Selbstkritische Töne bei den Bergischen nach der am Ende noch klaren Niederlage in Flensburg.

Kapitän Kristian Nippes (l.) und Trainer Sebastian Hinze wissen, dass das Spiel in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit verloren ging.
Kapitän Kristian Nippes (l.) und Trainer Sebastian Hinze wissen, dass das Spiel in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit verloren ging.

Kapitän Kristian Nippes (l.) und Trainer Sebastian Hinze wissen, dass das Spiel in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit verloren ging.

Eibner

Kapitän Kristian Nippes (l.) und Trainer Sebastian Hinze wissen, dass das Spiel in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit verloren ging.

Wuppertal./Flensburg. 20:37, 15:34, 27:40, 27:41 bei der SG Flensburg-Handewitt in den vergangenen Jahren. Da nahm sich die 25:32-Niederlage vom Mittwochabend vergleichsweise moderat aus. Zumal stark ersatzgeschwächt war wohl auch nicht mehr zu erwarten gewesen. Dennoch schlichen die BHC-Spieler nachher in eher gedämpfter Stimmung in den Bus, der sie noch am späten Abend zurück ins Bergische brachte.

„Wir wussten, dass die ersten Minuten nach der Pause entscheidend sein würden und haben das in der Kabine auch angesprochen. Doch dann haben wir das Spiel in den ersten fünf Minuten weggeworfen“, sagte der achtfache Torschütze, Rechtsaußen Arnor Gunnarsson, erschöpft, mit chronisch schmerzender Achillessehne und selbstkritisch. Der Glaube daran, nach dem hochverdienten 16:16 zur Pause vielleicht eine große Überraschung schaffen zu können, wie sie zeitgleich Minden beim 23:23 in Kiel gelang, wurde schnell erschüttert.

Dem BHC fehlten die Alternativen auf der Bank

„Uns hat dann vielleicht der letzte Punch gefehlt“, sagte Trainer Sebastian Hinze, der nur acht Feldspieler einsetzen konnte. Nils Artmann und die beiden A-Jugendlichen Dorian Woestmann und Jonas Dell ließ er in der Hölle Nord lieber komplett auf der Bank. Insofern war es auch ein Kraftproblem gegen die Startruppe von Flensburgs Coach Ljubomir Vranjes, der ständig mit viel Qualität nachlegen konnte.

Mit der ersten Halbzeit konnte BHC-Coach Hinze, vor allem was die Offensive betraf, vollauf zufrieden sein. Vranjes sprach dagegen, was seine Abwehr betraf, von den vielleicht schlechtesten 30 Minuten dieser Spielzeit. „In der zweiten Halbzeit haben wir das geändert, und man hat sofort gemerkt, dass der BHC große Schwierigkeiten hatte, zum Wurf zu kommen“, fügte Vranjes an und sieht in seiner Abwehr auch den Schlüssel für die kommenden Aufgaben in Champions-League und Meisterschaft. Während den Flensburgern bereits am kommenden Wochenende im CL-Viertelfinale gegen Skopje die nächste große Herausforderung ins Haus steht, kann der BHC zunächst Kräfte sammeln. „Wir wollten heute alles raushauen. Es sollte kein Problem sein, den Akku in den zehn Tagen bis zum Spiel gegen Balingen wieder aufzuladen“, sagte Sebastian Hinze. Dass der BHC durch die fünf Siege nach der Winterpause Selbstvertrauen gesammelt hat, war auch am Mittwoch zu sehen. Ob er allerdings weiter auf einem Nichtabstiegsplatz in die so wichtige Partie gegen Balingen gehen wird (29. April, 19 Uhr, Klingenhalle), entscheidet sich erst an diesem Samstag, wenn Balingen zu Hause den TBV Lemgo empfängt, der punktgleich noch vor dem BHC steht. So spannend war der Abstiegskampf selten. Da kann es auch noch sehr wichtig werden, zwei starke Torhüter zu haben. Den Ex-Flensburger Christopher Rudeck stellte Hinze zwar erst in den letzten zehn Minuten zwischen die Pfosten, doch mit mehreren Paraden sorgte er dafür, dass es bei der moderatesten Niederlage in Flensburg in fünf Bundesliga-Jahren blieb.

Die gute Nachricht: Vorbehaltlich der sportlichen Qualifikation wurde dem BHC wie allen weiteren Erstligisten die Lizenz für die Saison 2017/18 erteilt.

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