Eingriffe in den Naturhaushalt, Immissionsschutz sowie die Bebaubarkeit und Verfügbarkeit der Grundstücke untersucht und nach einem Punktsystem bewertet. Mögliche Kosten wurden nicht untersucht. Als knapper Punktsieger ging das vom Handball-Bundesligisten Bergischer HC favorisierte Gebiet Piepersberg-West, das an der Stadtgrenze zwischen Vohwinkel und Solingen liegt, aus der Untersuchung hervor.

Der Bergische HC sieht die geplante Mehrzweckarena mit einer Besucherkapazität von 6000 bis 7000 Zuschauern als Voraussetzung, um langfristig in der ersten Handball-Bundesliga konkurrenzfähig zu bleiben. Bisher trägt der BHC seine Heimspiele im Wechsel in der Wuppertaler Uni-Halle und der Solinger Klingenhalle aus. Die Kosten werden auf rund 15 Millionen Euro geschätzt, die Eröffnung wird vom Handballclub für 2019/2020 angepeilt. Finanziert werden soll die Halle über Fördergelder und Sponsoren. Wuppertal, Solingen und Remscheid haben dem BHC logistische Unterstützung im Planungsprozess zugesichert.

Auf der Grundlage der Untersuchung der 13 Standortalternativen wird am Donnerstag  im Ausschuss für Stadtentwicklung über den Aufstellungsbeschluss zur 1. Änderung des Bebauungsplans 1028-Westring/L 357 n abgestimmt. Stimmt der Ausschuss  der Verwaltungsvorlage zu, dann wird ein Planungsprozess in Gang gesetzt, an dessen Ende der Bau der Mehrzweckarena am Wuppertaler Stadtrand zwischen der Vohwinkeler Wohnsiedlung Höhe/Engelshöhe und Solinger Gebiet stehen könnte. Anwohner aus Vohwinkel protestieren gegen diese Pläne, da sie vor allem Verkehrsbelästigungen befürchten. In der Verwaltungsvorlage heißt es zu diesem Punkt: „Die Leistungsfähigkeit der äußeren Erschließung ist im Bebauungsplanverfahren nachzuweisen; gegebenenfalls sind verkehrstechnische Maßnahmen auch auf Wuppertaler Stadtgebiet vorzusehen“.

Grüne kritisieren Zeitpunkt für die Vorlage der Standortanalyse

Kritik gibt es von der Grünen Ratsfraktion für die zeitliche Abfolge der Planungsschritte. Das Gutachten über die Standortalternativen hätte nach Ansicht von Marc Schulz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, früher als Diskussionsgrundlage vorliegen müssen. Nach Ansicht der Grünen gehe aus dem Gutachten nicht hervor, dass Piepersberg-West der ideale Standort sei. Der von den Wuppertaler Grünen favorisierte Standort Bergische Sonne liegt laut der Bewertungstabelle nur knapp hinter Piepersberg-West sowie den Solinger Alternativstandorten Fürkeltrath I und II sowie Raspe. Der Punktegleichstand zwischen Piepersberg-West und der Bergischen Sonne bei der Bewertung der Lage in der Region erschließt sich Marc Schulz nicht. Immerhin liege die ehemalige Bergische Sonne genau im Zentrum des Bergischen Städtedreiecks.

Der Bergische HC spricht von einer „lebendigen Diskussion“

Jörg Föste, Mitglied des BHC-Beirats, zeigt sich überrascht von der Kritik der Wuppertaler Grünen. „Wir haben am 31. März 2014 sieben Standortalternativen öffentlich zur Diskussion gestellt. Seitdem sind weitere dazu gekommen und andere aussortiert worden. Wer jetzt den Eindruck erwecken will, dass es diese lebendige Diskussion über den Standort nicht gegeben habe, der erweckt einen falschen Eindruck“, sagt Jörg Föste. Er kenne nicht ein Projekt in dieser Größenordnung, das in dieser Transparenz behandelt werde.

Die Wuppertaler und Solinger Verwaltung ordnen die nun vorgelegte Standortanalyse als Orientierungshilfe ein. Es bestehe nicht der Anspruch, rein mathematisch eine Lösung zu errechnen. Die Entscheidung falle in den Räten der Bergischen Städte, die am Ende eines Planverfahrens mit mindestens zweifacher Bürgerbeteiligung stehe. Bei der Offenlegung des Bebauungsplans können die Anwohner Bedenken anmelden und Anregungen einbringen.

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